Wirtschaftskrise drückt jedoch Absatz neuer Automobile / Von Miriam Neubert (gtai)
Prag - Als Kfz-Standort hat sich die Tschechische Republik dank der Verschrottungsprämien in Europa gut geschlagen. 2009 rollten 970.400 Pkw von den Bändern der drei ansässigen Autohersteller. Anders als Deutschland und weitere europäische Staaten hat Tschechien keine Abwrackprämie eingeführt.
Dafür wirkten zugunsten der Autoindustrie ein Fortfall der Mehrwertsteuer beim Autokauf von Firmen seit April 2009 und beschleunigte Abschreibungsmöglichkeiten bis Mitte 2010.
Insgesamt wurden in Tschechien mit 181.000 Pkw und leichten Nutzfahrzeugen (LUV) rund 11% weniger verkauft als 2008. Das teilte der Verband der Autoimporteure (SDA) Anfang Januar mit. Es war gleichwohl das drittbeste Ergebnis des vergangenen Jahrzehnts. Für 2010 rechnet SDA mit einem ähnlichen Bild, dabei in der 2. Jahreshälfte mit einer leichteren Besserung. Das Fehlen einer Abwrackprämie hat verhindert, dass Nachfrage vorverlagert worden ist. Obwohl sich die Interessensvereinigungen weiter um eine Einführung bemühen, spricht der Sparzwang, unter dem die Regierung steht, dagegen.
Dank der allgemeinen Mehrwertsteuerbefreiung von Firmenwagenkäufen ab April 2009 ist die Nachfrage nach Pkw sogar um 12,5% auf 161.700 angestiegen. Im Gegensatz dazu aber brachen die Verkäufe leichter Nutzfahrzeuge (häufig nur mit einem Trenngitter entsprechend veränderte Pkw) um 68% auf 19.400 Fahrzeuge ein (diese Kategorie war früher allein mehrwertsteuerbegünstigt gewesen). Auch haben starke Preisnachlässe einen größeren Einbruch der Pkw-Zahlen verhindert.
Dramatisch ging die Nachfrage nach Nutz- und Lastfahrzeugen zurück, um 55% auf 4.760. Der Transport- und Speditionssektor hat im Zuge der Rezession seine Investitionen stark reduziert; auch die Bauwirtschaft schrumpfte. Marktführer bei den Lkw waren Mercedes Benz, MAN und Iveco. Die noch im Vorjahr positive Nachfrage nach neuen Bussen gab um 35% auf 775 nach (SOR Libchavy, Irisbus-Iveco Mercedes Benz). Mit 19.740 Motorrädern wurde über ein Viertel weniger abgesetzt. Am gefragtesten waren die Marken Honda, Yamaha und Suzuki.
Seit der Samtenen Revolution vor zwanzig Jahren hat sich die Zahl der Pkw auf tschechischen Straßen etwa auf 4,4 Mio. Pkw verdoppelt. Nur unerheblich veränderte sich hingegen das Durchschnittsalter mit heute 13,7 statt einst 14 Jahren. Fast 60% davon sind älter als 10 Jahre, 31% über 15 Jahre alt. Nimmt man den gesamten Kfz-Bestand von fast 7,1 Mio. Straßenfahrzeugen, fällt das Durchschnittsalter mit 16,9 Jahren noch höher aus. Die Erneuerungsquote ist mit 3% sehr niedrig.
Insgesamt sind 342.379 Kfz 2009 zugelassen worden, davon 186.621 neue. Erstmals seit dem EU-Beitritt hatten dabei neue Pkw die Nase vorn. Die Abwertung der Krone, günstigere Neuwagenpreise und die Einführung einer Ökoabgabe bei der Registrierung von Pkw, die nicht mindestens der Abgasnorm Euro 3 entsprechen, haben die Konkurrenz durch Gebrauchtwagen reduziert. Mit 144.600 von ihnen wurden rund 37% weniger eingeführt als 2008. Ein Fünftel davon war älter als zehn Jahre.
