Sparta-Spieler bespuckt Ordner und schlägt TV-Kameramann - Videos eingebettet
Prag - „Brutalität für 150 000“ betitelt die in Prag erscheinende Tageszeitung Lidové noviny heute ihren Aufmacher.
Hintergrund ist ein weiterer Fußball-Skandal, der die Gambrinus-Liga am vergangenen Wochenende überschattete - und bei dem wieder ein Spieler des tschechischen Rekordmeisters Sparta Praha im Zentrum des Geschehens stand.
Beim Auswärtsspiel in Liberec gingen am Sonntag dem Kapitän von Sparta Praha, Tomá¹ Øepka (in der Bildmitte), offenbar die Nerven durch, als er in der Nachspielzeit die zweite gelbe Karte und somit den Platzverweis erhielt. Bei seinem unrühmlichen Abgang bespuckte der Spieler einen Ordner und schlug auf einen Kammermann des tschechischen Fernsehens ÈT ein.
Als Reaktion auf diesen Zwischenfall hatte der Chef der ÈT-Sportredaktion Otakar Èerný unmitttelbar nach dem Spiel gar die weitere Zusammenarbeit mit der ersten Fußballiga in Frage gestellt. Sparta hatte sich jedoch am Montag für den Zwischenfall beim Tschechischen Fernsehen entschuldigt, ein Boykott der Fernsehübertragung ist somit offenbar vom Tisch.
Sparta entschuldigt sich beim Tschechischen Fernsehen
„Wegen einer Person streben wir keine Schlussfolgerungen des Typs an, dass wir den Sendevertrag auflösen würden. Wir haben eine Entschuldigung von Sparta erwartet. Diese ist erfolgt, weil Sparta ein anständiger Klub ist,“ rückte Èerný seine erste Reaktion gestern zureckt. Eine persönliche Entschuldigung von Sparta-Kapitän Tomá¹ Øepka habe der Sender dagegen nicht erwartet.
Mit Øepkas Kurzschluss hatte sich gestern bereits sein Klub befasst und den Spieler mit einer Geldstrafe von 150.000 Kronen (etwa 5475 Euro) belegt. „Das Ende des Spiels war von großem Stress begleitet und unter dem Eindruck einer ungeheuren Ungerechtigkeit habe ich mir ein Verhalten zu Schulde kommen lassen, für das ich mich entschuldigte“, gab sich Øepka mit einem Tag Abstand am Montag reumütig. Nach Einschätzung von Experten entspricht die Geldstrafe etwa 15 Prozent des Monatsgehalts des Sparta-Verteidigers.
Vereinsinterne Geldstrafen für Spieler und Trainerassistent
Das gleiche Verdikt fällte der Sparta-Vorstand auch für den Spieler Martin Abraham, der sich in Teplice mit unflätigen Beschimpfungen des Schiedsrichters hervorgetan hatte. Den tobenden Mittelfeldspieler mussten Mitspieler zurückhalten, da dieser sich sonst womöglich auf den Schiedsrichter gestürzt hätte. Ebenso wie Øepka wurde auch Abraham vom Spiel ausgeschlossen. Einer Strafe entging auch nicht der Trainerassistent Horst Siegl, der wegen Schiedsrichterbeschimpfung von der Tribune verwiesen worden war.
Lediglich Trainer Michal Bílek entging einer Geldstrafe, allerdings wies ihn die Klub-Leitung darauf hin, dass er persönlich dafür verantwortlich sei, dass sich ähnliche Vorfälle seitens der Spieler nicht wiederholen werden.
Unabhängig von den Strafen, die der Fußballklub verhängt hat, müssen die Spieler mit einer Geldstrafe oder Sperre zudem noch seitens der Disziplinarkommission des Fußballverbands rechen, die sich am Donnerstag mit den Ereignissen befassen wird. Das Spiel Teplice - Sparta endete übrigens mit einem 2:1 eins für den Gastgeber Teplice.
Erst Ende August hatte der Mittelfeldspieler Pavel Horváth von Sparta Praha beim Spiel gegen Viktoria ®i¾kov vor Fans die wiederholt die rechte Hand zum Hitlergruß gestreckt haben.
Video: Skandalszenen des Spiels Teplice gegen Sparta Praha am 16.9.2007 - Live bei ÈT4 (4.47)
Video: Bericht über die Pöbelei von Tomá¹ Øepka bei TV Nova (0.19)
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