Englischer Garten musste teilweise Kohlebergbau weichen
Duchcov/Prag - Im Gelände des heutigen Schlosses Duchcov stand einst die romanische Burg Hrabi¹in, wo im 12. und 13. Jahrhundert das einflußreiche Adelsgeschlecht der Hrabi¹ici herrschte. Auf zwei Perioden des gotischen Aufbaus schließen zwei Renaissanceperioden an, von der Feste der Herren von Sulevic bis zum Lobkowiczer Schloss, das mit herrlichen Fresken geschmückt ist.
Für viele Gäste ist schon allein die Tatsache von Interesse, dass in Dux Giacomo Casanova als gräflicher Bibliothekar seine 13 letzten Lebensjahre verbrachte und hier seine weltberühmten Memoiren schrieb.
Die ersten Etappen des Barockbaus begann der Prager Erzbischof Johann Friedrich von Waldstein. Als Architekt wurde Jean Baptist Mathey beauftragt und der berühmte tschechische Bildhauer Matthias Bernhard Braun schuf hierfür herausragende Werke des Barock. Der wertvollste aus dieser Zeit erhaltene Teil ist der Waldstein-Saal mit der Ahnengalerie und mit Fresken von Wenzel Lorenz Reiner.
Der französische, vom Landschaftsarchitekten Johann Ferdinand Schor gestaltete Park wurde im 19. Jahrhundert in einen englischen Garten umgewandelt. In den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde der prächtige Garten wegen des Kohlebergbaus zur Hälfte abgetragen. In diesem Zusammenhang wurde im Jahr 1958 unnötigerweise das Barockspital abgerissen, zum Glück konnte jedoch das Reiner-Fresko gerettet und in den 80er Jahren in einen Pavillon übertragen werden, der nach dem Entwurf des Architekten Johann Sokol erbaut wurde.
Seit 1965 ist das Duxer Schloss der Öffentlichkeit zugänglich. Die Ausstellung, die die Entwicklung der Stilmöbel in diesen Epochen zeigt, ist mit Bildern aus der Waldstein-Galerie ergänzt.
Öffnungszeiten:
April und Oktober: Mi - So, 9.00 - 16.00 Uhr
Mai bis September: Di - So, 9.00 - 18.00 Uhr
Weitere Infos bei: Státní zámek Duchcov
419 01 Duchcov, Námìstí Republiky 9
Tel: +420 417 835 301, Fax: +420 417 835 170, E-Mail: zamekdux@proactive.cz