Viertägiger Staatsbesuch mit umfangreicher Wirtschaftsdelegation
Prag - Der tschechische Staatspräsident Václav Klaus (Foto) ist am Vormittag zu einem viertägigen Staatsbesuch in die Türkei gereist. Zu Beginn seiner Reise werde er seinen Amtskollegen Abdullah Gül sowie Parlamentspräsident Cemil Çiçek treffen, teilte die Präsidentenkanzlei in Prag mit.
Auf dem Programm steht neben den bilateralen Beziehungen vor allem der Ausbau der Wirtschaftskontakte zwischen den beiden Ländern.
Dies verdeutlicht der Umstand, dass Klaus bei seinem Besuch von einer 60-köpfigen Delegation tschechischer Unternehmer und Wirtschaftsvertreter begleitet wird. Die einheimische Wirtschaft erhofft unter anderem neue Aufträge und Kooperationen in den Bereichen Energie, Umwelttechnik, Verkehr und Rohstoffgewinnung.
Die türkische Wirtschaft verzeichnete in den Jahren vor der Wirtschaftskrise 2008/2009 Türkei ein Wachstum im zweitstelligen Bereich. Für Tschechien ist das Land an der Schwelle zwischen Europa und Asien traditionell ein wichtiger Markt und steht zurzeit an Platz 20 der wichtigsten Handelspartner.
Angesichts der angespannten Beziehungen zwischen Ankara und Paris, unter anderem wegen dem türkischen EU-Beitritt und dem in Frankreich erlassenen Gesetz zur Leugnung des Genozids an den Armeniern, könnten sich für Tschechien neue Exportchancen eröffnen. Tschechiens Präsident Václav Klaus zählt zu den Befürwortern des EU-Beitritts Ankaras und gleichzeitig zu den Gegnern einer weiteren europäischen Integration.
Klaus wird in Ankara ein tschechisch-türkisches Wirtschaftsforum eröffnen und ein neues Honorarkonsulat in der Stadt Mersin im Süden des Landes einweihen. Geplant ist außerdem ein Vortrag vor Studenten und Akademikern an der Universität Adana. (gp)
Tschechien Online, 14.1.2012. Foto: Tschechische Präsidentenkanzlei