Absatz von Kfz (Absatz in Einheiten)

Quelle: Verband der Autoindustrie (SAP)
Absatz von Pkw nach Herstellern 2009 (in Einheiten)

1) erstregistrierte neue Pkw ohne LUV; 2) neuverkaufte Pkw bei offiziellen Händlern
Quelle: Verband der Autoindustrie (SAP)
Trotz der rückläufigen weltweiten Nachfrage konnten die tschechischen Autofertiger 2009 über 1,1 Mio. Pkw verkaufen - das entspricht 11% oder 100.000 Pkw mehr als 2008 (eingeschlossen die Produktion von Skoda Auto im Ausland). Zu diesem Rekordabsatz kam es dem Geschäftsführer des Verbandes der Automobilindustrie der Tschechischen Republik (SAP) Antonin Sipek zufolge dank des neuen Autowerkes Hyundai Motor Manufacturing Czech (HMMC) und einer Verdoppelung des Verkaufs der Marke Skoda in der VR China. VW-Tochter Skoda Auto verkaufte nach Angaben des Konzerns 2009 weltweit 684.000 Pkw, 1,4% mehr als im Jahr zuvor. TPCA setzte nach Schätzungen der Wirtschaftszeitung Hospodarske Noviny 332.00 Pkw ab (+2,5%), das erst im November 2008 angelaufene Werk von Hyundai 118.000.
Auch die Fertigung erbrachte nach vorläufigen Berechnungen von SAP einen neuen Rekord: Mit 975.111 Kfz produzierte die Branche 2,9% mehr als 2008 dank der gesteigerten Pkw-Produktion (970.410 Pkw). Das entsprach einer Steigerung um 3,2%. Im 1. Halbjahr war die Produktion noch rückläufig gewesen, was sich dank der Abwrackprämien rundum änderte. Während VW-Tochter Skoda Auto in den heimischen Werken 84.000 Pkw weniger herstellte zugunsten der Produktion in seinen ausländischen Niederlassungen, rollten bei Toyota Peugeot Citroen Automotive (TPCA) in Kolin und HMMC in Nosovice mehr Wagen vom Band. Nach den veröffentlichten Zahlen für 2009 produzierte Skoda Auto 519.910 Pkw, TPCA 332.489 und HMMC 118.000, Kaipan 11. Angesichts der unklaren Situation 2010 vermeiden die Unternehmen Prognosen und passen ihre Fertigungslinien flexibel dem Bedarf an.
Schwer erwischt hat die Absatzkrise die Lkw- und in etwas abgeschwächter Form die Busproduzenten. Avia und Tatra sollen mit 1.091 Lkw 60% weniger hergestellt haben als 2008. Die Autobusproduktion (Iveco, SOR Libchavy, Tedom, KH Motor) ging um 12% auf 3.064 Busse zurück.
Die im Verband der Automobilindustrie vereinten 156 Unternehmen hatten 2008 mit 604,1 Mrd. Kc bereits 5,7% weniger erzielt als 2007. Über die Hälfte der Umsätze entfielen mit 56% auf Unternehmen des Zuliefersektors, der zugleich 50% der Exportleistung erbringt und 73% der Mitarbeiter beschäftigt. Zu mehr als 80% sind die rund 300 Zulieferunternehmen in ausländischer, darunter deutscher Hand.
