News

Nachrichten

Tschechien OnlineTschechien Online | Rubrik: Wirtschaft | 30. Januar 2024, 19:48 Uhr

Prag - Tschechien bietet eine faszinierende Lebensqualität mit erschwinglichen Lebenshaltungskosten, reicher Kultur, malerischer Architektur und herzlicher Gastfreundschaft. Ein Land, das eine perfekte Balance zwischen Tradition und Modernität schafft.

In der malerischen Stadt Prag offenbart sich nicht nur eine reiche Geschichte und beeindruckende Architektur, sondern auch ein faszinierendes Phänomen: ein vergleichsweise niedriger Lebenshaltungskostenaufwand im Vergleich zu anderen europäischen Metropolen. Wie von Numbeo berichtet, wird deutlich, dass der Lebensstandard in Prag mit einem Budget von etwa 3.752,7 € (93.211,4 Kč) äquivalent zu dem in der deutschen Hauptstadt mit 4.800,0 € gehalten werden kann. 

Diese Erkenntnis wirft einen Blick auf die wirtschaftliche Anziehungskraft der tschechischen Hauptstadt und verdeutlicht, wie Prag als Wohnort eine überaus attraktive Option darstellt. Entdecken Sie mit uns, wie Prag eine perfekte Balance zwischen kultureller Vielfalt und kostengünstigem Lebensstil bietet, wodurch es zu einem begehrten Ziel für ein qualitativ hochwertiges Leben wird.

Mindestlöhne, Entwicklung und Durchschnittsgehälter

In der wirtschaftlichen Landschaft Tschechiens spiegelt sich eine komplexe Dynamik wider, die durch Mindestlöhne und das Durchschnittsgehalt geprägt ist. Der Mindestlohn, festgelegt bei 729 EUR pro Monat oder 18108 CZK, bildet das Fundament für die Arbeitsentlohnung im Land. Diese Zahl allein vermittelt einen Einblick in die ökonomische Realität für viele Arbeitnehmer.

Ein kritischer Blick auf das Lohnwachstum im zweiten Quartal 2023 ergibt eine interessante Entwicklung. Mit einem Rückgang von 3,1% zeigt sich eine Herausforderung in der wirtschaftlichen Stabilität. Diese Analyse ermöglicht es, die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen zu verstehen und Maßnahmen zur Förderung des Wohlstands zu diskutieren.

Im Kontext dieser wirtschaftlichen Überlegungen rückt das durchschnittliche Monatsgehalt in den Fokus. Mit beeindruckenden 43.193 CZK (entsprechend in etwa EUR) liegt es über dem Mindestlohn und spiegelt die Vielfalt der Einkommensstrukturen im Land wider. Diese Information ermöglicht nicht nur einen Einblick in die Einkommensverteilung, sondern auch in die Lebensqualität der Menschen.

Die Zahlen zeigen, dass die wirtschaftliche Realität in Tschechien vielschichtig ist. Der Mindestlohn bildet die Grundlage, während die Analyse des Lohnwachstums Einsicht in die wirtschaftliche Stabilität bietet. Das durchschnittliche Monatsgehalt hebt die Vielfalt der Einkommensstrukturen hervor und trägt dazu bei, ein umfassendes Bild der Arbeitsentlohnung im Land zu zeichnen. Diese Faktoren sind entscheidend für Diskussionen über Arbeitsbedingungen, soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliches Wachstum.

Lebenshaltungskosten für Familien und Alleinstehende im Fokus

In der Analyse der Lebenshaltungskosten in Tschechien offenbaren sich spannende Einblicke in die finanziellen Realitäten von Familien und Alleinstehenden. Betrachten wir zunächst die geschätzten monatlichen Kosten für eine vierköpfige Familie, die sich ohne Miete auf 2.520,8 € oder 62.612,9 Kč belaufen. Dieser Betrag bildet die Grundlage für das Verständnis der finanziellen Herausforderungen, mit denen viele Familien in Tschechien konfrontiert sind.

Die detaillierte Aufschlüsselung dieser Kosten ermöglicht nicht nur einen Einblick in die Ausgabenstrukturen, sondern eröffnet auch die Möglichkeit eines Vergleichs mit den Lebenshaltungskosten in Deutschland. Der Fokus liegt dabei nicht nur auf den Zahlen selbst, sondern auch auf den alltäglichen Realitäten, die sich hinter diesen finanziellen Angaben verbergen.

Im Gegensatz dazu werfen die Lebenshaltungskosten für Alleinstehende mit einer geschätzten monatlichen Summe von 755,6 € oder 18.767,3 Kč, ohne Miete, eine eigene Herausforderung auf. Hierbei betonen wir die signifikanten Unterschiede zu den Kosten, die für Familien anfallen. Dies verdeutlicht, dass Alleinstehende spezifische finanzielle Bedürfnisse und Prioritäten haben, die in ihrer Lebenshaltung berücksichtigt werden müssen.

Diese umfassende Analyse geht über die bloße Aufschlüsselung von Zahlen hinaus. Sie vermittelt ein tiefgreifendes Verständnis für die vielfältigen Aspekte der Lebenshaltungskosten in Tschechien, sowohl für Familien als auch für Alleinstehende. Diese Zahlen sind nicht nur statistische Informationen, sondern spiegeln die praktischen Realitäten wider, die das tägliche Leben der Menschen in Tschechien prägen. Es wird interessant sein zu sehen, wie diese Kostenstrukturen nicht nur die finanzielle Stabilität, sondern auch die Lebensqualität der Menschen beeinflussen.

