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Der Autor

Cornelia Ameling, Jahrgang 1992, studiert an der Karls-Universität Musikwissenschaft. An ihrer Heimatuniversität in Hamburg studiert sie Historische Musikwissenschaft und Geschichte.

Ihr besonderes Interesse gilt der Kultur, vor allem Kunst und Literatur, aber ganz besonders begeistert sie Musik.

Seit ihrem fünften Lebensjahr spielt sie Geige und ist aktives Mitglied in drei Orchestern, unter anderem auch in dem Universitätsorchester der Karls-Universität.

Für prag aktuell ist sie seit November 2014 tätig und auch als Blogger aktiv. In ihrem Blog fasst sie ihre Eindrücke von dem Besuch klassischer Konzerte und Opern in Prag zusammen.

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Die Oper "Jakobín" von Antonín Dvořák

Ein Besuch im Národní divadlo

Am vergangenen Mittwoch haben mich ein paar Freunde in die Oper begleitet. Wir haben uns die Oper "Jakobín" (Der Jakobiner) von Antonín Dvořák angeschaut. Für mich war es nicht der erste Besuch im Nationaltheater (Národní divadlo), ich habe vorher schon von Zdeněk Fibich "Pád Arkuna" gesehen und von Leoš Janáček "Jenůfa". Allerdings, wenn ich die Opern dieser drei großen tschechischen Komponisten vergleiche, so hat mich "Jakobín" (1889) von Dvořák nicht wirklich überzeugt.

Schauplatz der Handlung ist ein kleines böhmisches Dorf um 1793. Vereinfacht lässt sich die Geschichte so beschreiben: Graf Vilém von Harasov verstieß seinen Sohn Bohuš, da dieser zu allzu freisinnigen Ambitionen neigt. Er geht nach Paris und lernt seine Frau Julia kennen. Nach einiger Zeit kehrt die Familie unerkannt in das Dorf zurück. Der Graf, sein Vater, ist gealtert und möchte seinem Neffen, Adolf, die Verantwortung übertragen. Eine kleine Nebengeschichte behandelt noch die Liebesbeziehung. Nach langem Hin und Her können Bohuš und Julia den Grafen davon zu überzeugen, ihm wieder zu vertrauen und zu lieben und Adolf wird wegen all seiner Intrigen eingesperrt.

Für mich war der Plot nicht gerade fesselnd, dafür aber die Musik. Dvořák hat es geschafft, sowohl dramatische, komische als auch lyrische Elemente zu vereinen. Volkstümliche Szenen sind bei Dvořák nichts Neues, und trotzdem begeistern sie mich immer wieder. Die Oper greift definitiv Elemente Richard Wagners auf, nur einer der vielen Bezüge zum Opernschaffen des 19. Jahrhunderts. 

Trotzdem hat mich die Vorstellung nicht überzeugt, und das liegt vor allem an der Inszenierung. Die Oper legt großen Wert auf "Bildung", vor allem die musikalische Erziehung. Ein großer Teil der Handlung spielt in einer Dorfschule. Diese wurde symbolisch mit Stühlen dargestellt. Viele Stühle, die von einer sehr großen Größe langsam immer kleiner wurden. Das Bühnenbild war sehr bunt und hat nur abgelenkt. Obendrein habe ich noch nie in meinem Leben so viele Menschen auf der Bühne gesehen. Es wirkten der Chor des Nationaltheaters, der Kühn-Kinder-Chor und das Ballett des Nationaltheaters mit. Für mich waren es einfach viel zu viele Menschen, die es nur verwirrender gemacht haben, als die Vorstellung zu verbessern. 

Trotzdem werde ich mir bestimmt noch einige Opern in dem eindrucksvollen Gebäude an der Moldau besuchen.

 

Externer Link: www.narodni-divadlo.czwww.narodni-divadlo.cz
Bildnachweis:
Národní divadlo

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