Laut den Zahlen des Tschechischen Statistikamtes in der engeren Fassung des Kfz-Sektors unter der Wirtschaftsklassifizierung NACE 29 hat die Produktion ihren tiefsten Einbruch im 1. Quartal 2009 erreicht mit -30%, gefolgt von -16,9% im 2. Quartal und -4,4% im 3. Quartal. Das spiegelte sich in den Umsätzen (-28,6, -13,9, -2,2%) und dem Auftragseingang (-26,3, -12,7, -2,3%). SAP schätzt, dass seine Mitgliedsunternehmen im Vorjahr um die 19.000 der insgesamt 128.500 Mitarbeiter entlassen haben, wobei man sich vor allem von Zeitarbeitern trennte und versuchte, die Stammbelegschaft zu halten. Positiv wirkte sich aus, dass die Autohersteller mit ihrem hohen Anteil an Klein- und Kompaktwagen, ebenso wie viele Zulieferer in erheblichem Maße Nutznießer der Abwrackprämien in anderen Ländern waren. In der heißen Phase 2009 konnten die Autowerke zum Teil Sonderschichten fahren.
Kfz-Produktion in der Tschechischen Republik (Einheiten)

*) zum Vorjahreszeitraum in %
Quelle: Verband der Autoindustrie (SAP)
Skoda Auto: Der traditionell größte Exporteur des Landes begann Anfang November 2009 den Superb Combi in Serie in seinem Werk in Kvasiny zu fertigen. Zusammen mit dem ebenfalls in Kvasiny hergestellten Sport- und Geländewagen Skoda Yeti waren dies die beiden neuen Modelle des Jahres 2009. Die Kapazität für 2010 wird mit 45.000 Superbs angegeben, die in drei Schichten produziert werden sollen. Auch mit überarbeiteten Versionen des Fabia und des Roomster ist zu rechnen. Die Fabia-Verkäufe hatten 2009 dank der stürmischen Nachfrage durch die Abwrackprämie in Deutschland geboomt. Zwischenzeitlich liefen in Mlada Boleslav täglich 1.200 Fabia vom Band. Mit Auslaufen der Verschrottungsprämien wurde das Produktionstempo gedrosselt. Im 1. Quartal 2010 wird der Fabia nur noch an vier Tagen pro Woche produziert. Anfang 2010 bot das Unternehmen das Modell in Tschechien erstmals für unter 200.000 Kc an. Der Facelift wird im 2. Quartal erwartet.
Im November hat Skoda in Mlada Boleslav mit der Produktion eines neuen 1,2 L 4-Zylindermotors (TSI) für Fahrzeuge der Marken Skoda, Audi, VW und Seat begonnen. Bei der Entwicklung habe die Senkung der CO2-Emissionen und der sparsamere Verbrauch eine wichtige Rolle gespielt, meldete das Unternehmen. Der neue Motor werde in Mlada Boleslav nicht nur montiert, auch der Motorblock werde dort gegossen sowie einige wichtige Teile bearbeitet. In die Erweiterung der Getriebeproduktion in Mlada Boleslav investiert Skoda Auto rund 57 Mio. Euro. Täglich sollen hier in Zukunft 1.000 Kompaktgetriebe entstehen, die erstmals in der Kleinwagenserie eingesetzt werden sollen, die VW ab 2012 in der Slowakei produzieren will.
TPCA: Geplante Kapazitätserweiterungen des seit Februar 2005 in Tschechien produzierenden japanisch-französischen Joint Ventures könnten nach Meinung von Branchenkennern eine weitere leichte Steigerung der Produktion von Toyota Aygo, Peugeot 107 und Citroen C1 zur Folge haben. Mit Einschätzungen hält sich das Unternehmen selbst zurück.