Mindestlöhne, Entwicklung und Durchschnittsgehälter

In der wirtschaftlichen Landschaft Tschechiens spiegelt sich eine komplexe Dynamik wider, die durch Mindestlöhne und das Durchschnittsgehalt geprägt ist. Der Mindestlohn, festgelegt bei 729 EUR pro Monat oder 18108 CZK, bildet das Fundament für die Arbeitsentlohnung im Land. Diese Zahl allein vermittelt einen Einblick in die ökonomische Realität für viele Arbeitnehmer.

Ein kritischer Blick auf das Lohnwachstum im zweiten Quartal 2023 ergibt eine interessante Entwicklung. Mit einem Rückgang von 3,1% zeigt sich eine Herausforderung in der wirtschaftlichen Stabilität. Diese Analyse ermöglicht es, die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen zu verstehen und Maßnahmen zur Förderung des Wohlstands zu diskutieren.

Im Kontext dieser wirtschaftlichen Überlegungen rückt das durchschnittliche Monatsgehalt in den Fokus. Mit beeindruckenden 43.193 CZK (entsprechend in etwa EUR) liegt es über dem Mindestlohn und spiegelt die Vielfalt der Einkommensstrukturen im Land wider. Diese Information ermöglicht nicht nur einen Einblick in die Einkommensverteilung, sondern auch in die Lebensqualität der Menschen.

Die Zahlen zeigen, dass die wirtschaftliche Realität in Tschechien vielschichtig ist. Der Mindestlohn bildet die Grundlage, während die Analyse des Lohnwachstums Einsicht in die wirtschaftliche Stabilität bietet. Das durchschnittliche Monatsgehalt hebt die Vielfalt der Einkommensstrukturen hervor und trägt dazu bei, ein umfassendes Bild der Arbeitsentlohnung im Land zu zeichnen. Diese Faktoren sind entscheidend für Diskussionen über Arbeitsbedingungen, soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliches Wachstum.

Strategien zur Steigerung des monatlichen Einkommens

Die Steigerung der monatlichen Einnahmen erfordert eine strategische Herangehensweise und die Berücksichtigung verschiedener effektiver Methoden. Ein vielseitiger Ansatz zur Einkommenssteigerung besteht darin, Einkommensquellen zu diversifizieren. Hierbei bietet die Investition in diverse Portfolios, einschließlich Aktien, Fonds und Immobilien, die Möglichkeit, das finanzielle Risiko zu minimieren und langfristige Renditen zu erzielen.

Die Erkundung zusätzlicher Einkommensquellen durch freiberufliche Tätigkeiten oder Teilzeitarbeit ist eine pragmatische Vorgehensweise. Durch die Nutzung eigener Fähigkeiten und Expertise können so zusätzliche Einnahmen generiert werden, ohne dabei hohe Vorabinvestitionen tätigen zu müssen. Plattformen für freiberufliche Arbeit erleichtern den Zugang zu einer breiten Palette von Möglichkeiten in verschiedenen Branchen.

Die Generierung passiver Einkommen spielt eine herausragende Rolle in modernen Finanzstrategien. Investitionen in dividendenstarke Aktien, Anleihen oder Immobilien, die regelmäßige Erträge abwerfen, tragen zu einem stabilen Einkommensfluss bei. Der Aufbau passiver Einkommensquellen erfordert gründliche Recherche und ein nuanciertes Verständnis der Marktmechanismen.

Ein weiterer Ansatz zur Generierung passiver Einkommen, der in modernen Finanzstrategien an Bedeutung gewinnt, ist der Online-CFD-Handel. Plattformen wie Plus500 in Deutschland bieten die Möglichkeit, auf Preisbewegungen verschiedener Finanzinstrumente wie Aktien, Währungen und Rohstoffe zu spekulieren, ohne die tatsächlichen Vermögenswerte zu besitzen.1

Unternehmerische Initiativen bieten eine Möglichkeit, zusätzliches Einkommen zu generieren. Die Gründung eines eigenen Unternehmens oder die Erweiterung einer bestehenden Geschäftstätigkeit eröffnet die Chance auf erhebliche Einnahmen, auch wenn dies mit höherem Engagement und Risikobereitschaft einhergeht.

Effektives Budgetmanagement ist ein entscheidender Faktor bei der Einkommenssteigerung. Durch die Optimierung der monatlichen Ausgaben und die Identifizierung von Bereichen für Kostenreduktion können mehr finanzielle Mittel für Sparmaßnahmen oder Investitionen freigesetzt werden.

Lebensqualität bewahren

In Zeiten der Herausforderung ist es für jeden von uns schwierig, eine angemessene Lebensqualität zu bewahren. Dennoch zeigt sich, dass durch bedachte Planung auch in solchen Phasen eine gute Lebensführung möglich ist. Eine solide finanzielle Planung bildet hierbei das Fundament, um Ressourcen effektiv zu nutzen und Prioritäten zu setzen.

Um eine qualitativ hochwertige Lebensführung aufrechtzuerhalten, bedarf es eines bewussten Umgangs mit Ausgaben. Hierbei ist es wichtig, Einsparungsmöglichkeiten zu identifizieren, ohne dabei essenzielle Bedürfnisse zu vernachlässigen. Eine durchdachte Budgetierung ermöglicht es, finanzielle Ressourcen optimal zu verteilen und eine solide finanzielle Grundlage zu schaffen.

