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Rubrik: Panorama, Gesellschaft | 5. Oktober 2016, 12:46 Uhr

Prag - Seit Beginn der 1990er Jahre besteht in Prag die Deutschsprachige Katholische Gemeinde. Ihre Mitglieder sind Familien aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die aus beruflichen Gründen in der tschechischen Hauptstadt leben, ferner tschechische Staatsbürger mit deutscher Muttersprache sowie Angehörige binationaler Familien. Die Gemeinde hat ihren Sitz an der Kirche Sankt Johannes Nepomuk am Felsen in der Prager Neustadt. Die Sonntagsgottesdienste in dieser Kirche werden auch gerne von Touristen oder Gruppen aus den deutschsprachigen Ländern besucht. Vielen Besuchern fällt dabei der relativ niedrige Altersdurchschnitt der Gottesdienstteilnehmer auf. Zurückzuführen ist dies darauf, dass Familienfreundlichkeit einen Schwerpunkt der Gemeindearbeit bildet.

Mit 1. Oktober 2016 erhob das Erzbistum Prag die Deutschsprachige Katholische Gemeinde Prag zu einer Personalpfarrei. Der bisherige Gemeindeseelsorger P. Martin Leitgöb, ein aus Österreich stammender Redemptorist, wurde mit gleichem Datum zum Pfarradministrator ernannt. Neben der Polnischen und der Slowakischen Pfarrei ist die Deutschsprachige Gemeinde nunmehr die dritte fremdsprachige Personalpfarrei in der Erzdiözese Prag. Die Erhebung zur Pfarrgemeinde war dem Prager Erzbischof Dominik Kardinal Duka ein persönliches Anliegen. Er begründete den Schritt einerseits mit der Stabilität der Gemeinde seit einem Vierteljahrhundert und mit ihrem zahlenmäßigen Wachstum, andererseits aber auch mit der jahrhundertealten Tradition deutschsprachiger Kultur in der tschechischen Metropole.

Beim Erntedankgottesdienst am 2. Oktober wurde die Pfarrerhebung von der Gemeinde und vielen Gästen festlich gefeiert. Am Gottesdienst nahmen auch Mitglieder der „Landesversammlung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien“ teil. Diese ist das öffentliche Vertretungsorgan der deutschen Sprachminderheit in der Republik Tschechien. Die große Feier zur Pfarrerhebung wird aber erst am 2. Adventssonntag, dem 4. Dezember 2016, stattfinden. Für den Gottesdienst an diesem Tag um 11:00 Uhr in Sankt Johannes Nepomuk am Felsen haben bereits Erzbischof Duka sowie der deutsche und der österreichische Botschafter ihr Kommen zugesagt.

Rubrik: Kultur, Theater, Oper, Tanz | 3. Oktober 2016, 14:51 Uhr
Das Prager Theaterfestival deutscher Sprache gibt das Programm seines 21. Jahrgangs bekannt

Das anerkannte Prager Theaterfestival deutscher Sprache, das jährlich die eindrucksvollsten Theaterproduktionen aus der gesamten deutschsprachigen Region präsentiert, stellt sein reichhaltiges Kulturprogramm vor. Der diesjährige, 21. Jahrgang, findet vom 19. November bis 5. Dezember 2016 in mehreren Prager Theatern statt. Die künstlerische Leitung des Festivals, vertreten vor allem durch Petr Štědroň, dem gegenwärtigen Direktor des Divadlo Na zábradlí, und Festivaldirektorin Jitka Jílková, bringt in diesem Jahr zehn Inszenierungen nach Prag. „Die absolute Mehrheit der Vorstellungen, die wir für das 21. Festival ausgewählt haben, beinhalten erstranging, oder zumindest zweitrangig, starke politische Aussagen“, betont Festivaldirektorin Jitka Jílková.

Das Programm des 21. Jahrgangs des Prager Theaterfestivals deutscher Sprache wird am 19. November 2016 im Prager Divadlo na Vinohradech/Theater in den Weinbergen mit William Shakespeares HAMLET in der Regie von Thomas Ostermeier der Berliner Schaubühne am Lehniner Platz eröffnet. "Im diesjährigen Shakespeare Jahr, 400 Jahre nach dem Tod des großen Dramatikers, wollen natürlich auch wir eine Spur von Shakespeare in Programm haben. Thomas Ostermeiers HAMLET aus Berlin ist eine prächtige, starke und bildhafte Inszenierung, nach der wir uns lange Jahre gesehnt hatten, bis wir sie nun endlich nach Prag bringen können", erklärt Chefdramaturg Petr Štědroň. In der Titelrolle ist der bekannte Schauspieler Lars Eidinger zu sehen. Die fast 20 Figuren des Stücks werden in Ostermeiers Inszenierung von nur sechs Schauspielern gespielt, die ständig die Rollen wechseln.

Im Rahmen des Festivals werden dem tschechischen Publikum auch drei Inszenierungen präsentiert, die zum Theatertreffen 2016 eingeladen waren. Die ersten zwei sind Stücke des Dokumentartheaters, Stolpersteine Staatstheater, die die Schicksale jüdischer Theatermacher im 2. Weltkrieg zum Thema haben, und das work in progress The Situation der Israelischen Regisseurin Yael Ronen, in dem die Geschichten von Migranten aus Palästina, Israel und Afghanistan erzählt werden.

Der schweizerische Beitrag zum diesjährigen Festival ist die Inszenierung Hans Schleif in der Regie von Julian Klein. Hans Schleif ist der Name des Großvaters und SS Mitglieds, von dem Enkel Matthias Neukirch, Schauspieler am Schauspielhaus Zürich, erzählt. Durch den Versuch, Vergangenheit und Gegenwart zu verknüpfen, entstand eine sehr persönliche Arbeit, die die Geschichte unmittelbar greifbar macht und für den Friedrich-Luft-Preis nominiert wurde.

Das Trauerspiel Der Auftrag des Staatsschauspiels Hannover stellt die Frage, wohin Revolutionen führen und präsentiert außer atemberaubenden Bildern auch die bekannte deutsche Theater- und Filmschauspielerin Corinna Harfouch. "Theater als Séance!"

