Solar-Boom in Tschechien gefährdet Stromnetz

ÈEPS fordert Genehmigungsstopp für Solar- und Windanlagen

Prag - Der anhaltende Boom der Solar- und Windenergiebranche in Tschechien gefährdet die Stabilität der landesweiten Stromversorgung.

Diese Warnung gab ÈEPS, Betreiber des nationalen Energieversorgungsnetzes aus, wie das Tschechische Fernsehen am Montag berichtete.

ÈEPS fordert einen sofortigen Genehmigungsstopp weiterer Solar- und Windanlagen.

Entsprechende schriftliche Anträge habe die Leitung der Gesellschaft bereits Anfang Februar an die Energiekonzerne ÈEZ, E.ON und Pra¾ská energetika gerichtet.

Die Tschechische Republik habe sich zu einem "Photovoltaik-Paradies" entwickelt, urteilt ÈEPS-Generaldirektor Petr Zeman. Nirgendwo anders in Europa würden so hohe Erzeugerpreise für Strom aus erneuerbaren Quellen erzielt, was immer mehr Investoren anziehe.

Eine Gesetzesnovelle, die hier Abhilfe schaffen soll, liegt zwar im Parlament vor, doch scheint eine Verabaschiedung vor den Neuwahlen unwahrscheinlich.

Nach Darstellung von ÈEPS besteht das Problem mit den "grünen Kraftwerken" in den starken Schwankungen, mit denen sie Strom ins Netz speisen. Vor allem im Sommer, wenn die Photovoltaik-Anlagen am meisten produzieren und der Energieverbrauch relativ gering ist, werde das Netz stark belastet. Die Situation könne sich bereits in diesem Jahr kritisch zuspitzen, warnt ÈEPS. (gp)

Tschechien Online, 15.2.2010. Foto: Wikimedia Commons


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