Neben finanziellen Überlegungen spielt auch die Pflege der physischen und mentalen Gesundheit eine zentrale Rolle. Durch gezielte Selbstfürsorge, die Etablierung gesunder Gewohnheiten und den Ausbau sozialer Unterstützungssysteme wird es möglich, auch in herausfordernden Zeiten eine positive Lebensqualität zu bewahren. Es zeigt sich, dass durch einen ganzheitlichen Ansatz, der finanzielle, physische und mentale Aspekte berücksichtigt, eine ausgewogene und erfüllende Lebensführung auch in schwierigen Phasen realisierbar ist. (dap)

Tschechien OnlineTschechien Online | Rubrik: Reise | 23. Januar 2024, 11:50 Uhr

Prag - Der Tourismus in Tschechien erholt sich wieder. Besuchten im Jahr 2019 knapp drei Millionen Touristen aus dem Ausland und weitere 2,8 Millionen Touristen aus dem Inland das Land, brachen die Touristenströme in den Folgemonaten pandemiebedingt massiv ein. Im Jahr 2020 blieb die Anzahl der Touristen im Land in Summe unter einer Million, im Jahr 2021 erreichte die Touristenanzahl nur knapp einen Wert von 1,5 Millionen Euro.

Im Jahr 2022 nimmt die Kurve wieder Kurs auf das Niveau aus dem Jahr 2019, wobei auffällt: Inländische Touristen überwiegen. Über 3,1 Millionen Touristen aus Tschechien erkundeten ihr eigenes Land, weitere 1,9 Millionen reisten aus dem Ausland ein. Für alle gilt: Wer das Land erkunden und dabei Autobahnen und Schnellstraßen nutzen möchte, braucht eine Vignette. Diese gibt es mittlerweile in digitaler Form – ebenso wie weitere digitale und smarte Helfer für die Tschechien-Reise.

Wer einen Trip nach Tschechien bucht, sollte auch eine digitale Vignette ordern

Ebenso bequem und einfach wie die Buchung eines Urlaubs mittlerweile online funktioniert, kommen Tschechien-Urlauber zu E-Vignette, die auf Autobahnen und Schnellstraßen für Fahrzeuge unter 3,5 Tonnen Pflicht ist. Wer also den Urlaub in Tschechien gebucht hat, tut gut daran, direkt eine E-Vignette online zu ordern. Ausgewählt wird dabei die Zeitspanne, die in Tschechien verbracht wird, denn es gibt 10-Tages-, Monats- und Jahresvignetten. Bezahlt wird online via Kreditkarte, per Sofortüberweisung oder per PayPal. Die E-Vignette für Tschechien kostet 17,30 Euro (10-Tages-Vignette), 28,90 Euro (Monats-Vignette) oder 76,40 Euro (Jahresvignette). Nach Zahlungseingang landet die E-Vignette im digitalen Postfach.

Die Reisevorbereitungen sind damit schon weitestgehend abgeschlossen, zumindest drohen keine Bußgelder in Höhe von bis zu 5000 tschechischen Kronen (etwa 200 Euro), weil widerrechtlich ohne gültige Vignette umhergefahren wurde. Kontrolliert wird die Einhaltung der Vignettenpflicht via Kamera-Kontrollsystem. Direkt nach dem Überqueren der Grenze wird digital geprüft, ob eine gültige Vignette vorliegt. Ist das nicht der Fall, wird der Urlauber schnell Bekanntschaft mit einem tschechischen Streifenpolizisten machen.

Die aktuellsten Informationen zu geltenden Einreisebedingungen gibt es per App

Das Auswärtige Amt wirbt dafür, sich die App „Sicher Reisen“ herunterzuladen. Dahinter verbergen sich Reise- und Sicherheitshinweise zum gewünschten Reiseland. Für diejenigen, die nach Tschechien reisen möchten, gibt es also Reiseinformationen zu Tschechien – digital, schnell, bequem und im Hosentaschenformat. Darüber hinaus lassen sich Push-Nachrichten und Nachrichtenfunktionen aktivieren, die dafür sorgen, dass Tschechien-Urlauber auch während ihres Aufenthalts informiert bleiben. Ganz konkret wären die Nutzer der App, die sich für das Urlaubsland Tschechien interessieren, im Oktober 2023 über Grenzkontrollen an der deutsch-tschechischen Grenze informiert worden sowie über Grenzkontrollen an der Grenze zur Slowakischen Republik. Hinweise zu den Zollbestimmungen im Land, liefert die deutsche Zollbehörde.

Neben diesen offiziellen Hinweisen schwärmen Tschechien-Urlauber auch regelmäßig von diesen smarten Anwendungen, die den Urlaub im Land komfortabler gestalten:

  • Dies Apps Prague Travel Guide and Offline City Map sind speziell für einen Besuch in Prag konzipiert und enthält eine Offline-Karte sowie Informationen über Sehenswürdigkeiten, Restaurants und öffentliche Verkehrsmittel.
  • Der Czech-German Translator hilft bei der Kommunikation auf Tschechisch und bietet eine Echtzeit-Übersetzung.
  • Die Apps Transit und Moovit bieten Fahrpläne und Informationen über Zugverbindungen in Tschechien. Wer der tschechischen Sprache mächtig ist, könnte auch mit den Apps Můj vlak, PID Lítačka oder Jízdní řády eine Hilfestellung bekommen, um sich mit Bus und Bahn – und damit auch frei vom Vignettenzwang – durch das Land fortzubewegen. 
  • Apps wie weather24 und AccuWeather liefern aktuelle Wettervorhersagen für verschiedene Städte in Tschechien. Die App Česká republika Počasí ist die Variante aus dem Land, die noch präzisere Vorhersagen zu treffen vermag.

