Hälfte der kontrollierten Tankstellen nicht normgerecht, Anteil illegaler Zusatzstoffe bis zu 30 Prozent
Prag - Nach einer groß angelegten Polizeiaktion mit dem Decknamen "Cisterna" wurden 16 Personen beschuldigt, sich am Betrug gegenüber Staat und Autofahrern beteiligt zu haben, indem sie Dieselkraftstoff und Benzin panschten.
In den Betrug sind eher kleine Tankstellen verwickelt, wie die Tageszeitung Lidové noviny (Prag) berichtet.
Die organisierte Gruppe von Benzinpanschern verursachte dem Staat einen Schaden durch Steuerausfälle in Höhe von 250 Millionen Kronen, wie ein Sprecher der Finanzpolizei heute gegenüber Journalisten sagte, wobei der tatsächlich entstandene Schaden nach Abschluss der Ermittlungen vermutlich noch höher beziffert werden müsse.
Im Rahmen der Polizeiaktion "Cisterna" wurden insgesamt 18 Personen festgenommen, 16 von ihnen wurden beschuldigt, sich an Steuerhinterziehung und der Bildung einer verbrecherischen Vereinigung beteiligt zu haben. Den Beschuldigten drohen im Falle einer gerichtlichen Verurteilung bis zu zwölf Jahre Haft. Die Gruppe war seit 2002 in Tschechien tätig.
Bei den Beschuldigten handelt es sich um tschechische Staatsbürger, die bei mehreren Firmen arbeiteten. Sie hatten in Benzin und Diesel unversteuerte Kraftstoffe, Maschinen- oder Lageröle untergemischt. Deren Anteil betrug zwischen 5 und 30 Prozent der kontrollierten Kraftstoffe. Im Rahmen der Kontrollaktionen, die von Polizisten und Zöllnern durchgeführt wurden, waren seit September 2004 insgesamt 50 Tankstellen kontrolliert worden, 24 davon entsprachen nicht den Normen, 14 waren gar an die organisierte Gruppe der Sprit-Panscher angebunden und wurden geschlossen.
Tschechien Online, 6.4.2006