Die österreichische Inszenierung F. Zawrel – Erbbiologisch und sozial minderwertig ist ein rührendes Puppentheater über die von Naziärzten durchgeführten Experimente an Kindern, verarbeitet vom talentierten Puppenspieler Nikolaus Habjan und dem Regisseur Simon Meusberger. Die Inszenierung erhielt den Nestroypreis in der Kategorie Beste Off-Produktion.

Das Stück Und dann kam Mirna handelt vom Generationskonflikt zwischen den heute Dreißigjährigen und ihren Kindern. Es wurde mit dem Friedrich Luft Preis und dem Publikumspreis der Mühlheimer Theatertage ausgezeichnet.

Im Rahmen des 21. Festivals Sprache wird das neue Theaterstück der tschechischen Schriftstellerin Petra Hůlová Zelle Nummer vorgestellt, frei inspiriert vom luxemburgischen Schriftsteller Roger Manderschein. Das Projekt ist eine Koproduktion der Luxemburgischen Botschaft in Prag, des Studio Hrdinů und des Prager Theaterfestivals.

Interessant wird auch der diesjährige heimische Beitrag – der Josef Balvín Preis für die beste Inszenierung eines deutschsprachigen Textes ging diesmal an das Ensemble Lachende Bestien für ihre Bearbeitung von Werner Schwabs Pornogeografie.

Die letzte Vorstellung des diesjährigen, 21. Festivals theater.cz, die ebenfalls zum Theatertreffen eingeladen war und am 5. Dezember gespielt wird, ist die Dramatisierung des bekannten Romans Theodor Fontanes Effi Briest. "Die Inszenierung Effi Briest – allerdings mit anderem Text und auch anderer Melodie in der Regie von Clemens Sienknecht und Barbara Bürk aus dem Deutschen Schauspielhaus Hamburg ist sehr musikalisch, mit Live-Musikern auf der Bühne und tollen Schauspielern. Vor allem ist es aber völlig unerwartet eine richtige Komödie, die mit mehreren Ebenen und Motiven der Weltliteratur spielt", sagt Festivaldirektorin Jitka Jílková.

Hauptprogramm des 21. Theaterfestivals

  •  19. 11., Divadlo na Vinohradech, HAMLET – Regie Thomas Ostermeier (Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin)
  •  20. und 21. 11., Divadlo Archa, STOLPERSTEINE STAATSTHEATER – Regie Hans-Werner Kroesinger (Staatstheater Karlsruhe)
  •  21. und 22. 11., Divadlo ABC, THE SITUATION – Regie Yael Ronen (Maxim-Gorki-Theater, Berlin)
  •  24. und 25. 11., Venuše ve Švehlovce, PORNOGEOGRAPHIE – Regie Michal Hába (Lachende Bestien, Praha)
  •  26. und 27. 11., Studiobühne des Divadlo na Vinohradech, HANS SCHLEIF – Regie Julian Klein (Schauspielhaus Zürich)
  •  27. 11., Divadlo na Vinohradech, DER AUFTRAG – Regie Tom Kühnel und Jürgen Kuttner (Staatsschauspiel Hannover)
  •  29. und 30. 11., Divadlo Rokoko, F. ZAWREL – ERBBIOLOGISCH UND SOZIAL MINDERWERTIG – Regie Simon Meusberger
  •  1. und 2. 12., Studio Hrdinů – ZELLE NUMMER – Regie Jan Horák und Michal Pěchouček
  •  3. und 4. 12., Divadlo pod Palmovkou, UND DANN KAM MIRNA – Regie Sebastian Nübling (Maxim Gorki Theater Berlin)
  •  5. 12., Nová scéna Národního divadla Praha, EFFI BRIEST – ALLERDINGS MIT ANDEREM TEXT UND AUCH ANDERER MELODIE – Regie Clemens Sienknecht und Barbara Bürk (Deutsches Schauspielhaus Hamburg)

 

Das Prager Theaterfestival deutscher Sprache

Das jährliche Festival theater.cz ist eine anerkannte internationale Veranstaltung für die Präsentation von Theaterinszenierungen und -projekten aus allen deutschsprachigen Ländern, also Deutschland, Österreich, der Schweiz, Luxemburg und Liechtenstein. Es kooperiert mit den bekanntesten Ensembles und Theatermachern und legt Wert auf höchstes künstlerisches Niveau. Jedes Jahr verleiht das Festival den Josef Balvín Preis (benannt zu Ehren des langjährigen Dramaturgen des Festivals) an die beste tschechische Inszenierung eines in deutscher Sprache geschriebenen Textes. Die siegreiche Aufführung wird ins Festivalprogramm aufgenommen.

Heuer findet das Festival bereits zum 21. mal statt. Es wurde 1996 vom Schriftsteller und Dramatiker Pavel Kohout, ursprünglich als Deutsches Theater in Prag, gegründet. Seit 1997 ist Jitka Jílková Festivaldirektorin, die für ihre Tätigkeit mit deutschen und österreichischen Staatsauszeichnungen bedacht wurde.

Das Festival theater.cz ist vor allem auf das tschechische Publikum ausgerichtet und weist hohe Besucherzahlen aus. Alle Vorstellungen werden mithilfe von Untertiteln oder simultan in Kopfhörer übersetzt, deshalb sind die Vorstellungen auch für jene Zuschauer zugänglich, die nicht deutsch sprechen (tschechische Produktionen werden wiederum ins Deutsche übersetzt).

Bildnachweis:
Theater.cz / Schaubuehne.de / © Arno Declair
prag aktuellprag aktuell | Rubrik: Politik | 2. Oktober 2016, 16:54 Uhr
Außenminister Zaorálek: Aussagen von Miloš Zeman sind nicht die offizielle Linie der Tschechischen Republik

London/Prag - Der tschechische Staatspräsident Miloš Zeman (Foto) hat sich dafür ausgesprochen, sämtliche Wirtschaftsmigranten, die kein Recht auf Asyl in der EU haben, auf unbewohnte griechische Inseln oder nach Nordafrika zu deportieren.

Wie die tschechische Nachrichtenagentur ČTK berichtet, machte Zeman entsprechende Äußerungen in einem Interview mit der in London erscheinenden Financial Times.