Checkliste für den Urlaub in Tschechien

Wer erstmals nach Tschechien reist, der informiert sich im Vorfeld meist über Unterkünfte und Sehenswürdigkeiten. Tschechien hat beispielsweise eine Vielzahl von wunderschönen Städten, historischen Stätten und Naturlandschaften zu bieten. Darüber hinaus sollten diese Punkte bei der Reiseplanung berücksichtig werden:

  • Urlauber sollten vor der Reise prüfen, ob der Reisepass gültig und ein Visum erforderlich ist. Dies hängt von der jeweiligen Staatsbürgerschaft ab.
  • Die offizielle Währung in Tschechien ist die Tschechische Krone (CZK). Je nach Urlaubsregion kann es sinnvoll sein, Bargeld in tschechischer Währung dabei zu haben. Auch sollte im Vorfeld geprüft werden, ob Kredit- oder Debitkarte in Tschechien akzeptiert werden.
  • Die Amtssprache in Tschechien ist Tschechisch. Es kann hilfreich sein, einige grundlegende Sätze und Ausdrücke auf Tschechisch zu lernen. Dies wird insbesondere all jenen angeraten, die außerhalb der touristischen Gebiete reisen.
  • Eine Auslands-Krankenversicherung ist gut und sinnvoll, wenn die eigene Krankenkasse diesen Service nicht anbietet. Denkbar wäre auch, eine Reisekrankenversicherung abzuschließen.
  • Im Land gibt es verschiedene Transportmöglichkeiten, einschließlich öffentlicher Verkehrsmittel wie Zügen und Bussen, die insbesondere für den Besuch größerer Städte empfohlen werden.
  • Dies sind die wichtigsten Notfallnummern für Tschechien: Polizei (158), Feuerwehr (150) und medizinischer Notdienste (112).

Darüber hinaus ist es wichtig, die tschechische Kultur und Etikette zu kennen, um nicht etwa ein unangemessenes Verhalten an den Tag zu legen. So begrüßt man sich in Tschechien beispielsweise mit einem Handschlag. Umarmungen und Küsschen sind lediglich bei näheren Bekannten üblich. Um höflich agieren zu können, sind die Worte "bitte" (prosím) und "danke" (děkuji) sehr wichtig, Unpünktlichkeit ist im Land ein No-Go. Am Tisch gilt: Der Gastgeber beginnt mit dem Essen, Ellenbogen haben auf dem Tisch nichts zu suchen. Zehn Prozent Trinkgeld sind üblich. Das Rauchen ist in öffentlichen Gebäuden oder auch Restaurants meist verboten, geboten ist hingegen ein leiser Aufenthalt sowie gepflegte Kleidung. Wer als Tourist fotografieren möchte, sollte die Persönlichkeitsrechte Dritter wahren. (dap)

prag aktuellprag aktuell | Rubrik: Kultur, Musik | 17. Dezember 2023, 13:58 Uhr
Von Michael Magercord

Prag - Alle Jahre wieder kommt die Zeit der adventlichen Besinnlichkeit, die sich am besten musikalisch untermalt in ihrer ganzen Tragweite genießen lässt. Und weil es um so schöner ist, dies in Gemeinschaft zu tun, stellen wir drei CDs mit Chorgesang vor.

Briten sind bekanntlich pragmatisch und dem Nützlichen zugetan - und "der" Britten sowieso. Nein, das ist keine neue maskuline Form des Genderns, hier geht es um Benjamin Britten. Denn der britischste Komponist des 20. Jahrhunderts wollte immer Musik schaffen, die "useful" sein sollte. Wann aber ist Musik nützlich? Darauf sind wohl viele Antworten möglich, doch für Benjamin Britten war die Antwort "very british": Wenn sie der Gemeinschaft nutzt und der demokratischsten aller gemeinschaftlichen musikalischen Darbietungsformen förderlich ist: dem Chorgesang.

Nun war der Komponist allerdings keiner, der der leichten Muse frönte. Im Gegenteil, seine Klangtechniken genügen durchaus dem Anspruch an zeitgenössische Aktualität der Kunst des Tonsetzens. Und doch haben insbesondere seine Chorwerke eine hohe Zugänglichkeit auch für das im gekünstelten Musik-Ertragen ungeübte, sprich: ungetrübte Ohr bewahrt. Und wer wollte nun ausgerechnet zu Weihnachten sich die Stimmung trüben lassen.

Drei festliche Chorwerke des Briten hat die renommierte Gesangformation Martinů Voices auf ihrer Weihnachts-CD eingespielt. Unter der Leitung von Lukáš Vasilek erklingen das Te Deum in C-Dur mit Orgelbegleitung, die Hymne für die Heilige Cecilia und schließlich eine sogenannte "Zeremonie" aus zwölf Weihnachtsliedern, die jeweils von einer Harfe begleitet werden, gespielt von Kateřina Englichová.

