Bildungsminister Josef Dobe¹ (VV) will Wahlfreiheit abschaffen
Prag - An den bis zur achten Klasse einschließlich führenden Grundschulen in Tschechien sollen Schüler künftig nicht mehr die Wahlmöglichkeit zwischen Englisch und Deutsch als erster Fremdsprache haben.
Das jedenfalls sehen Pläne des neuen Bildungsministers Josef Dobe¹ (Foto) vor, wie die in Prag erscheinende Tageszeitung Lidové noviny heute berichtet. Demnach soll bereits in zwei Jahren für alle Schüler ab der dritten Klasse Englisch zur ersten Pflichtfremdsprache werden.
Andere Fremdsprachen, wie zum Beispiel Deutsch, sollen dagegen erst in einer höheren Klassenstufe als Wahlfach angeboten werden, berichtet die Zeitung. Hintergrund für die Pläne ist die Tatsache, dass schon heute Englisch an 96 % der Schulen als erste Fremdsprache unterrichtet werde und es aus Sicht des Bildungsministeriums sinnvoller sei, dass die tschechischen Schüler "Englisch als Weltsprache Nr.1" sehr gut beherrschten, wie Kateøina Böhmová, die Sprecherin des Bildungsministers ausführt.
Allerdings stößt die geplante Abschaffung des Deutschangebots bei Schulen und Eltern im deutsch-tschechischen Grenzgebiet auf Kritik. Insbesondere die Bezirke Pilsen, Karlsbad, Südböhmen und zum Teil auch Ústí nad Labem gehören zu den Bezirken, in denen viele Schüler bisher Deutsch als erste Fremdsprache wählen. (nk)
Tschechien Online, 17.8.2010. Foto: Msmt.cz