Öffentliche Entschuldigung soll zudem in Hauptnachrichten ausgestrahlt werden
Prag - Gesundheitsminister David Rath hat Klage gegen den ehemaligen Stellvertretenden Vorsitzenden der ODS, Miroslav Macek, für missratene Ohrfeige eingereicht, die dieser ihm Ende Mai öffentlich auf einem Zahnärztekongress in Prag verpasst hatte (Foto).
Er fordert von Macek eine Entschuldigung und Entschädigung in Höhe von einer Million Kronen, wie die Tageszeitung Lidové noviny (Prag) in ihrer Online-Ausgabe heute meldet.
Macek hatte die Attacke mit beleidigenden Äußerungen Raths gegenüber der Tageszeitung Lidové noviny begründet. Rath hatte in dem Interview wörtlich gesagt: "Wissen Sie, ich kenne ihn noch aus der Zeit, wo er auf jede Party mit einem anderen Mädchen gegangen ist, das um ungefähr zwei Drittel jünger war als er. (....) Und auf einmal heiratet er wegen der Millionen. Ich gönne es ihm ja. Es gibt welche, die die Seele lieben, andere lieben den Körper und wieder andere das Geld."
Die Polizei und der Staatsanwalt hatten Maceks Angriff als Ordnungswidrigkeit und Störung der öffentlichen Ordnung gewertet und den Fall an das Bezirksgericht in Prag 2 verwiesen. Gesundheitsminister Rath hatte unmittelbar nach dem Angriff zwar zunächst eine Strafanzeige erwogen, es sich dann aber anders überlegt. Stattdessen begibt er sich nun auf den Weg der Zivilklage zum Schutz seiner Persönlichkeitsrechte.
Rath begründete diesen Schritt heute auf einer Pressekonferenz in Prag damit, dass er erreichen wolle, dass physische Gewalt in Tschechien nicht zur Norm werde. "Das (die Gewalt) gehört nicht ins öffentliche Leben. Sie disqualifiziert diesen Menschen und ist vor allem ein negatives Vorbild“, zitiert Lidové noviny den Minister.
Rath will mit der Klage neben dem Geld eine öffentliche Entschuldigung, die von der Nachrichtenagentur ÈTK, der Hauptnachrichtensendung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens und den Abendnachrichten des Privatsenders Nova verbreitet werden soll.
"Ich bedaure, dass ich durch dieses mein unanständiges Handeln in die Rechte auf den Schutz der Ehre, der Würde und des Ansehens von Herrn Rath eingegriffen habe“, schlägt Rath als Text der Entschuldigung vor.
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