Der Namensgeber des menschlichen Klangkörpers, Bohuslav Martinů, war wie Britten auch so einer dieser Tonsetzer, die dem Volk am Ohr lauschten. Und das gilt ebenso für die drei Komponisten, deren Werke auf einer Einspielung mit dem schönen Titel "Dorfgeschichten" versammelt sind. Leoš Janáček belauschte seine Landsleute in Mähren, Béla Bartók im alten Ungarn und Igor Strawinsky im heimischen Russland. Für den einen, den Mähren, waren es die Wiegenlieder der Heimat, die ihn zum eigenen Schaffen anregten; den anderen, Bartók, die Volksmusik aus der Gegend um Zvolen in der heutigen Slowakei, die ihn zur Kammermusik mit einer Frauenstimme anregte; und den dritten und wohl auch exzentrischsten unter ihnen eine stürmische Hochzeitsfeier.

Igor Strawinsky lebte schon in Paris, als er diese Cantate mit Solostimmen und Chor zu einem Ballett für den legendären Tänzer Sergei Diaghilev umschrieb. 1923 wurde sie uraufgeführt, noch vierzig Jahre später erinnerte sich der Komponist: "Als ich Diaghilev die Hochzeit zum ersten Mal vorspielte, begann er zu weinen. Er sagte, es sei die schönste und reinste russische Schöpfung unseres Balletts."

Wieder hat der Chorleiter Lukáš Vasilek eine gesangskräftige Gruppe um sich versammelt. Der Chor der Prager Philharmonie mit den bekannten Solosängern wie die Sopranistin Kateřina Kněžíková werden von ebenso hochkarätigen Musikern begleitet, wie dem Zemlinsky Streich-Quartett und dem Bläser-Quintett Belfiato.

Und schließlich darf zum Fest einer nicht fehlen: Antonín Dvořák. Sein Te Deum ist ein Meilenstein der Choralmusik, den in Böhmen jeder schon einmal gehört hat. Diese neue erneute Veröffentlichung einer Einspielung vom Chor der Prager Philharmonie und dem Prager Symphonieorchester aus den Jahren 1969 und 1970. Und wenn dazu noch die Messe in D-Dur und die Biblischen Lieder erklingen, dann spätestens wissen wir: Weihnachten steht nun wirklich in der Tür.

 

Alle Angaben zu den vorgestellten CDs:

Benjamin Britten - Te Deum, A Ceremony of Carols, Hymn to St Cecilia

Martinů Voices, Lukáš Vasilek

ANI 124

Hörbeispiel unter: https://animalmusic.cz/album/britten-martinu-voices-lukas-vasilek

 

Village Stories: Stravinsky, Janáček, Bartók

Prague Philharmonic Choir, Lukáš Vasilek

Supraphon SU 4333-2

https://www.supraphon.com/album/763075-stravinsky-janacek-bartok-village...

 

Dvořák: Te Deum, Mass in D major, Biblical Songs

Prague Symphony Orchestra, Václav Smetáček

Supraphon SU 4314-2

https://www.supraphon.com/album/748972-dvorak-te-deum-mass-in-d-major-bi...

Bildnachweis:
Animalmusic.cz / Supraphon.cz
prag aktuellprag aktuell | Rubrik: Kultur, Musik | 14. November 2023, 08:04 Uhr
Supraphon gibt zwei CDs mit Kammermusik des wichtigsten tschechischen Komponisten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts heraus / Von Michael Magercord

Prag - Er ist der wichtigste tschechische Komponist der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. In diesem Jahr wäre der 2006 verstorbene Viktor Kalabis einhundert Jahre alt geworden. Zwei CDs mit Kammermusik geben einen tiefen Eindruck des Wirkens dieses ebenso bedeutenden wie bescheidenen Mannes.

Kalabis war vielleicht kein ausgesprochen religiöser Mensch, und doch leitete ihn in seinem Schaffen die Annahme, dass unser menschliches Dasein immer von den großen Momenten der Kartharsis in eine neue Richtung gelenkt werden. Also von jenen Bruchpunkten, an denen eine aufgestaute Energie aus einer zwanghaften Ruhestellung zu einer Entladung kulminiert, bis dann in eine Phase der Ausgeglichenheit - religiös würde man von Reinheit sprechen - eintritt. Diese Daseinsregel gelte sowohl im Leben wie in der Politik - und somit für einen Komponisten zwangsläufig in der Musik. Das umfangreiche symphonische Werk von Kalabis legt unabhängig der Jahre seiner Entstehung Zeugnis davon ab, ob es sich nun um seine fünf Symphonien oder die beiden Violinkonzerte handelt.

Das heißt aber nicht, dass sich die Musik über die vielen Jahre hinweg völlig gleichen würde. Denn die Zeitumstände sind immer andere, ebenso die Wahrnehmung darüber, worin der Zwang besteht, der zu jener Ruhe führt, aus der nur eine Entladung beenden kann. Was ja vielleicht das besondere an der historischen Situation unter dem Kommunismus und seines Endes in Europa war, dass tatsächlich beinahe die ganze Gesellschaft die gleiche Wahrnehmung einer Bedrängnis teilte. Ob Arbeiter oder Künstler: die Zwanghaftigkeit der lebensbeschränkenden Ruhe empfanden die meisten Menschen im damaligen Ostblock gleichsam bedrückend, und zumindest in dem ersten Jahrzehnt nach der samtenen Revolution die freie Lebensweise gleichsam beglückend. Das mag heute nicht mehr so sein, woher vielleicht auch die extreme Zuspitzung der unterschiedlichen Wahrnehmung und Benennung der als "unfrei" empfundenen Umstände rührt. Zugespitzt könnte man sagen: Nach der Kartharsis ist vor der Kartharsis.  

