Prager Polizei zieht in den Kampf gegen Werbung für Rotlicht-Klubs

Prag - Die beinahe allgegenwärtige Werbung für Erotik-Etablissements soll aus den Straßen der tschechischen Hauptstadt verschwinden. In Prag gilt ab heute ein Verbot von Werbung für Erotik-Shows und erotische Dienste.

Der Magistrat der Hauptstadt hat die neue Verordnung vor allem erlassen wegen der sogenannten Schlepper, die im Stadtzentrum Handzettel verteilen und Passanten in die Nachtklubs locken. Die Streifenbeamten bereiten sich nun darauf vor, die Verordnung auch durchzusetzen.

Für Werbung für erotische Dienste drohen nun Bußgelder in Höhe von 1000 bis 200 000 Kronen. Die bisherige Situation im Stadtzentrum betrachten die Ratsherren als eine Schande und unerträglich. In der Umgebung des Wenzelsplatzes sind mehr als zehn Nachtklubs und Bordelle angesiedelt, die mittels Schleppern um die Kunden buhlen. Viele Passanten, aber auch Geschäftsleute der anliegenden Geschäfte fühlen sich von der aufdringlichen Werbung für diese Klubs belästigt.

Der einzige Ort in Prag, an dem derartige Werbung noch zulässig ist, ist die Landstraße zur kommunalen Mülldeponie in Ïáblice. Die Stadt darf ein Werbeverbot nämlich nicht flächendeckend erlassen und hat daher ganz bewusst diese Straße dafür ausgewiesen.

Seit heute morgen gehen die Streifenpolizisten gegen erotische Werbung auf Plakaten, Autos und öffentlichen Verkehrsmitteln vor, für den Abend ist ein erster Einsatz gegen die Schlepper im Zentrum geplant.

Quelle: LN, 1.6.2005
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