Das Gespräch fand auf der griechischen Insel Rhodos statt, wo Zeman an der Konferenz "Dialog der Zivilisationen" teilnahm, die von dem russischen Unternehmer Wladimir Jakunin veranstaltet wird. Der frühere Chef der staatlichen Eisenbahngesellschaft gilt als enger Vertrauter von Wladimir Putin und steht seit März 2014 auf der Sanktionsliste der US-Regierung.

Zeman sagte dem Bericht nach, als Gegenleistung für die Einrichtung von "Hotspots" auf unbewohnten Inseln könnte Griechenland ein Teil seiner Auslandsschulden erlassen werden.

"Hotspots" als Tilgung der griechischen Auslandsschulden

Wie der Online-Dienst Novinky.cz schreibt, der sich ebenfalls auf die Financial Times beruft, verglich Zeman die nach Europa kommenden muslimischen Migranten mit einem Trojanischen Pferd. Es gebe "eine feste Verbindung" zwischen dem Zustrom an Migranten und der "Welle Dschihadisten". Die Extremisten unter den Flüchtlingen könnten die gemäßigten Muslime ähnlich radikalisieren, wie es im Falle der Nazis und der Deutschen in den 30er Jahren geschehen sei.    

"Ich bin für die Deportation aller ökonomischer Migranten. Selbstverständlich nehme ich zur Kenntnis, dass in Syrien, im Irak und weiteren Ländern ein grausamer Bürgerkrieg stattfindet. Aber über diese Menschen sprechen wir dabei nicht, wir sprechen von den Wirtschaftsmigranten", zitiert Novinky.cz den tschechischen Staatspräsidenten.

Zeman ergänzte, da die Kriegsflüchtlinge weniger als ein Drittel der etwa eine Million Flüchtlinge stellten, die im vergangenen Jahr in die EU gelangt seien, bedeute das, dass einige hunderttausend Wirtschaftsmigranten ausgewiesen werden müssten. "Wenn sie kommen konnten, können sie auch wieder gehen", so Zeman lapidar.

Zeman: "Ich bin nur gegen muslimische Flüchtlinge"

Er wiederholte dabei seine Überzeugung, dass die Kultur der muslimischen Flüchtlinge grundsätzlich unvereinbar mit der europäischen Gesellschaft sei. "Ich bin nicht gegen die Flüchtlinge, die in mein Land aus der Ukraine, Vietnam, Russland, Weißrussland, Serbien und so weiter gekommen sind. Ich bin nur gegen die islamischen Migranten, weil ich glaube, dass unsere Kulturen völlig inkompatibel sind. Als Beispiel nenne ich die Haltung der islamischen Flüchtlinge gegenüber Frauen. Das ist absolut andersartig als die europäische Kultur", zitiert die Online-Ausgabe der in Prag erscheinenden Tageszeitung Mladá fronta Dnes Zeman.

Der tschechische Außenminister Lubomír Zaorálek (ČSSD) reagierte inzwischen auf die Äußerungen des tschechischen Staatsoberhaupts. In einer politischen Diskussionssendung des öffentlich-rechtlichen Tschechischen Fernsehens sagte Zaorálek am Sonntag, die Meinung Miloš Zemans sei nicht der offizielle Standpunkt der Tschechischen Republik. (nk)

Bildnachweis:
Hrad.cz - Miloš Zeman während seines Staatsbesuchs in Armenien im Juni 2016
Themen: Flüchtlinge, Asylpolitik, Miloš Zeman, Lubomír Zaorálek, Islam
prag aktuellprag aktuell | Rubrik: Panorama | 23. September 2016, 22:13 Uhr
Außenamt geht derzeit nicht von fremdenfeindlichem Motiv aus: Tat einer Straßengang

London/Prag - Eine Gruppe Jugendlicher hat in London in der Nacht von Donnerstag auf Freitag einen in der britischen Hauptstadt lebenden tschechischen Geschäftsmann zu Tode geprügelt. Das berichtet heute die britische Boulevardzeitung Daily Mirror.

Bei dem Opfer soll es sich um Zdeněk M., einen im Management der in London ansässigen Event- und Catering-Firma Harbour&Jones tätigen 31-jährigen Tschechen handeln (Foto).

Dem Bericht nach war der Mann auf dem Weg nach Hause, nachdem er zuvor den Abend mit Kollegen in einem Pub verbracht hatte, als er in einem Schnellimbiss im Osten Londons mit einer Gruppe Jugendlicher in Konflikt geriet.

Wie der Daily Mirror schreibt, berichteten Zeugen, nach einem kurzen verbalen Streit hätten die Angreifer mit der Kette eines schweren Fahrradschlosses vor dem Schnellimbiss in der East India Dock Road auf den Mann eingeprügelt. Zwei junge Männer, schätzungsweise Teenager oder Anfang 20 mit weißer Hautfarbe, seien anschließend auf BMX-Fahrrädern geflüchtet.

Der junge Tscheche erlag noch vor Ort seinen schweren Kopfverletzungen. Die bislang unbekannten Täter sind nach wie vor flüchtig, die Polizei sucht nach vier Tätern.

Wie die tschechische Nachrichtenagentur ČTK berichtet, gehen sowohl die britische Polizei als auch das tschechische Außenministerium bislang nicht von einer fremdenfeindlich motivierten Straftat aus. Vermutlich handele es sich bei den Tätern um eine Straßengang krimineller Jugendlicher.

"Wir bringen diese Tat nicht mit den politisch motivierten Angriffen auf Zuwanderer in Verbindung, über die im Zusammenhang mit der veränderten Atmosphäre nach dem Brexit-Votum in Großbritannien gesprochen wird", zitiert ČTK die Sprecherin des tschechischen Außenministeriums, Irena Valentová.

Nach offiziellen Angaben aus dem Jahr 2014 leben in Großbritannien etwa 790.000 Polen, die nach den Indern somit die zweitgrößte Gruppe an Immigranten im Vereinigten Königreich stellen. Nach Angaben tschechischer Behörden arbeiteten im vergangenen Jahr 37.000 Tschechen auf der britischen Insel. (nk)

Bildnachweis:
Mirror.co.uk - Screenshot
Themen: Fremdenfeindlichkeit, Brexit
Tschechien OnlineTschechien Online | Rubrik: Panorama | 18. September 2016, 21:34 Uhr
Aufruf der Wasserwerke, das Leitungswasser abzukochen, wurde zurückgezogen

Brno/Prag - Das Leitungswasser aus den Wasserhähnen in Brünn kann wieder ohne Bedenken getrunken werden.

