Mehr als frische Pasta - das Ristorante Pasta Fresca in der Prager Altstadt

Original italienische Küche und Mittelmeergerichte in einem Kellerlokal unweit des Altstädter Rings

Prag - Italienische Küche erfreut sich allgemein großer Beliebtheit, das ist auch in Prag nicht anders. Berühmt berüchtigt jedoch sind die Touristenfallen, die zu überteuerten Preisen pappige Teigfladen unterschiedlicher Größe verkaufen und diese dann Pizza oder Pasta nennen.

Doch glücklicherweise gibt es in Prag auch Restaurants, in denen exzellente, original italienische Küche serviert wird. Ein solches Restaurant ist das in der Zeltnergasse (Celetná) in unmittelbarer Nähe des Altstädter Rings gelegene italienische Ristorante Pasta Fresca.

Wir haben das Pasta Fresca für Sie besucht und bei vorzüglichen Mittelmeergerichten schnell gelernt, dass die Ars vivendi, die Kunst das Leben zu genießen, zwar in Italien beheimatet, aber auch in Böhmen möglich ist und eben beim Essen beginnt.

Es ist Samstagabend und obwohl wir nur zu zweit unterwegs sind, haben wir in diesem erfahrungsgemäß gut besuchten Restaurant sicherheitshalber einen Tisch reserviert. Eine richtige Entscheidung, denn das Kellerlokal füllt sich während unseres Abendessens immer weiter, bis alle Tische im Hauptsalon der etwas verschachtelten Räumlichkeiten besetzt sind.

Auf der Speisekarte dominieren Pastagerichte und Gerichte mit frischen Meeresfrüchten und Fisch, ergänzt von Salaten und einigen Fleischgerichten. Und genau deswegen sind wir hier.

Doch wie verhext, eigentlich hatten meine Begleitung und ich uns auf die frischen Pasta gefreut, die wir hier bereits früher genossen hatten, als wir uns beim Studieren der Speiskarte beide in der Sektion Gegrilltes festbeißen - denn bereits beim Lesen läuft uns das Wasser im Munde zusammen. Wir schwenken also in letzter Sekunde um und folgen der Eingebung des Augenblicks.

Statt Pasta wählen wir kurzentschlossen Gegrilltes

Lediglich die Wahl unserer Vorspeisen bleibt davon unbetroffen. Meine Begleitung wählt zum Einstieg eine Tomatensuppe mit Gnocchi und Mascarpone, einem milden, cremigen Frischkäse aus Crème Fraiche und Sahne, der mit Kalbslab fermentiert ist. Ich selbst versuche das frisch gemischte Tatar mit Kapern und Parmesan, das mich dann sogar meine grundsätzliche Abneigung gegen Kapern vergessen macht.

Das freundliche Angebot des Sommeliers uns bei der Wahl des Weines behilflich zu sein lehnen wir diesmal ab. Nach kurzem Studium der umfangreichen Weinkarte, die erlesene Weine aus allen wichtigen Anbaugebieten Italiens enthält, fällt unsere Wahl auf einen Weiswein aus Kampanien, und zwar nicht zuletzt als Vorgriff auf eine bevorstehenden Reise meiner Begleiterin nach Neapel, der Hauptstadt dieser vor allem von Weinbau und Tourismus lebenden Region an der Westküste Italiens.

Zugegeben, nicht gerade eine professionelle Art, seinen Wein zu auswählen, doch auch auf ungewöhnlichen Wegen kommt man eben manchmal zum Ziel. Der Lacryma Christi del Vesuvio vigna Lapilo, Jahrgang 2004, erweist sich als überaus passend zu unseren Hauptgerichten und kann auch alleine bestehen: Ein trockener Wein, mit goldener Farbe und reichen Mineralgehalt und Fruchtstruktur, mit einem samtigen Aroma und pikantem Säuregehalt, bei dem man geradezu die Vulkanerde des Vesuvs herauszuschmecken meint.

Gelungener Ausflug in die original italienische Nicht-Pasta-Küche

Als Hauptgerichte gibt es dann wie gesagt Gutes vom Grill: Meine Begleiterin bekommt Hühnerbrust, die mit der Haut knusprig gegrillt wurde, mariniert in Thymian, gespickt mit getrocknetem Schinken. Serviert wird sie mit Gorgonzola-Sauce und frischen Grünen Bohnen und Karotten. Ich selbst bekomme ein gegrilltes Entrecôte vom Angusrind - auf meinen Wunsch hin rare, im Kern noch roh - mit frischem Rosmarin und gegrilltem Gemüse, dazu auf Empfehlung des Chefkochs Kartoffelgratin. Das Angebot des Kellners, das Steak mit schwarzem Pfeffer aus der Pfeffermühle zu würzen, nehme ich gerne an.

Diese Fahrt ins Blaue, also der Ausflug in die original italienische Nicht-Pasta-Küche ist uns gelungen, wie wir einhellig feststellen. Und wie ich nach geraumer Zeit sehe, kämpft meine Begleiterin - ebenso wie ich - mit der Tatsache, dass der Gaumen weiter das erstklassige Menü genießen möchte, der Magen jedoch meldet: „Kapazitäten erschöpft“.

Es ist augenscheinlich, dass hier im Pasta Fresca auf drei Dinge besonderen Wert gelegt wird: auf die Zutaten, die Zubereitung und den Service. Hier wird nur Spitzenware verwendet, die, stets frisch geliefert, zu typisch italienischen Gerichten verarbeitet wird. So kann man Eingangsbereich des Restaurants zusehen, wie die hauseigenen frischen Spaghetti und Teigwaren entstehen - eben Pasta Fresca.

Von Niels Köhler


Unsere Wahl - Abendessen für 2 Personen

Tartare di manzo 156
Frisch gemischtes Tatar mit Kapern und Parmesan

Zuppa di pomodoro e mascarpone
Tomatensuppe mit Gnocchi, Mascarpone und Olivenöl

Costata alla fiorentina
Gegrilltes Steak vom Angusrind mit frischem Rosmarin und gegrilltem Gemüse, dazu Kartoffelgratin

Petto di pollo al timo
Mit der Haut gegrillte Hühnerbrust, mariniert in Thymian, gespickt mit getrocknetem Schinken, dazu Gorgonzola-Sauce, frische Grüne Bohnen und Karotten, als Beilage Butterkartoffeln mit Parmesan.

2x Mineralwasser
2x Campari rosso
1x Grappa Sibona di Uvedilanga
Lacryma Christi del Vesuvio vigna Lapilo DOC 2004 0,7 l

Gesamtpreis 1850 Kronen (etwa 65 Euro)










Adresse: Ristorante Pasta Fresca (Druckversion)
Celetná 11, 110 00 Praha 1
Lage: Stadtplan öffnen

Öffnungszeiten: Café: Täglich 10 - 24 Uhr, Restaurant: 11 - 24 Uhr
Tel.: +420 224 230 244, Fax: +420 222 322 865
E-Mail: celetna@ambi.cz, Website: www.ambi.cz
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