Teufelsbibel in Prag eingetroffen

Das größte erhaltene mittelalterliche Manuskript wird im Klementium ausgestellt

Prag - Unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen ist die so genannte Teufelsbibel am Sonntag in Prag eingetroffen. Das Werk soll vom 20. September bis zum 6. Januar im Prager Klementinum ausgestellt werden.

Der "Codex Gigas" gilt als eines der größten handgeschriebenen Bücher der Welt und kam nach Prag als Leihgabe der Königlichen Bibliothek in Stockholm.

Das Buch wurde im frühen 13. Jahrhundert im Benediktinerkloster von Podla¾ice in Böhmen geschrieben und kam 1477 ins ebenfalls von den Benediktinern betriebenen Kloster Bøevnov nach Prag. Von dort gelangte es im Dreißigjährigen Krieg als Beute nach Schweden, wo es seither aufbewahrt wird.

Der Legende zufolge war der Verfasser des Kodex ein Mönch, der nach einem schweren Vergehen lebendig eingemauert werden sollte. Stattdessen gelobte er, in einer Nacht ein Buch zu schreiben, das das gesamte menschliche Wissen enthalten sollte. Bei dieser Arbeit soll ihm kein anderer als der Teufel geholfen haben. Zum Dank verkaufte er diesem seine Seele und verewigte sein Abbild im Buch (Foto-Reproduktion).

Die Teufelsbibel misst 900 mal 505 Millimeter und wiegt rund 75 Kilogramm. Diese Eigenschaften brachten dem Werk auch seinen lateinischen Namen ein, der übersetzt "Riesenbuch" bedeutet.

Tschechien Online, 17.9.2007. Foto: Nkp.cz
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