Hohe Sterblichkeitsrate bei Schweinegrippe

Chefhygieniker beklagt geringes Interesse an Schutzimpfungen

Prag - Tschechien weist innerhalb der Europäischen Union eine der höchsten Sterblichkeitsraten bei Schweinegrippe auf.

Das geht aus der Statistik der europäischen Zentrale zur Bekämpfung der Krankheit hervor, die der Prager Chefhygieniker Michael Vít (Foto) am Donnerstag vorstellte.

Bislang forderte die Epidemie hierzulande 102 Menschenleben. Das entspricht etwa einem Todesopfer je 100.000 Einwohner. Ähnliche Raten werden aus der Slowakei, Ungarn und Portugal berichtet. Nur in Malta lag die relative Anzahl von Todesopfern noch höher.

Schuld an der Entwicklung ist nach Auffassung Víts das Desinteresse der Tschechen an den Schutzimpfungen. Den Fachleuten sei es nicht gelungen, die Bevölkerung von der Wirksamkeit der Impfung zu überzeugen, so der Leiter der staatlichen Gesundheitsbehörde.

Als Gegenbeispiel nannte er Schweden, wo sich zwar mehr Menschen mit dem Virus angesteckt hatten, wegen des hohen Impfungsgrads aber weit weniger Todesopfer registriert wurden.

Von der Möglichkeit, sich impfen zu lassen, machten in Tschechien bislang fast nur Angehörige von Risikogruppen Gebrauch, etwa chronisch Kranke.

Ende Februar beschloss die Regierung in Prag die allgemeine Freigabe von Impfungen gegen die Schweinegrippe. Die Schutzimpfungen sind kostenlos, freiwillig und können von allen Bürgern in Anspruch genommen werden. (gp)

Tschechien Online, 18.3.2010. Foto: ÈT 24


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