Dominik Pecka, Z deníku marnosti (Aus dem Tagebuch der Vergeblichkeit), Brno (Atlantis) 2003, ISBN 80-7108-062-4, 248 S., 231,- CZK
In Gefangenschaft bieten sich unglaubliche Einblicke in die Tiefen menschlichen Seins. Was es da an Niedertracht und Größe zu entdecken gibt, davon legt Dominik Peckas (1895-1981) im Juli wieder aufgelegtes Werk anschauliches Zeugnis ab.
Der katholische Pfarrer und Schriftsteller war als Dissident zu Zeiten kommunistischer Herrschaft wegen ideologisch nicht konformer erzieherische Tätigkeit zweieinhalb Jahre in Prag-Pankrác und Valdice inhaftiert, später im Zuchthaus Mirov. Seine belletristisch bearbeiteten Erfahrungen sind durchdrungen von der Überzeugung, dass seine Haft eine „entscheidende Prüfung der priesterlichen Berufung ist“ (Jaroslav Toèík) und „zeigt mit seinem Tagebuch, das auch ein Tagebuch der Hoffnung ist, dass man gegen das Böse auch mit Humor kämpfen kann.“
Edgar Dutka, U útulku 5, Praha (Prostor) 2003, 228 S., 180 CZK
Entstanden sind die Erzählungen bereits vor vier Jahrzehnten. Bis zur Publikation war jedoch eine lange Reifezeit sowie eine gründliche Überarbeitung unter Mitarbeit des namhaften Lektors Kristián Suda nötig.
Das Ergebnis ist ein Band mit authentischen, eindringlichen und konkreten Erzählungen, in dem. Dutka(* 1941) seine Kindheit im Waisenhaus verarbeitet. Seine rauhe Sprache, in der sich die verschiednen, für das Gebiet um Bøeclav kennzeichnenden sprachlichen Einflüsse niederschlagen, verleihen dem Erstling einen eigenartigen Reiz.
Franti¹ek Xaver Ba¹ík, Vyuèil jsem se u Kafku. Praha a Mladá Boleslav na konci devatenáctého století oèima mladého mu¾e (Ich habe bei Kafka gelernt. Prag und Mladá Boleslav am Ende des 19. Jh. mit den Augen eines jungen Mannes gesehen), Praha (Prostor) 2003, 352 S., 349 CZK
Nicht nur Kenntnis der Familie des später weltberühmten Schriftstellers machen die Memoiren des ehemaligen Handelsvertreters Franti¹ek Xaver Ba¹ík (1878-1963) lesenswert. Auch für andere als Kafkaologen und Kafkawitwen zeichnet der Band ein farbiges Bild der Lebensumstände eines strebsamen, lebenstüchtigen Mannes Ende des 19. Jh., der sich auf amüsante, aber durchaus liebenswerte Weise ein wenig hochstilisiert.
Von Minne Bley