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Tschechien OnlineTschechien Online | 1. April 2020, 12:09 Uhr

Prag - Tschechien punktet auch abseits seiner Hauptstadt Prag mit sehr schönen Sehenswürdigkeiten. Die Hauptstadt Prag ist jedoch der Höhepunkt einer Reise nach Tschechien. Die Stadt zählt jedes Jahr neue Rekorde an Touristen. Dazu braucht es auch keine neuen Anreize. Es reicht die Altstadt aus, um die Besucher zu begeistern.

Tschechien als Urlaubsort zu bewerben ist eigentlich gar nicht notwendig, weil es laut vielen Umfragen ohnedies zu den beliebtesten Urlaubsdestinationen vieler Menschen gehört. Viel eher punktet der tschechische Tourismusverband damit, Tschechien als Urlaubsort durch einen Imagefilm zu bewerben. Eine Erklärvideo Agentur bringt dabei die Nachricht werbewirksam auf den Punkt, ohne dabei kitschig zu wirken.

Bei einem Imagefilm geht es primär darum, alle Vorlieben einer Stadt zu präsentieren. Gerade im Städtetourismus steht man hier vor großen Herausforderungen, die ein sehr hohes Maß an Erfahrung und Können verlangen. Um dieser Herausforderung Herr zu werden und gleichsam einen Vorteil daraus zu generieren, wird man auch auf alle technischen Optionen zurückgreifen wollen.

Werbebotschaft in weniger als 10 Minuten

Gerade für den Tourismus ist ein Imagefilm von Vorteil, weil sich in 10 Minuten sowohl eine Werbebotschaft wie auch Bilder vom Zielort verpacken lassen. Daher sollte man sich auf die wesentlichen Faktoren konzentrieren und dennoch den Film nicht überladen. Die richtige Balance zwischen Informations- und Unterhaltungswert zählen zu den Erfolgsfaktoren für einen Imagefilm.

Herausforderungen als Chancen wahrnehmen

Die Vorteile des Imagefilms im Städtetourismus sind also klar ersichtlich. Dennoch gibt es Herausforderungen zu bewältigen. Dies können aber mit der richtigen Strategie in Erfolgsfaktoren umgewandelt werden. Es geht darum, alle Vorlieben und viele Parameter in einem Imagefilm zu berücksichtigen. Grundsätzlich kann gesagt werden, dass ein Imagefilm im Vergleich zum herkömmlichen Videoformat besser ist, einfach weil die Imagefilme mehr Optionen schaffen.

Es erfordert allerdings auch talentiertes und qualifiziertes Personal. Die Vorteile liegen dabei aber vor allem auf einer gesteigerten Aufmerksamkeit beim Publikum. Dies ist für die Erstellung, abgesehen von der richtigen Beleuchtung, aber dennoch eine Chance. Was die bessere Farbgebung betrifft, so lässt sich viel mehr aus dem Imagefilm herausholen.

Im Studio lassen sich zudem auch kleine digitale Verbesserungen durchführen. Durch die Verwendung eines Computers können ganze Bilder aufgewertet werden. Am besten lässt sich dies wohl mit einer schlechten Wetterlage darstellen. Man kann zwar keinen schönen Sommertag simulieren, aber dennoch können gewisse Details im Film durch optische Verbesserungen aufgewertet werden. (dap)

prag aktuellprag aktuell | Rubrik: Wirtschaft | 26. März 2020, 16:00 Uhr
Erstmals unterstützt der Staat die Unternehmen in großem Umfang bei der Lohnfortzahlung, um Arbeitsplätze zu erhalten / Von Miriam Neubert, Germany Trade & Invest

Prag - Das tschechische Programm zum Schutz der Beschäftigung in der Coronavirus-Krise heißt Antivirus. Es soll für Arbeitnehmer und Arbeitgeber die Folgen der Notstandsmaßnahmen mildern, mit denen die Regierung die Covid-19-Ausbreitung unter Kontrolle halten will. Zuständig ist das Ministerium für Arbeit und Soziales.

Es gibt fünf Kategorien. Regime A betrifft die angeordnete Quarantäne der Beschäftigten und einen Lohnersatz von 60 Prozent des Durchschnittsgehalts, was dem Arbeitgeber voll vom Staat erstattet wird. Bei Regime B ist es unmöglich, Angestellte mit Arbeit zu versehen wegen Geschäfts- oder Betriebsschließung. Bei Regime C können mindestens 30 Prozent der Angestellten aufgrund von Quarantäne oder Kinderbetreuung nicht mit Arbeit beauftragt werden. In Fall B wie C zahlt der Arbeitgeber das Durchschnittsgehalt zu 100 Prozent und bekommt 80 Prozent vom Staat zurück.