HMMC: Der jüngste unter den drei Herstellern in Tschechien stellte 2009 mit 118.000 Pkw (Hyundai i30 in Hecktür- und Kombiversion) rund ein Viertel weniger her als ursprünglich vorgesehen. Offiziell eröffnet wurde das Werk in Nosovice wegen der weltwirtschaftlichen Turbulenzen erst im September 2009 - über ein Jahr nach der Inbetriebnahme. Im September startete die zweite Schicht, wegen der gestiegenen Nachfrage nach Hyundai i30 und der geplanten Serienproduktion des in Rüsselsheim entwickelten und designten Kia Venga. Die Kapazität liegt bei jährlich 200.000 Pkw, bis 2011 soll durch ein viertes Modell eine Steigerung auf drei Schichten und die geplante Endkapazität von 300.000 Einheiten erfolgen. In dem Werk arbeiten 2.000 Menschen, bei den Zulieferern sollen 4.000 Mitarbeiter beschäftigt sein. Die Ausweitung der Produktion sieht bis 2011 ein Steigerung auf 3.500 direkte und 7.000 indirekte Arbeitsplätze vor. Nach Unternehmensangaben werden 65 bis 70% der Komponenten in Tschechien hergestellt. Hyundai will 130 Mio. Euro in die Getriebeherstellung investieren, um die Stückzahl von 300.000 auf 500.000 zu erweitern und auch das Schwesterunternehmen Kia in der Slowakei zu beliefern. Im Dezember hatte ein Teil der Belegschaft gestreikt wegen der stets neu geforderten Überstundenleistung. Die Überstunden sollen nun auf ein Mindestmaß zurückgeführt werden.
Tatra: Der Traditionshersteller schwerer Lkw rutschte im Zuge der Rezession und des Auftragseinbruchs bereits 2008 in die roten Zahlen (572 Mio. Kc), musste die Hälfte der Belegschaft entlassen und wird auch 2009 Verluste machen. Die Umsätze werden auf 3,7 Mrd. Kc geschätzt nach 5,9 Mrd. Kc 2008. Doch hielt Generalgeschäftsführer Ronald Adams gegenüber der Hospodarske Noviny den Boden für erreicht, nachdem sich im letzten Quartal 2009 die Auftragslage stabilisiert habe. Produziert wurden 808 schwere Lkw (2008: 2.252), davon ein Viertel für die tschechische Armee; 2007 waren es noch 3.000 Fahrzeuge. Das Unternehmen hat 2009 den ersten luftgekühlten Lkw-Dieselmotor vorgestellt, der die Euro 5 Norm erfüllt, die seit Oktober gültig ist. Es setzt auf die sich erholende Nachfrage aus dem Bergbau weltweit und eine Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen Unternehmen Navistar bei der Herstellung einer neuen Reihe von Geländenutzfahrzeugen für die Armee. Kosteneinsparpotenzial wird auch darin gesehen, dass künftig nicht mehr alle Komponenten in den neun Tochterfirmen selbst herstellt werden, sondern ein Teil eingekauft werden könnte.
Avia Ashok Leyland Motors: Der Hersteller von Nutzfahrzeugen mittlerer Größe Avia hat nur 283 Fahrzeuge gebaut (2008: 485). 2010 könnten bis zu 700 hergestellt werden. Unter anderem hat das Unternehmen einen zweiten Auftrag von seinem amerikanischen Partner erhalten und liefert Fahrgestelle und Kabinen für 100 elektrisch betriebene Nutzfahrzeuge der Marke Smith.
Schwerer als die Autofertiger sind die etwa 300 tschechischen Zulieferunternehmen betroffen, die Komponenten und Teile praktisch in der gesamten Breite des Spektrums herstellen und fast alle bedeutenden europäischen Autohersteller beliefern. Genauere Zahlen werden frühestens im 2. Quartal 2010 bekannt werden. Doch haben sich viele Unternehmen nach dem Einbruch der Bestellungen in der ersten Jahreshälfte 2009 in der zweiten fangen können, ihre Kosten einem generell niedrigeren Auftragsniveau angepasst und zum Teil neue Aufträge gewinnen können. Zugleich kam es zu einigen Insolvenzverfahren. Dem Insolvenzregister zufolge sind Firmen wie Magneton Kromeriz, SVA Holysov, Automotive Components Czech in Konkurs gegangen. Für Edscha Bohemia wird im Zuge des Insolvenzverfahrens ein neuer Investor gesucht. Auch wurden Werke geschlossen (GST Automotive Safety Czech).