Am Samstag hat das Brünner Wasserversorgungsunternehmen Brněnské vodárny a kanalizace nach Konsultation mit der Regionalen Hygienestation der Region Südmähren den Aufruf an die Verbraucher zurückgenommen, das Wasser vor dem Trinken abzukochen.

Labortests hätten ergeben, dass das Wasser wieder in Ordnung sei, sagte der Brünner Oberbürgermeister Petr Vokřál (ANO) gestern auf einer Pressekonferenz.

Grund für die am Donnerstag herausgegebene Warnung war, dass in den regelmäßig entnommenen Wasserproben das Vorhandensein von coliformen Bakterien nachgewiesen worden war, die Unwohlsein und Durchfallerkrankungen verursachen könnten.

Als Gegenmaßnahme hätten die Wasserwerke die Chlorbeigabe erhöht, sowie die öffentlichen Wasserleitungen stärker durchgespült, teilte das Unternehmen Brněnské vodárny a kanalizace mit, was den gewünschten Effekt erreicht habe.

Die genaue Ursache für die Verunreinigung ist bislang nicht bekannt. (nk)

Themen: Trinkwasserversorgung, Brünn
Tschechien OnlineTschechien Online | Rubrik: Reise, Gesundheit | 16. September 2016, 00:00 Uhr
Leitungswasser enthält coliforme Bakterien - Wasser nur abgekocht trinken

Brno/Prag - Die Brünner Wasserwerke, die für die Trinkwasserversorgung in der südmährischen Messestadt verantwortlich sind, haben heute die Bevölkerung davor gewarnt, Leitungswasser unabgekocht zu trinken. Die heute herausgegebene Warnung gilt bis auf Widerruf.

Grund für die Warnung ist, dass in den regelmäßig entnommenen Wasserproben das Vorhandensein von coliformen Bakterien nachgewiesen wurde, die Unwohlsein und Durchfallerkrankungen verursachen könnten.

Wenngleich diese Bakterien nur in geringer Menge festgestellt und noch keine konkreten Krankheitfälle festgestellt worden seien, sei vorbeugend eine Aufforderung zum Abkochen des Brünner Leitungswassers herausgegeben worden, das normalerweise Trinkwasserqualität besitzt.

Medienberichten nach sind von der Warnung etwa 410.000 Einwohner in Brünn und Umgebung betroffen. Es handele sich damit um eine der größten Probleme in der Trinkwasserversorgung, die in der Region Südmähren in den vergangenen Jahren aufgetreten sei, schreibt die Online-Ausgabe der in Prag erscheinenden Tageszeitung Mladá fronta Dnes.

Die Wasserwerke führen die bakterielle Verunreinigung auf die ungewöhnlich hohen Außentemperaturen der vergangenen Tage zurück, die damit zusammenhänge könne, das das Trinkasser auch aus Stauseen aus der Region gewonnen werde. Von einer Havarie, ähnlich wie in Prag im Mai 2015, bei der damals große Mengen Fäkalien in das Trinkwassersystem gelangt waren, gehen die Brünner Wasserversorger derzeit nicht aus.

Als Gegenmaßnahmen wurden die Dosen an Desinfektionsmitteln mit Chlor erhöht, sowie die öffentlichen Wasserleitungen stärker durchgespült, teilte das Unternehmen heute mit.

Wer in Brünn dieser Tage Restaurants besucht, sollte auf Eiswürfel in seinen Getränken sicherheitshalber verzichten, raten tschechische Gesundheitsexperten. (nk)

Themen: Trinkwasserversorgung, Brünn
14. September 2016, 18:11 Uhr
Deutschland ist Partnerland bei den NATO-Tagen Ostrava, 17.-18.9.2016

Seit 15 Jahren präsentieren sich auf dem Gelände des Flughafens Ostrava Sicherheitskräfte sowie Zivil- und Katastrophenschutzkräfte. Unter den 20 Partnerländern vor allem aus NATO-Staaten ist Deutschland in diesem Jahr Special Partner Nation und wird unter dem Motto „Unsere Sicherheit ist keine Selbstverständlichkeit“ neben Bundeswehr und Polizei auch mit dem Zoll, dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) und dem Technischen Hilfswerk (THW) vertreten sein.

Entsprechend dem Konzept einer „vernetzten Sicherheit“ präsentiert Deutschland damit ein breites Spektrum an sicherheitsrelevanten Institutionen und Kapazitäten. Sie spiegeln auch Deutschlands weltweites Engagement bei Krisenprävention, Konfliktmanagement und Friedenskonsolidierung wieder.

Auf über 30 Hektar Ausstellungsfläche besteht die Möglichkeit, den „Eurofighter“ und den Kampfhubschrauber „Tiger“ im Flug sowie den Kampfpanzer Leopard II in der Bewegung zu bewundern. Weitere Einsatzfahrzeuge und Waffensysteme stehen Seite an Seite mit Wasserwerfern und Polizeibooten, Wasseraufbereitungsanlagen des THW und humanitären Einsatzfahrzeugen des DRK. Die etwa 200.000 Besucher erwartet zudem die Präsentation des neuen Transportflugzeugs A400 M.

Der Verteidigungsminister der Tschechischen Republik, Martin Stropnický, wird die Veranstaltung am ersten Ausstellungstag feierlich eröffnen. Von deutscher Seite haben der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, Markus Grübel, sowie der deutsche Botschafter in Prag, Arndt Freiherr Freytag von Loringhoven, ihre Teilnahme zugesagt.

Das Programm der NATO-Tage Ostrava ist unter www.natodays.cz abrufbar.

Interessierte Journalisten können sich direkt beim Veranstalter informieren und akkreditieren.