Regime D gilt, wenn entscheidende Lieferungen durch Quarantänemaßnahmen oder Produktionsausfälle bei Lieferanten (auch ausländischen) ausbleiben. Der Lohnersatz beträgt 80 Prozent des Durchschnittsgehalts und wird zu 50 Prozent erstattet. Regime E betrifft die eingeschränkte Nachfrage nach Produkten und Diensten durch Quarantänemaßnahmen am Absatzort (Tschechien oder Ausland). Der Lohnersatz beträgt mindestens 60 Prozent des Durchschnittslohns und wird zur Hälfte vom Staat erstattet.

Die durch die Arbeitgeber gezahlten Mittel will der Staat ab April über die Arbeitsämter kompensieren, Märzzahlungen eingeschlossen. (nk)

Rubrik: Politik | 23. März 2020, 22:57 Uhr

Prag - Seit Ausrufung des landesweiten Notstands in Tschechien am 11. März verabschiedete die tschechische Regierung eine Reihe einschneidender Maßnahmen, die mit aller Macht die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus im Lande verlangsamen und eindämmen sollen und das öffentliche Leben in Tschechien praktisch zum Stillstand brachten. 

Der tschechische Regierungschef Andrej Babiš tritt dabei täglich, meist nach stundenlangen Sitzungen der tschechischen Regierung und meist mit mehreren Ressortchefs und dem Chef des Krisenstabs vor die Presse. Dabei erläutert er mit seinem Team regelmäßig Grund und Zielrichtung der beschlossenen Maßnahmen und steht Journalisten Rede und Antwort.

Am Montagabend wandte sich der Premier nun zusätzlich in einer außerordentlichen Fernsehansprache an die Bevölkerung. Die Ansprache wurde vom öffentlich-rechtlichen Tschechischen Fernsehen (ČT) um 20.05 Uhr ausgestrahlt und auch auf dem offiziellen YouTube-Kanal von Andrej Babišs ANO-Bewegung veröffentlicht. Die Ansprache des Premiers im tschechischen Originalton. (nk)
  

 

prag aktuellprag aktuell | Rubrik: Wirtschaft | 23. März 2020, 22:31 Uhr
Prag verbietet Pendlern das tägliche Pendeln

Prag - Die tschechische Regierung hat heute eine Resolution verabschiedet, die bis auf Weiteres in den Grenzregionen praktisch das Aus für den grenzüberschreitenden deutsch-tschechischen und österreichisch-tschechischen Arbeitsmarkt bedeutet.

Zwar dürfen Berufspendler mit Wirkung vom 26. März 2020 zur Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit bei einem deutschen oder österreichen Arbeitgeber weiterhin die Grenze überschreiten, allerdings nur noch in Abständen von mindestens 21 Tagen. Nach der Rückkehr in die Tschechische Republik müssen die grenzüberschreitenden Arbeitnehmer dann zudem eine 14-tägige häusliche Quarantäne einhalten. 

Zwar verbietet der heutige Beschluss der Prager Regierung Pendlern den Grenzübertritt nicht grundsätzlich, wie am Wochenende unter anderem von Innenminister Jan Hamáček (ČSSD) gefordert. Praktisch dürfte der Beschluss aber Tausenden tschechischen Arbeitnehmern in Sachsen, Bayern und Österreich die weitere Ausübung ihrer bisherigen beruflichen Tätigkeit auf der anderen Seite der Grenze außerhalb Tschechiens unmöglich machen.   

Für viele Firmen, insbesondere auch Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen dürfte der Ausfall ihrer Arbeitnehmer aus Tschechien zu großen Schwierigkeiten führen. 

Einzelheiten zu der neuen Regelung will das tschechische Innenministerium in Kürze auf seinen Webseiten (www.mvcr.cz) veröffentlichen. (nk)

Rubrik: Politik | 20. März 2020, 09:35 Uhr
Droht Deutschland zum zweiten Italien zu werden? Politiker, Experten und Promis fordern den Lockdown für Deutschland, doch die Kanzlerin, Bund und Länder sind noch im Diskussionsmodus und setzen auf Eigeninitiative der Bürger*nnen

Es waren gerade mal knapp über 50 Infizierte in Tschechien, als auf der Prager Burg schon sämtliche Alarmglocken schrillten. Am Freitag, den 13. März, war Tschechien bei 141 Infizierten. Der bevorstehende Lockown war bereits abzusehen und jeder wusste, dass er nur noch wenige Tage für seine Besorgungen Zeit hatte. Am Sonntag, den 15. wurde schließlich die landesweite Quarantäne für Mitternacht ausgerufen. Da war Tschechien gerade mal bei 298 Infizierten. Weitere Maßnahmen folgten in immer kürzeren Intervallen. Deutsche Medien kommentierten die Maßnahmen in Tschechien als Handlungen eines "populistischen" Premierministers Andrej Babis, nicht ohne süffisanten Unterton. (Diese Meldung wurde über den Newsticker zahlreicher Medien in Deutschland im immer gleichen Wortlauf - vermutlich als Pressemitteilung - verbreitet. DIE WELT, t-Online.de, u.a.).