Manche Unternehmen standen wochenlang still wie IAC Group, die Spritzgussteile für Autokarosserien herstellt. Einigen Betrieben gelang es, Aufträge zu erhalten, wie etwa dem Hersteller von Gummidichtungen für Pkw-Heizung und Kühlung Trelleborg, der 60 neue Beschäftigte einstellte und auch 2010 mit Expansion rechnet. Andere diversifizierten in neue Abnehmerbranchen hinein. Für 2010 rechnen viele Unternehmen mit einer geringeren Produktion. In einer Umfrage der Nachrichtenagentur CTK sprachen sich Zulieferer von Skoda Auto dafür aus, flexibel durch Produktionsstopps zu reagieren, aber weitere Personalkürzungen zu vermeiden.
Neue Investitionen blieben rar. Zu den Ausnahmen gehört die Firma Benteler Aluminium Systems CZ, die in Ostrov u Tachova Anfang 2010 die Produktion von Aluminiumstoßstangen für Pkw im Testbetrieb aufnahm. Ende 2009 hat das deutsche Familienunternehmen Benteler, das in Tschechien bereits länger Stahlkomponenten produziert, die Niederlassung Hydro Automotive Structures des norwegischen Konzerns Hydro übernommen, sie umbenannt, in langfristig gemieteten Hallen eingerichtet und technologisch ausgestattet. Das deutsche Unternehmen Brose hingegen hat Pressemeldungen zufolge wegen der Rezession den Plan, in Trutnov eine Werk für Kfz-Teile zu bauen, aufgegeben.
Die Kabelbaumproduktion tendiert nach Rumänien. Dorthin verlagerte AEES, früher Alcoa Fujikura Czech, seine Fertigung. In Tschechien selbst umstrukturiert hat die Firma PFKM Kabeltechnik (Commercial Vehicle Group), die im Dezember 2009 mit der Produktion in die neue Fabrik in Strazi nad Nisou zog und das Werk in Liberec schloss. Knorr-Bremse (Bremssysteme für Nutzfahrzeuge) zieht um in ein neues Werk in Liberec. Von Tschechien nach Schweden hat die US-amerikanische Gesellschaft Johnson Controls die Herstellung von Autositzen für die Marke Volvo verlagert. Zu einem Besitzerwechsel kam es im Segment Kunststoffkomponenten, wo die internationale Gesellschaft Megatech den größten Hersteller Plastkov Group von der Investmentgesellschaft Benson Oak Capital kaufte.
Viele Unternehmen erhoffen sich neue Geschäfte von alternativen Antrieben. Als Kraftstoffquelle auch staatlich gefördert wird CNG. Zum Jahresende gab es 22 CNG-Tankstellen, 2030 sollen es 350 sein. In Prag gibt es vier, eine Zahl, die sich bis 2012 verdreifachen soll. Auf Erdgasbasis laufen inzwischen etwa 1.800 Fahrzeuge, Tendenz steigend. Zu den treibenden Kräften gehört die Gasversorgungsgesellschaft Prazska Plynarenska. In Prag fahren erste ökologische Kommunalfahrzeuge und Taxis. CNG-betriebene Leihwagen bietet die Prazska Plynarenska selbst an. Leihwagenfirma Sixt hat in Tschechien CNG-Fahrzeuge im Angebot und dafür zehn Mercedes Benz B angeschafft. Auch in anderen Städten sind bereits CNG-Busse im Einsatz. Die Region Karlsbad will eine Studie ausarbeiten lassen über die Rentabilität von CNG-Bussen im Linienverkehr zwischen den Städten. Tschechiens größte Maschinenbaugruppe Vitkovice Machinery Group kündete Anfang Januar an, dass sie mit der Entwicklung eines Automotors auf CNG-Basis begonnen habe. Den Prototyp des ersten Motors möchte sie in Zusammenarbeit mit der Firma Marat Motorsport noch 2010 herstellen. Dazu sollen einige Dutzend Millionen Kronen investiert werden. Das Unternehmen arbeitet auch daran, Lokomotiven auf CNG umzurüsten.