Ob der Musikschaffende tatsächlich in der Lage ist, mit seiner Musik die Dinge, die ihn bestimmt haben, so auszudrücken, dass auch ein Hörer sie genauso wahrnehmen wird? Zumindest machen es uns die modernen Komponisten des östlichen Teils Europas leichter, ihr Anliegen zu vermitteln. Denn ihre Modernität bestand im Gegensatz zu ihren westlichen Kollegen nicht in der Konterkarierung des Vorangegangenen, sondern seiner bewussten Weiterentwicklung. Somit lässt sich bei einem so in seiner Zeit stehenden Komponisten wie Viktor Kalabis bestens nachvollziehen, wie er in der jeweiligen Entstehungszeit nach dem Ausdruck seines Empfindens rang. Und möglicherweise am innerlichsten noch an seinen Kammerwerken. Zwei CDs eröffnen uns dafür eine ganz besondere Gelegenheit: drei Kammersonaten aus bewegten und unbewegten Zeiten, sowie die Einspielung seiner sämtlichen Klavierstücke.

Die beiden Sonaten für Klavier und einmal Cello und dann Klarinette entstanden in den Schicksalsjahren 1968 und 1969, und ihre Struktur und Grundstimmung liest sich wie ein Tagebuch der Ereignisse um Ende das Prager Frühlings: Dramatisch, stolz und trotzig am Beginn, meditativ und resigniert am Schluss die erste Sonate, die während des Einmarsches der Armeen Warschauerpaktstaaten entstand. Traurig und trotzdem widerständig die zweite Sonate, in der die bissige Klarinette sich steigert in die höchsten Register, um schließlich zu erschöpfen. 1982 entstand schließlich die Sonate für Geige. Es ist die meditativste der dreien, zieht sich ins Innere zurück und erlebt dort ihre eigenen Momente der Reinheit und Klarheit.

Die Klavierwerke umfassen einen Zeitraum von 1947 bis 1999, also über all die Wendezeiten hinweg, in denen sich das Leben des Komponisten vollzog. Denn früh geriet Viktor Kalabis - wie so viele seiner künstlerisch und wissenschaftlich engagierten Landsleute - in den Zwiespalt der "neuen Zeit". Neu sollte alles werden, aber im Grunde war es eine Periode des Stillstandes. In diesem Netz aus der Diskrepanz zwischen Anspruch und Realität gefangen, wurde auch der Komponist einerseits Bestandteil des Systems: Er übte seinen Beruf im staatlichen Rundfunk aus, komponierte teils für die große Bühne und gewann damit Staatspreise. Gleichzeitig aber wirkte er auch immer in einem kleinen Kreis Gleichgesinnter, in deren Auftrag so manches musikalisches Kleinod entstand. Die wunderbar von Ivo Kahánek eingespielten Klavierstücke gehören zum Letzteren. Drei umfangreiche Klaviersonaten stehen neben kurzen, aber klanglich reichen "Akzente" genannten Studien.

Diese Musik aus einer Spanne von über fünfzig teils starren, teils sehr bewegten Zeiten lässt keine Gefühlswahrnehmung aus. Und vielleicht ist es ja der Umstand, der diese Musik so besonders berührend macht, dass die tatsächliche gesellschaftliche und politische Kartharsis, die sich während dieses Komponistenlebens zutrug, sich als einer der hellsten historischen Momente unserer jüngeren Geschichte entpuppte. Alle Ereignisse, die nach den samtenen Revolutionen von 1989 und 1990 als epochale Bruchpunkte erkennbar wurden, ließen unsere Welt dann eher wieder verdunkeln. (mm)

 

Alle Angaben zu den erwähnten CDs mit Musik von Viktor Kalabis:

Drei Sonaten

Jamník (Cello), Paulová (Klarinette), Fišer (Geige), Kahánek (Klavier)

SU 4210-2

Hörbeispiele unter: https://www.supraphon.com/album/412673-kalabis-sonatas-for-cello-clarine...

 

Sämtliche Werke für Klavier

Ivo Kahánek

Doppel-CD mit einer Spieldauer von 2 Stunden

SU 4259-2

Hörbeispiele unter: https://www.supraphon.com/album/454014-kalabis-the-complete-piano-works

 

Zudem geben diese Sammlung zeitgenössischer Einspielungen einen Einblick in das orchestrale Schaffen von Viktor Kalabis:  

Symphonien und Konzerte

Tschechische Philharmonie

3 CDs mit einer Gesamtspieldauer von 3 1/2 Stunden

SU 4109-2

Hörbeispiele unter: https://www.supraphon.com/album/4352-kalabis-symphonies-concertos

 

 

Eine Webseite, die Viktor Kalabis und seiner Frau, der Cembalistin Zuzana Růzičková, gewidmet ist, findet sich unter: https://kalabismusic.org/

Bildnachweis:
Supraphon.com - Viktor Kalabis
Rubrik: Kultur, Theater, Oper, Tanz | 26. Oktober 2023, 15:08 Uhr
Das Prager Theaterfestival deutscher Sprache schmückt die Herbstsaison in der Metropole mit einer exklusiven Kollektion deutschsprachiger Inszenierungen - Kartenvorverkauf ab 21. Oktober

Prag - Der 28. Jahrgang des Prager Theaterfestivals deutscher Sprache vom 4. November bis zum 3. Dezember zeigt einen Überblick beeindruckender deutschsprachiger Theaterinszenierungen. Vertreten sind das Berliner Ensemble, die Schaubühne Berlin, das Thalia Theater Hamburg, das Schauspielhaus Zürich, das Volkstheater Wien und das Escher Theater aus Luxemburg.