Kontakt:
Barbora Urbišová
E-mail: urbisova@crestmorava.cz
Tel.: +420 603 824 189

prag aktuellprag aktuell | Rubrik: Panorama | 13. September 2016, 00:24 Uhr
Grüne Oase und Anwohnertreffpunkt in Prag könnte aufgeblasener Sporthalle weichen - Kleinstgärtner starten Petition

Prag - Das von Bürgern und Bewohnern des Prager Stadtteils Vinohrady initiierte Projekt Zahrada Smetanka steht nach drei Jahren möglicherweise vor dem Aus. Das berichtet heute die in Prag erscheinende Tageszeitung Mladá fronta Dnes.  

Die mit fruchtbarer Erde gefüllten Blumenkübel auf einem großen Innenhof dienen vor allem Familien mit Kindern als urbaner Anbauort für gesunde Nahrung: aus persönlich kontrolliertem Anbau in der Betonwüste des Prager Jugendstil- und Gründerzeitviertels Vinohrady.
 
Doch wo heute noch Kartoffeln, Dill, Spinat und anderes Grünzeug gehegt, gepflegt und gegossen werden und sich das Kleingemüse dann beim Grillen von "špekáčky" am Lagerfeuer trifft, könnte bald schon die tendentiell übergewichtige Jugend im Winter beim Schulsport gedrillt werden.

Denn der Vertrag mit dem zweiten Prager Stadtbezirk, der den Fortbestand des öffentlichen Gemeinschaftsgartens sichert, läuft im Februar 2017 aus. Dem Bericht nach hat eine anliegende Schule Interesse an der Parzelle angemeldet: Die Schulleitung der ZŠ Na Smetance würde auf dem Grundstück gerne eine aufblasbare Sporthalle errichten.

Hat das zarte Grün in Vinohrady eine Zukunft?

"Wir haben Verständnis dafür, dass die Schule ihre Räumlichkeiten erweitern will, wo die Schüler Sport treiben können. Doch wir glauben fest daran, dass die Führung von Prag 2 eine Lösung findet, die dieses Bedürfnis befriedigt und bei der gleichzeitig der eingeführte und sehr beliebte Garten erhalten bleibt", zitiert Mladá fronta Dnes die Vorsitzende der Bürgervereinigung Zelená zahrada, Pavlína Kalousová.

Doch die Pläne im lokalen Rathaus sehen offenbar anders aus. Im kommenden Jahr, so der Bericht der Zeitung, rechne man in der Bürgervertretung mit der Errichtung einer Mehrzwecksporthalle auf dem bislang von der Bürgervereinigung genutzten Grundstück. Als Ersatz könne nach Plänen der Bürgermeisterin Jana Černochová (ODS) den Kleingärtnern für ihre Aktivitäten ein Areal auf dem Schulgrundstück zugewiesen werden.

Die betroffenen Anwohner und Keingärtner halten von derartigen Versprechungen auf eine Zukunft unter schlumeisterlicher Aufsicht offenbar nicht allzu viel. Inzwischen haben sie eine Petition für den Erhalt ihres Paradiesgartens in den Prager Weinbergen ins Leben gerufen.

Sport ja - aber nicht als Argument zum Plattmachen

Vertreter der Bürgerinitiative verweisen darauf, dass die Schule zwei kleine Turnhallen und einen Außenspielplatz habe und somit ohnehin schon in Sachen Sport bedeutend besser gestellt sei als andere vergleichbare Bildungseinrichtungen in Prag.

Unweit der Schule befänden sich zudem Tennisplätze und vor allem das vernachlässigte Areal der Turnervereinigung Sokol im Rieger-Park mit zwei Sportplätzen, von denen der eine gar als Parkplatz zweckentfremdet sei - diese Brachflächen könnten also für den Sport rekultiviert werden, ohne bestehende "Ackerflächen "zu vernichten.

Möglichkeiten, die Petition zu unterzeichnen, gibt es am Samstag, den 17. September. Dann werden in ganz Prag im Rahmen der Aktion "Zažít město jinak" (Die Stadt anders erleben) allerorten Stadtteil- und Anwohnerfeste gefeiert werden.

Wenn es nach dem Willen der gärtnerisch aktiven Bürgerinitiative geht, ist der Zahrada Smetanka jedenfalls auch im kommenden Jahr zur Erntezeit wieder dabei. Auf dass das gesäte und sprießende Grün nicht von Sportschuhen zertreten werde. (nk)

Bildnachweis:
Zahradasmetanka.cz
Themen: Stadtplanung, Vinohrady, Lokales, Prag
prag aktuellprag aktuell | Rubrik: Reise, Einkaufen | 10. September 2016, 10:55 Uhr
Neues Domizil befindet sich auf einem Gelände in der Straße U Elektry im Stadtteil Vysočany

Prag - Der größte Trödelmarkt der tschechischen Hauptstadt, der jedes Wochenende Tausende Schnäppchenjäger auf das Gelände des ehemaligen Maschinenbaubetriebs ČKD Kolbenova in Prag-Vysočany lockte, ist Ende Mai umgezogen.

Die Trödelhändler haben ihr neues Domizil auf einem brachliegenden Gelände in der Straße U Elektry in Prag-Vysočany gefunden.

Den Grund für den Umzug nannte Roman Cileček der Veranstalter und Gründer des populären "Bleší trh" an der Kolbenova gegnüber der Tageszeitung Metro: "Es ist das passiert, was uns schon seit dem Jahr 2009 drohte, als ein ausländischer Investor das Gelände gekauft hat. Wir haben die Kündigung bekommen."

Notgedrungen versucht der "Trödelkönig" dem unfreiwilligen Umzug auch etwas Gutes abzugewinnen: "Die Wege auf dem neuen Gelände werden nicht mehr staubig und matschig, sondern mit Platten belegt sein. Zwischen den Ständen werden Wege aus Pflastersteinen gelegt, und die Verkaufsstellen werden ebenso wie die Parkplätze asphaltiert sein", kündigte Roman Cileček vor dem Umzug an.

Der Flohmarkt ist an der neuen Adresse U Elektry seit Anfang Juni für die Öffentlichkeit wieder samstags und sonntags von 7.00 bis 13.30 Uhr geöffnet.

