Gesundheitsreport: Zahnpflege der Tschechen

Kinder haben schlechtere Zähne als ihre Altersgenossen in der EU, die Senioren bessere

Prag - Dem durchschnittlichen Tschechen reicht eine Zahnbürste pro Jahr. An der Zahnpasta dagegen wird nicht gespart: Mit einem Verbrauch von 3,7 Tuben pro Kopf und Jahr gehören die Tschechen zur oberen europäischen Mittelklasse. Dies geht aus einer Marktuntersuchung der Gesellschaft Unilever hervor.

Ihre Zähne gar nicht putzen 4 % der Bevölkerung, 17 % putzen sie sich einmal am Tag, 58 % zweimal am Tag und dreimal oder öfter ganze 22 % der Tschechen. Amerikaner widmen der Zahnhygiene viel mehr Zeit: zweimal am Tag putzen sich dort 51 % der Menschen die Zähne, dreimal und öfter am Tag sogar 41 %.

Die Anfälligkeit des Kindergebisses ist in Tschechien hoch. Nach Angaben des stomatologischen Forschungsinstitutes haben nur knapp 30 % der fünfjährigen Kinder gesunde Zähne. In der Schweiz oder in Schweden haben 70 % der Kinder in diesem Alter gesunde Zähne. Negativ schlägt sich offensichtlich die Abschaffung des Systems präventiver Zahnarztbesuche in den Schulen nieder. Aber die Tschechen können immerhin stolz sein, dass fast 95 % der Achtzehnjährigen noch alle ihre Zähne haben - in dieser Hinsicht kann sich nur die Schweiz mit Tschechien messen.

"Allgemein stellt man fest, dass die Zähne unserer Schul- und Vorschulkinder schlechter als die der Kinder in der EU sind. Bei Menschen im mittleren Alter ist die Situation vergleichbar mit der der gleichen Altersgruppe in Westeuropa und bei älteren Menschen sogar besser. Wir haben nur eine sehr geringe Prozentzahl zahnloser Senioren. Es scheint auch, dass die Zähne der Tschechen gesünder sind, als die Zähne der Menschen in den anderen Ländern Mittel- und Osteuropas. Allerdings ist es dort schwer, verlässliche Daten zu erheben", so Dr. Zdenek Broukal von stomatologischen Institut.


Quelle: Lidové noviny, 15.4.2003


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