Alle Vorstellungen werden mit tschechischen Übertiteln gezeigt. Teil des angesehenen Festivals ist auch eine tschechische Inszenierung eines ursprünglich deutschsprachigen Textes. Diese wird wie jedes Jahr mit dem Josef-Balvín- Preis ausgezeichnet.

Das Laientheater ŽUMPA Nučice erinnert zudem an ein wichtiges Jubiläum des Festivalgründers Pavel Kohout. Die Vorstellung des Berliner Ensemble Draußen vor der Tür widmen wir dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, einem unserer langjährigen und wichtigsten Partner, der in diesem Jahr sein 25. Jubiläum feiert. Geboten wird schließlich ein attraktives Off-Programm mit einem Workshop der deutschen Bühnenbildnerin Nina Wetzel, einer Ausstellung ihres bühnenbildnerischen Schaffens sowie einer Fachkonferenz. 

Der Kartenvorverkauf im GoOut-Netzwerk beginnt am 21. Oktober – weitere Informationen auf der Festival-Website www.theater.cz

"Das Motto des diesjährigen Festivals lautet selber schuld und verweist auf die gegenwärtige Weltlage, zu der wir leider alle beitragen. Wir sind selber schuld. Erneut leben wir in einer Welt voller Kriege und blutiger Konflikte, fahren unsere Waffenarsenale hoch und sind taub – Worte dringen nicht mehr zu uns vor. Es geht nicht um Schuldzuweisungen, sondern darum, sich seine eigene Schuld einzugestehen und einen Ausweg zu suchen“, so Petr Štědroň, Leiter des Festivals.

Eingeleitet wird das prallgefüllte Programm des 28. Prager Theaterfestivals deutscher Sprache mit dem allseits beliebten Theaterausflug. Der führt uns am 21. Oktober ins Wiener Volkstheater. Zu sehen ist dort allerdings eine Produktion der Berliner Volksbühne: Ophelia's Got Talent. Das Stück der österreichischen Choreographin, Regisseurin und Performerin Florentina Holzinger wurde von der Zeitschrift „tanz“ zur Inszenierung des Jahres gewählt. Fluktuation, Reflexion, Reproduktion, Heilung und Gewalt: In Florentina Holzingers neuer Arbeit vollzieht das multidisziplinäre Ensemble aus mehreren Generationen eine physische Studie zur Psychologie des Wassers im 21. Jahrhundert.

Richtig los geht es dann am 4. November im Divadlo Archa. Als erstes auf dem Programm steht eine Inszenierung des Thalia Theaters Hamburg mit dem Titel Doughnuts. Autor ist der japanischen Theaterkünstler Toshiki Okada. In seinem Stück nutzt er die Technik des sog. Nō Theaters aus Japan. Für Doughnuts versammelte er dafür eine Handvoll Konferenzgäste in einer Hotellobby. Die Welt ist wie ein Doughnut: viel Rand und in der Mitte ein Loch. Eine Leerstelle, die mit der zunehmenden Erosion aller Gewissheiten immer größer wird... 

Der diesjährige Jubilar Pavel Kohout (*20. Juli 1928) ist Verfasser von drei Gedichtbänden, zahlreichen Dramen, Romanen, Novellen und Erzählungen. Er ist außerdem der Begründer des Prager Theaterfestivals deutscher Sprache, das er 1996 als Deutsche Theater in Prag ins Leben rief und für das er bis 2008 aktiv tätig war. Als Dank zeigt das Festival am 10. November sein tragikomisches Stück Sex in der Inszenierung des Laientheaters ŽUMPA im Theater in den Weinbergen. Pavel Kohout schrieb Sex in einer außerordentlich trostlosen Zeit „zur Erheiterung seiner Freunde“.

Am 11. November gastiert im Theater in den Weinbergen dann das Berliner Ensemble mit der Inszenierung Draußen vor der Tür – dem „Stück, das kein Theater spielen und kein Publikum sehen will“, wie der Autor Wolfgang Borchert es selbst betitelte. Das Drama wurde 1947 erstmals als Hörspiel ausgestrahlt. Es schildert die Lage und die Gefühle vieler deutscher Soldaten, denen der Krieg nicht nur Gesundheit und Familie nahm, sondern auch die Hoffnung auf eine bessere Zukunft in Frieden. Das Stück wurde schon bald nach seiner Veröffentlichung zu einem internationalen Erfolg.

Am 14. und 15. November findet im Divadlo pod Palmovkou ein Gastauftritt des Volkstheaters Wien statt. Gespielt wird das Stück Die Scham der französischen Nobelpreisträgerin Annie Ernaux. Mit nüchterner, glasklarer Sprache und einem unermesslich scharfen Erinnerungsvermögen seziert Annie Ernaux darin ihr schwieriges Verhältnis zur eigenen Herkunft und das unauslöschliche Schamgefühl über ihre soziale Prägung. Ein Text voller Mut und Präzision – und gleichzeitig stets die Zweifel thematisierend, inwieweit ein Text überhaupt Zeugnis ablegen kann.