Zur besseren Erreichbarkeit hat der Flohmarktbetreiber einen kostenlosen Buspendelverkehr eingerichtet. Der orange-gelbe Gelenkbus mit der Aufschrift "Bleší trhy Praha" verkehrt zwischen der Metrostation Hloubětín (Gelbe Linie B) und dem Tödelmarkt. (nk)

Bildnachweis:
Facebook │Bleší trhy Praha - Flohmarkt U Elektry im Juli 2016
Themen: Flohmarkt Kolbenova, Flohmärkte
Standort:
Bleší trh U elektry
ulice U Elektry
Praha 9 , PR
Tschechische Republik
50° 6' 6.8328" N, 14° 31' 6.7188" E
Hauptstadt Prag (Hlavní město Praha) CZ
prag aktuellprag aktuell | Rubrik: Sport | 31. August 2016, 09:44 Uhr
Siebenfache Olympiasiegerin erlag mit 74 Jahren einem Krebsleiden

Prag - Am Dienstag starb im Alter von 74 Jahren die in legendäre Kunstturnerin und siebenfache Olympiasiegerin Věra Čáslavská, berichtet die tschechische Nachrichtenagentur ČTK.

Über den Čáslavskás Tod informierte demnach zunächst der Historiker Pavel Kosatík auf Facebook, die Nachricht bestätigte inzwischen auch das Tschechische Olympische Komittee. Die erfolgreichste tschechische Olympionikin erlag nach langer schwerer Krankheit einem Krebsleiden.

Čáslavská gewann bei den Olympischen Spielen in Tokio 1964 und in Mexiko 1968 sieben Goldmedaillen. Sie war zudem vierfache Weltmeisterein, elffache Europameisterin und vierfache Sportlerin des Jahres der Tschechoslowakei.

Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings im August 1968 wurde sie wegen ihrer ablehnenden Haltung gegenüber der Invasion der Warschauer-Pakt-Staaten und wegen ihrer Unterschrift unter das Dokument "2000 Worte" aus dem Sportverband ausgeschlossen und betätigte sich fortan als Trainerin.  

Nach der Samtenen Revolution wurde Čáslavská Anfang 1990 nach der Wahl Václav Havels zum Staatspräsidenten der Tschechoslowakei Havels Beraterin für soziale Fragen und Sport und ab Juli 1991 seine Assistentin. Von 1990 bis 1996 war sie die Vorsitzende des Tschechoslowakischen und später des Tschechischen Olympischen Komitees und von 1995 bis 2001 auch Mitglied des IOC.

"Zusammen mit Emil Zátopek ist Věra Čáslavská die größte tschechische Sportlerin, und das nicht nur im Hinblick auf die erreichten sportlichen Erfolge, sondern auch im Hinblick auf ihr Verhältnis zum Sport und ihre menschliche Haltung, durch alles, womit sie sich in die Herzen ihrer Anhänger und die Gedanken ihrer Feinde eingeschrieben hat", heißt es auf den Webseiten des Tschechischen Olympischen Komitees. (nk)

Bildnachweis:
Wikimedia Commons / Autor: Kroon, Ron / Anefo - Věra Čáslavská bei den Europameisterschaften 1967
Themen: Věra Čáslavská
prag aktuellprag aktuell | Rubrik: Reise, Auto-Moto, Transport | 28. August 2016, 14:01 Uhr
Streckenführung ändert sich bei neun Linien, drei Tramlinien kommen neu hinzu

Prag - Am heutigen Sonntag tritt ein neuer Fahrlplan der Prager Verkehrsbetriebe (DPP) in Kraft, der zu etlichen, zum Teil deutlichen dauerhaften Veränderungen im Netz der Prager Straßenbahnen führt.

Statt bislang 21 verkehren künftig 24 Tageslinien in der tschechischen Hauptstadt und neun bestehende Linien ändern ihre Streckenführung. Einige Tageszeitungen bezeichnen die Veränderungen daher gar als "Revolution."  

Das Unternehmen ROPID, das das System des öffentlichen Nahverkehrs in Prag organisiert, verspricht sich von den Änderungen eine Stärkung der Kapazitäten auf den frequentiertesten Strecken. Ein weiterer Vorteil sei die neue direkte Tramverbindung von Stadtteilen, bei denen die Fahrgäste bislang umsteigen mussten.

Über die Änderungen informieren die Prager Verkehrsbetriebe auf ihren Webseiten, zudem werden in den ersten Tagen Mitarbeiter der Prager Verkehrsbetriebe mit Flugblättern und Infoständen ins Terrain geschickt. (nk)  

 

Wichtige Änderungen im Überblick  

  • Linien ohne Änderung der Trasse: 1, 3, 7, 8, 9, 10, 11*, 13**, 16, 17, 22, 26
  • Neu eingeführte Linien: 2, 15, 21
  • Linien mit Änderung der Trasse: 4, 5, 6, 12, 14*, 18, 20, 24, 25

 

Neu eingeführte Linien

Die Linie Nummer 2 wird in der Trasse Sídliště Petřiny – Petřiny – Vojenská nemocnice – Vozovna Střešovice – Hradčanská – Malostranská – Staroměstská – Národní třída – Karlovo náměstí – Palackého náměstí – Dvorce – Nádraží Braník eingeführt.

Die Linie Nummer 15 wird in der Trasse Kotlářka – Anděl – Újezd – Malostranská – Čechův most – Náměstí Republiky – Masarykovo nádraží – Hlavní nádraží – Flora – Olšanské hřbitovy eingeführt.

Die Linie Nummer 21 wird nur in den Spitzenzeiten der Werktage eingeführt, und zwar in der Trasse Kotlářka – Anděl – Palackého náměstí – Dvorce – Nádraží Braník – Nádraží Modřany – Sídliště Modřany/Levského.

 

Linien mit Änderung der Trasse

Die Linie Nummer 4 ist nur in den Spitzenzeiten der Werktage in Betrieb, und zwar in der geänderten Trasse Sídliště Barrandov – Lihovar – Smíchovské nádraží – Anděl – Palackého náměstí – Karlovo náměstí – I. P. Pavlova – Náměstí Míru – Ruská – Čechovo náměstí.

Die Linie Nummer 5 wird neu in der Trasse Sídliště Barrandov – Lihovar – Smíchovské nádraží – Anděl – Jiráskovo náměstí – Myslíkova – Lazarská – Václavské náměstí – Hlavní nádraží – Flora – Želivského – Vozovna Strašnice – Černokostelecká – Depo Hostivař – Ústřední dílny Dopravního podniku geführt.

