Ostrauer Staatsanwaltschaft empfiehlt Strafanzeige wegen Nötigung
Olomouc/Prag - Wegen des rabiaten Vorgehens gegen säumige Kunden und Stromdiebe drohen 13 Mitarbeitern des tschechischen ÈEZ-Konzerns Gerichtsverfahren.
Gegen weitere Angehörige der umstrittenen Abteilung für "nichttechnische Verluste" wurden die Ermittlungen eingestellt.
Ob es zur Anglage kommt, soll in Kürze die Bezirksstaatsanwaltschaft in Olomouc entscheiden, berichtete der Online-Dienst Novinky.cz (Prag) am Freitag.
Der Antrag auf Strafanzeige war vergangenes Jahr von Beamten der Polizeieinheit für die Bekämpfung des organisierten Verbrechens vorbreitet worden. Nachdem zunächst wegen des Verdachts auf Erpressung ermittelt worden war, lautet der Tatbestand nun Nötigung.
"Wir übergeben den Antrag auf Strafanzeige gegen 13 Personen wegen Nötigung an die Kreisstaatsanwaltschaft in Olomouc. Bei den übrigen 17 Betroffenen habe ich mich entschlossen, die Ermittlungen einzustellen", sagte der Ostrauer Kreisstaatsanwalt Karel Studený.
Über die Methoden des staatlich kontrollierten Stromgiganten im Kampf gegen seine Schuldner hatte zuerst die Prager Tageszeitung Mladá fronta Dnes berichtet. Dabei gelangten unter anderem Videoaufnahmen von Ausbildungskursen der ÈEZ-Inspekteure an die Öffentlichkeit, die an das Training von Nahkampfexperten von Polizei und Armee erinnerten. (gp)
Tschechien Online, 5.3.2010. Foto: ÈT 24