Mit der Rekonstruktion einer traumatischen Nacht formuliert der französische Autor Édouard Louis in seinem autobiographischen Roman Im Herzen der Gewalt eine ebenso persönliche wie gesellschaftlich durchdringende Analyse über das Erwachsenwerden, Begehren, Migration und Rassismus. In der Stimmenvielfalt der Reaktionen auf das ihm angetane Verbrechen werden gesellschaftlich verdrängte Formen der Gewalt deutlich. Die Theateradaptation des Romans feierte ihre deutsche Erstaufführung in der Schaubühne Berlin, in Prag ist sie am 25. und 26. November im DOX+ zu sehen.

Der im vergangenen Jahr gestartete Open Call fand auch in diesem Jahr statt. Ziel ist die Förderung interessanter Autorenprojekte von Schüler*innenn und Student*innen deutschsprachiger Kunstschulen sowie deren Absolvent*innen, denen das Festival einen geeigneten Rahmen zur Inszenierung und Propagierung ihres Werkes bietet. Gewinner des diesjährigen Open Calls ist das Studienprojekt Odysseus kauft sich ein Pferd oder Wie wir Helden wurden von Lena Reißner, die derzeit als Autorin und Regisseurin in Hamburg tätig ist. Gezeigt wird das Stück am 25. und 26. November im Divadlo DISK.

Am 30. November und am 1. Dezember heißt die Neue Szene des Nationaltheaters das Schauspielhaus Zürich willkommen. Das Ensemble zeigt die Inszenierung Gier nach der Vorlage der britischen Dramatikerin Sarah Kane. Lange bevor der Begriff „toxisch“ zur Beschreibung von Beziehungen verwendet wurde, verfasste Kane einen Text über genau solche Beziehungs- und Gewaltverhältnisse. Das zärtlich verzweifelte Langgedicht für vier Stimmen wirft folgende Fragen auf: Ist Intimität immer eine Zumutung? Wie kann man der Gewalt romantischer Liebe entkommen? Und lassen sich die gierigen Stimmen im Kopf überhaupt zum Schweigen bringen? In der jährlichen Kritiker*innenumfrage des Magazins „Theater heute“ wurde die Hauptdarstellerin Wiebke Mollenhauer zur Schauspielerin des Jahres ernannt.

Durch die Präsentation deutschsprachiger Inszenierungen möchte das Prager Theaterfestival deutscher Sprache tschechischen Theatern neue Impulse geben. Daneben zeichnet es mit dem Josef-Balvín-Preis alljährlich auch die beste tschechische Inszenierung eines ursprünglich deutschsprachigen Textes aus. Über den Gewinner entscheidet eine Jury bestehend aus Theaterkritiker*innen. Die Inszenierung des diesjährigen Preisträgers ist am 2. Dezember im Divadlo X10 zu sehen. Ausgezeichnet wurde die Theateradaptation der sog. Wartesaal-Trilogie von Lion Feuchtwanger. Der erste Teil trägt den Titel Erfolg. Als Beitrag zu einem langfristig angelegten Theaterprojekt steht das Stück seit 2021 auf dem Spielplan des Divadlo X10. Der zweite Teil mit dem Titel Die Geschwister Oppermann beschreibt die Zeit kurz vor Hitlers Machtergreifung sowie die ersten Wochen und Monate des Nazi-Regimes. Der letzte Teil der Trilogie, Exil, beschäftigt sich mit dem Schicksal deutscher Flüchtlinge in Paris.

Zum Abschluss des Festivals zeigt das Theater La Fabrika in Holešovice am 3. Dezember eine Koproduktion des Escher Theaters aus Luxemburg und des St. Pauli Theaters aus Hamburg. Die Inszenierung trägt den Titel Im Schatten der Diktatur – Der Schauspieler René Deltgen. Text und Dramaturgie beruhen auf der Zusammenarbeit des in Deutschland wirkenden, belgischen Theaterdarstellers Kristof van Boven und dem luxemburgischen Regisseur Frank Feitler. Im Zentrum des Stücks steht das Leben von René Deltgen, v.a. seine phänomenale Schauspielkarriere zu Zeiten des NS-Regimes.

Das diesjährige Off-Programm ist vor allem der renommierten deutschen Bühnenbildnerin Nina Wetzel gewidmet. Wetzel studierte Bühnen- und Kostümbild an der École Supérieure des Arts et Techniques in Paris. Seither arbeitete sie u.a. für das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg, die Volksbühne Berlin, das Schauspielhaus Zürich, das Residenztheater München, das Maxim Gorki Theater Berlin, das Burgtheater Wien, das Théâtre Vidy Lausanne, die Opéra de Dijon, die Comédie Française sowie zahlreiche weitere Szenen. Teil des Programms ist ein Workshop mit Nina Wetzel sowie eine Ausstellung ihres bühnenbildnerischen Schaffens in den Räumlichkeiten des Goethe-Instituts Prag und des Divadlo Na zábradlí.

Bildnachweis:
Theater.cz / © Matthias Horn - Berliner Ensemble: Draussen vor der Tür