In Neratovice unweit Prags begann im November 2009 die erste Wasserstofftankstelle nicht nur in Tschechien, sondern überhaupt in MOE zu funktionieren. Eröffnet hat sie nach drei Jahren der Vorbereitung das Kernforschungsinstitut UJV in Zusammenarbeit mit Linde Gas. Drei Viertel der Projektkosten im Wert von rund 83 Mio. Kc waren EU-Fördermittel. Genutzt wird die Tankstelle von dem ersten mit Wasserstoff betriebenen Linienbus im Land, den die Gesellschaft Veolia zwei Jahre von UJV least. Er ist in Kooperation mit der deutschen Proton Motor Fuel Cell GmbH, UJV und dem Hersteller von Oberleitungsbussen und elektrischen Schienenfahrzeugen Skoda Electric entstanden. Proton lieferte den weltweit ersten Triple Hybrid Brennstoffzellenantrieb. In der gemeinsamen Pressemitteilung wird er als eine Kombination aus Brennstoffzellen, Batterien und Ultracaps beschrieben.
Der Außenhandel mit Kfz und Kfz-Teilen (SITC 78) zeigte 2009 die Fallschirmfunktion der Abwrackprämien: Den eines freien Falls in der 1. Jahreshälfte mit einem Einbruch der Einfuhren in laufenden Preisen um -35% auf 2,9 Mrd. Euro und der Ausfuhren um -25% auf 6,6 Mrd. Euro. Gefolgt in den Monaten Juli bis November vom Aufwind durch die Abwrackprämien, wodurch sich der Importrückgang auf entsprechender Vorjahresbasis auf -17% und 2,7 Mrd. Euro abmilderte, die Ausfuhren sogar um 2,9% auf 6,2 Mrd. Euro anzogen. Auf das Gesamtjahr (ohne Dezember) gesehen blieben die Einfuhren von Kfz und Kfz-Teilen mit 5,6 Mrd. Euro um 27% unter dem Vorjahresniveau, die Ausfuhren mit 12,8 Mrd. Euro um 14%. Am vergleichsweise geringsten war der Einfuhrrückgang bei den Kfz-Teilen und -Zubehör (SITC 784) mit -14% auf 3,2 Mrd. Euro. Die Pkw-Ausfuhr stagnierte bei rund 7,0 Mrd. Euro. An Kfz-Teilen wurden mit 5,0 Mrd. Euro 14% weniger ausgeführt. Der Außenhandel mit Kraftfahrzeugen und Kfz-Teilen brachte wie im Vorjahr ein Plus von 7,2 Mrd. Euro. Mit Deutschland konnte der Überschuss auf 1,4 Mrd. Euro ausgebaut werden.
Einfuhr ausgewählter Kfz-Teile (in Mio. Euro, laufende Preise)

*) zum Vorjahreszeitraum in %
Quelle: Tschechisches Statistikamt
Ausfuhr ausgewählter Kfz-Teile (in Mio. Euro)

*) zum Vorjahreszeitraum in %
Quelle: Tschechisches Statistikamt
Quellen: Tschechisches Statistikamt CSU, Tschechischer Verband der Autoindustrie SAP, Tschechischer Verband der Autoimporteure SDA, Meldungen der einzelnen Unternehmen, Wirtschaftszeitung Hospodarske noviny, Wirtschaftsmagazin Ekonom, Tschechische Nachrichtenagentur CTK, AIMagazin für die Autoindustrie und Informationstechnologien, Czech Business Weekly, Tschechisches Insolvenzregister
Tschechien Online, 1.3.2010. © Germany Trade and Invest 2010