Die Linie Nummer 6 wird neu in der Trasse Kubánské náměstí – Koh-i-noor – Otakarova – Bruselská – I. P. Pavlova – Karlovo náměstí – Lazarská – Václavské náměstí – Masarykovo nádraží – Náměstí Republiky – Strossmayerovo náměstí – Nádraží Holešovice – Maniny – Palmovka geführt.

Die Linie Nummer 12 wird neu in der Trasse Sídliště Barrandov – Lihovar – Smíchovské nádraží – Anděl – Újezd – Malostranská – Letenské náměstí – Strossmayerovo náměstí – Vltavská – Dělnická – Nádraží Holešovice – Výstaviště Holešovice geführt.

Die Linie Nummer 14* wird neu in der Trasse Spořilov – Michelská – Náměstí Bratří Synků – Albertov – Karlovo náměstí – Lazarská – Václavské náměstí – Masarykovo nádraží – Těšnov – Vltavská – Maniny – Palmovka – Nádraží Vysočany/Vysočanská geführt.

Die Linie Nummer 18 wird neu in der Trasse Nádraží Podbaba – Vítězné náměstí – Hradčanská – Malostranská – Staroměstská – Národní třída – Karlovo náměstí – Albertov – Náměstí Bratří Synků – Pražského povstání – Vozovna Pankrác geführt.

Die Linie Nummer 20 wird neu in der Trasse Divoká Šárka – Nádraží Veleslavín – Bořislavka – Dejvická – Vítězné náměstí – Hradčanská – Malostranská – Újezd – Anděl – Smíchovské nádraží – Lihovar – Sídliště Barrandov geführt.

Die Linie Nummer 24 ist nur an Werktagen von 6.00 Uhr bis 20.00 Uhr in Betrieb, und zwar in der geänderten TrasseKubánské náměstí – Koh-i-noor – Otakarova – Albertov – Karlovo náměstí – Lazarská – Václavské náměstí – Masarykovo nádraží – Florenc – Křižíkova – Invalidovna – Palmovka – Bulovka – Kobylisy / Březiněveská.

Die Linie Nummer 25 wird neu in der Trasse Bílá Hora – Vypich – Malovanka – Hládkov – Hradčanská – Letenské náměstí – Strossmayerovo náměstí – Vltavská – Maniny – Palmovka – Nádraží Libeň – Hloubětín – Lehovec geführt.

 

* Aufgrund von Bauaurbeiten in der Straße Nuselská wird die Linie ab dem 28. August 2016 in der Richtung aus dem Zentrum an der Haltestelle Náměstí Bratří Synků beendet.

** Aufgrund von Bauarbeiten in der Straße Nuselská wird die Linie ab dem 28. August 2016 in der Richtung aus dem Zentrum am Wendeplatz Zvonařka beendet.

Themen: Prager Verkehrsbetriebe (DPP), Straßenbahnen, Lokales, Prag
Rubrik: Wirtschaft | 27. August 2016, 14:42 Uhr

Prag, 26. August 2016 - Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel vereinbarte mit ihrem Amtskollegen Bohuslav Sobotka gestern bei ihrem Besuch in Prag eine Vertiefung der Zusammenarbeit beider Länder im Bereich Industrie 4.0. Im Anschluss an die Gespräche unterzeichneten zudem die Technische Universität Prag (ČVUT) und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Anwesenheit beider Regierungschefs eine Kooperationsvereinbarung.

"Wir sind froh, in Tschechien diesen Stein ins Rollen gebracht zu haben und begrüßen sehr, dass das Thema Industrie 4.0 in beiden Nachbarländern nun Chefsache ist", erklärte Axel Limberg, Präsident der Deutsch-Tschechischen Industrie- und Handelskammer (DTIHK). In der ČVUT soll ein Testumfeld für kleine und mittelständische Unternehmen entstehen.

Die DTIHK hatte schon 2015 im Rahmen ihres Jahresthemas „Industrie 4.0 – rEvolution gestalten“ eine Zusammenarbeit zwischen dem deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem tschechischen Industrie- und Handelsministerium (MPO) vermittelt. Diese Vereinbarung ist die Grundlage für den Ausbau der Zusammenarbeit.

Im Rahmen des Besuchs hatte Premier Sobotka zu einem Abendessen mit Bundeskanzlerin Merkel auch DTIHK-Geschäftsführer Bernard Bauer und Präsident Axel Limberg geladen.

Tschechien OnlineTschechien Online | Rubrik: Reise | 24. August 2016, 11:59 Uhr
Die Prager Burg ist nicht nur eines der imposantesten Burgareale der Welt, sondern blickt auch auf eine jahrelange Entstehungsgeschichte zurück

Prag - Die Prager Burg erstreckt sich mit 570 Metern Länge und 128 Metern Breite über ein so großes Areal, dass sie einigen Besuchern selbst wie eine kleine Stadt erscheint. Kein Wunder, so handelt es sich bei dem sich horizontal ausbreitendem Bauwerk um eine der größten Burgen weltweit. Im 9. Jahrhundert erbaut, war sie seither Wohnstätte für Herzöge, Könige, Kaiser und Staatspräsidenten. Die außergewöhnliche Architektur des Wahrzeichens der Stadt mit dem mittig gelegenen Veitsdom kommt nicht von irgendwoher und ist das Werk mehrerer Jahrzehnte, wenn nicht gar Jahrhunderte. Erstmals Erwähnung fand die Prager Burg im Jahr 885 im Zuge der Gründung der St.-Marien-Kirche durch den Přemyslidenfürsten Bořivoj. Doch erst sein Nachfolger Spytihněv, der von 895 bis 915 regierte, baute die Grundmauern in einer zweiten Phase so weit aus, dass die Prager Burg als Residenz genutzt werden konnte und schließlich das Zentrum der Přemyslidenherrschaft wurde. Die Přemysliden gehen auf ihren Stammhalter Přemysl den Pflüger zurück, der einer Christianslegende nach die Stadt Prag von einer Seuche befreite.

