Viel Konkurrenz für Karlsbad und Co.
Prag - Mit seinen Heilquellen und traditionsreichen Kurorten war Böhmen ein
Wellness-Paradies, lange bevor es diesen Begriff überhaupt gab. Nun erlebt die Branche einen Boom, der die Wohlfühl-Oasen überall im Lande sprießen lässt, nicht nur im westböhmischen Bäderdreieck.
Ein Paradebeispiel dafür ist das Riesengebirge, das vom klassischen Wintersportgebiet immer mehr auch zu einem Zentrum des modernen Wellnesstourismus wird.
Wellness-Welle lässt Wohlfühl-Oasen wachsen

In Spindlerùv Mlýn und Harrachov gibt es bereits eine
Reihe Hotels, die ganzjährig individuell angepasste Wellness-Programme anbieten. Dabei liegt es ganz am Gast, ob er das Sich-Verwöhnen-Lassen zur urlaubsfüllenden Hauptsache macht oder aber als wohltuende Ergänzung zum Aktivprogramm wählt.
Kombinationsmöglichkeiten gibt es in der Region auch in den schneefreien Jahreszeiten genug.
Wen die Wanderlust packt, kann beispielsweise die rund 20 Kilometer lange Elbe-Tour unternehmen, den Oberlauf des Flusses entlang, am Wasserfall vorbei bis hin zur Quelle. Per Sessellift kommt man dann zurück nach "Spindel", wo Massage und Entspannungsbad den Körper verwöhnen. Dass man nach so einem Ausflug sämtliche Muskeln spürt, ist so sicher wie die Tatsache, dass die Schneekoppe der höchste Berg Tschechiens ist.
Um wieder fit zu werden für die nächste Klettertour, einen Abstecher in den Nationalpark oder ein paar Runden auf der Sommerrodelbahn, ist nichts einfacher oder angenehmer, als den Abend im Wellness-Center zu verbringen. Zur Auswahl stehen klassische europäische und asiatische Arten von Massage, außerdem Whirlpool, Sauna und vieles mehr.
In Sachen Wellness haben die Hoteliers im Riesengebirge in den vergangenen Jahren fleißig investiert. Dabei wurde nicht nur das Angebot an Anlagen und Geräten erweitert, sondern auch Wert auf zeitgemäß geschultes Personal gelegt, so dass die Gäste sich in besten Händen fühlen können.
Böhmisches Bäderdreieck bleibt Spitzen-Destination

Ungeachtet dieser neuen Wellness-Zentren bleiben die beliebtesten Kur- und Entspannungsziele Tschechiens Karlsbad,
Marienbad und Franzensbad, die das so genannte böhmische Bäderdreieck bilden.
Ebenfalls weltberühmt ist Luhaèovice in Mähren, wo traditionell Verdauungs- und Ernährungskrankheiten sowie Erkrankungen von Harnwegen, Muskeln und Bewegungsapparat behandelt werden.
Wellness und Entspannung sollten hauptsächlich als Vorsichtsmaßnahmen gegen die Entstehung von Zivilisationskrankheiten dienen und mit Stress verbundene Beschwerden lindern helfen.
Im tschechischen Kur- und Bäderwesen nehmen
Aufenthalte zu diesem Zweck mittlerweile fast ein Viertel der gesamten Besuche ein. Vor allem als Kurzreisen, etwa an verlängerten Wochenenden, erfreuen sich Wellness-Trips wachsender Beliebtheit. Bei Preisen ab etwa 2500 Kronen (rund 100 Euro) pro Drei-Tage-Aufenthalt dürfte der Trend sich weiter fortsetzen.
Tschechien Online, 3.10.2010