Přemysl der Pflüger war seinem Namen nach zunächst mit dem Pflügen von Feldern beschäftigt und wurde vom Volk auf Anraten einer Wahrsagerin namens Libuše als Herrscher eingesetzt. Sie ist der Legende nach nicht nur die spätere Frau von Přemysl dem Pflüger, sondern auch diejenige, die durch eine hellseherische Eingebung den Böhmen zum Bau der Prager Burg geraten hat. Die Wahr- und Hellseherei war zur frühmittelalterlichen Zeit faktisch gesehen meist massenbezogen und entstammte im Endeffekt oft dem Klerus. Noch heute gibt es professionelle Wahrsager, wie ein Blick auf Questico beweist.

Eine große Umbauphase fand im 11. Jahrhundert statt, als die ehemalige Holz-Erde-Mauer durch Stein ersetzt wurde. Später blieb die Burg zunächst aufgrund eines Streites zwischen König Vratislav II. und seinem Bruder Jaromir und ab 1303 aufgrund eines Großbrandes als Residenz ungenutzt. Nach dem Wiederaufbau im Jahr 1333 unter Karl IV. wurde das Bistum Prag schließlich zum Erzbistum erhoben. Die Prager Burg ist seinerzeit und auch heute vor allem bekannt für die Basilika St. Georg, den Dom St. Veit sowie die Heilig-Kreuz-Kapelle, in der einst der Domschatz aufbewahrt wurde. Seit 973 war sie ein Bischofssitz. Schließlich erlosch das Interesse an der Burg unter Wenzel IV. jedoch wieder, welcher auf seinen eigens erbauten Königshof übersiedelte. Im Zuge der Renaissance und einem Ausbau der Prager Burg zog die Residenz Ende des 15. Jahrhunderts wieder zurück in die Burg.

Der Dreißigjährige Krieg markierte schließlich eine Wende. Der berühmte Zweite Prager Fenstersturz, bei dem die Statthalter des Kaisers Ferdinand II. aus dem Fenster geworfen wurden, fand in einem Flügel der Prager Burg statt. Im darauffolgenden Dreißigjährigen Krieg kämpften böhmische Protestanten gegen Habsburger Katholiken. In den 400 Jahren danach stand das imposante Gebäude schließlich unter der Obhut der Habsburger. (dap)

Themen: Prager Burg (Hradschin)
Tschechien OnlineTschechien Online | Rubrik: Reise | 16. August 2016, 23:52 Uhr
Sicherheitsmaßnahmen sorgen für lange Schlangen vor der Prager Burg

Prag - Das Haupteingangstor vom Burgplatz zur Prager Burg (Foto) ist seit dem heutigen Dienstag geschlossen.

Touristen werden an einen Nebeneingang umgeleitet und finden nur noch nach strenger Personenkontrolle Einlass in das weitläufige Burgareal (Hradschin), schreibt die in Prag erscheinende Tageszeitung Mladá fronta Dnes. Eine mehrere hundert Meter lange Schlange sei die Folge, so das Blatt.

Der Hauptzugang, benannt nach den ihn schmückenden mit Keule und Dolch ringenden Giganten als "Gigantentor", dient demnach nur noch zum Verlassen des Burgareals. 

Hintergrund: Der Hradschin ist nicht nur eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in der tschechischen Hauptstadt und gilt als ein Pflichtprogrammpunkt für einen Prag-Besuch. Die Prager Burg ist auch Amtssitz des tschechischen Staatspräsidenten, Staatsoberhaupt ist derzeit Miloš Zeman. 

Schon in der vergangenen Woche wurden als Reaktion auf die jüngsten islamistischen Terroranschläge in Europa verschärfte Sicherheitsmaßnahmen auf der Burg eingeführt.

Nachdem es Reportern der Mladá fronta Dnes gelungen war, versuchsweise eine Pistole und ein Messer an den Sicherheitskräften vorbeizuschmuggeln, wurden die Kontrollen wie beschrieben nochmals verschärft.  

Warteschlangen bilden sich dem Bericht nach nun auch innerhalb des Burgareals vor dem Zutritt zum Veitsdom. Auch dort wurde der Haupteingang geschlossen. Besucher müssen sich Gepäck- und Leibesvisiten unterziehen. Alle vier Zugänge zum Burgareal werden von Polizisten kontrolliert. (nk)

Themen: Prager Burg (Hradschin), Terrorismus, Prager Sehenswürdigkeiten
Tschechien OnlineTschechien Online | Rubrik: Reise, Gesundheit | 15. August 2016, 22:13 Uhr
Erkrankungen an Lyme-Borreliose im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls stark gestiegen

České Budějovice/Prag - In Südböhmen haben die Hygieneämter in der vergangenen Woche neun neue Fälle von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) verzeichnet, berichtet heute der Online-Dienst Novinky.cz.

Seit Beginn dieses Jahres wurden damit nach Angaben der Regionalen Hygienestation in Budweis in der Region insgesamt 53 Krankheitsfälle erfasst, 31 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Im Vergleich zum Vorjahr sei insbesondere ein deutlicher Anstieg in den Kreisen Strakonice und Český Krumlov zu verzeichnen.

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute, die durch Viren hervorgerufenen wird, die fast ausschließlich von infizierten Zecken (Foto) auf den Menschen übertragen werden.

Im Jahresvergleich stiegen auch die Fälle einer weiteren von Zecken übertragenen Krankheit an, nämlich der Lyme-Borreliose. Derzeit evidieren die Hygieneämter 92 Fälle, im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 74.

Südböhmen gehört im europäischen Vergleich seit Langem zu einem der natürlichen Brennpunkte der von Zecken übertragenen Krankheiten.

Eine aktuelle Vorhersage der Zeckenaktivität in Tschechien gibt jeden Montag und Donnerstag das Tschechische Wetteramt (CHMÚ) in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Gesundheitsinstitut (SZÚ) heraus.

Das Risiko wird dabei in zehn Stufen ausgedrückt. Je nach Stufe werden zudem konkrete Verhaltensregeln empfohlen, wie man sich beim Betreten von Orten schützen sollte, bei denen das Vorkommen von Zecken zu erwarten ist. Derzeit gilt Warnstufe 4, ab Mittwoch dann Warnstufe 3, die ein "mäßiges Risiko" bedeutet. (nk)

Themen: Zecken, FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis), Borreliose, Strakonice, Český Krumlov