Tschechien: Mit Transparenz und klarer Ansage
Dass ich die Infektionskurve hier so genau wiedergeben kann, liegt nicht an meiner evtl. außerordentlichen Gedächtnisleistung, die ich bisher meinen Mitmenschen verschwiegen hätte. Die Zahlen sind schlicht und ergreifen auf der Webseite des tschechischen Gesundheitsamtes [https://onemocneni-aktualne.mzcr.cz/covid-19] nachzulesen und werden ständig aktualisiert. Von Anfang an herrschte in Tschechien Transparenz und eine klare Ansage. Zwei Maßnahmen, die in Deutschland bis heute auf sich warten lassen. Auch auf der Webseite des Bundesamtes für gesundheitliche Aufklärung gibt es bislang nur lapidare Empfehlungen und allgemeine Hinweise zum Corona-Virus, statt detaillierter Informationen, während die Corona-Statistik für Deutschland auf der Seite der tagesschau.de bislang eher nur schleppend aktualisiert wurde.

Deutschlands Gesundheitssystem steht vor dem Kollaps, auch ohne Corona
Statt klarer Ansage, verlor sich der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn in wochenlangen Diskussionen mit Journalisten und, tja, wie soll man das nennen? Optiminusfloskeln? Deutschland sei gut aufgestellt. Deutschland habe ein gutes Gesundheitssystem. Kein Wort vom Warnstreik, der Ärzte und Pflegekräfte wenige Wochen in Hannover zuvor, die vor dem drohenden Zusammenbruch des deutschen Gesundheitssystems warnten. Kein Wort über den akuten Pflege- und Ärztemangel, den es seit Jahren schon in Deutschland gibt und den das Land mit Abwerbung von Fachkräften aus anderen EU-Staaten begegnen will. Kein Wort davon, dass seit Jahren in deutschen Krankenhäusern Pflegekräfte selbst an den Folgen einer kapitalistischen Ausbeutung erkrankten und reihenweise aus dem Beruf ausstiegen. Immerhin: Ihnen allen dankte die Kanzlerin in ihrer Ansprache, die vorgestern im Anschluss an die tagesschau auf dem gleichen Kanal gesendet wurde, für ihr Engagement. Genau darauf haben wohl sicherlich viele Pflegekräfte und Ärzte in Deutschland gewartet. Kein Wort von besseren Arbeitsbedingungen und höheren Löhnen, sondern einfach nur: Haltet durch, für mich und für euch! 

Link zum Thema: Deutsche Ärzte im Warnstreik warnen vor Kollaps des deutschen Gesundheitssystems

Junge Leute feiern Corona-Parties in Deutschland
Während die europäischen Nachbarn mit Sorge auf den förderativen Staat blickten, kamen selbst aus Deutschland warnende Stimmen, wie z. B. vom Gesundheitsexperten Karl Lauterbach, der die Absage aller Veranstaltungen vehement forderte. Von Jens Spahn kamen und kommen weiterhin lediglich "Empfehlungen". Zwischenzeitlich ist Karl Lauterbach selbst mit dem Virus Infiziert und in Quarantäne. Auch nach der Ansprache der Bundeskanzlerin Angela Merkel, am vergangenen Mittwoch, wurden Deutsche, in Deutschland lebende Ausländer und andere EU-Bürger bitter enttäuscht. Mit sanften Worten appellierte die Kanzlerin an die Vernunft der jungen Menschen - die in Deutschland noch immer Corona-Parties feiern, und rief zu mehr Solidarität auf. 

Der Feind ist ein Virus!
Diskussion, Einsicht und Eigenverantwortung sind in einer - funktionierenden (!) - Demokratie eine gute Sache. Aber wenn ein Land angegriffen wird, muss es nach außen hin sich verteidigen können und nicht wochenlang über die richtige Verteidigungsform diskutieren. Der Feind ist im Moment nicht der Osten oder irgendeine religiös-extremistische Gruppe, sondern ein Virus. Ich frage mich, was Deutschland machen würde, wenn morgen früh eine Handvoll Ufos aus H. G. Wells "Krieg der Welten" vor dem Reichstagsgebäude landen würde. Würde die Regierung dann diese Glibbermännchen auch zu Kaffee und Kuchen auf eine Diskussion ins Bundeskanzleramt einladen?

Deutschland verspielt kostbare Zeit: Es ist die Lebenszeit der Menschen!
Deutschland warf in der Vergangenheit anderen EU-Mitgliedsstaaten ein uneinheitlichen Handeln in der Corona-Krise zu und sprach ihnen damit Kompetenz ab. Doch der angebliche "Musterschüler Europas" kann offenbar noch nicht einmal sein eigenes Land mit der gebotenen Einheitlichkeit regieren. Während Bayern schon im Krisenmodus ist, kann man in Niedersachsen noch Freizeitaktivitäten genießen. Unterdessen sind bereits Tausende mit dem Virus infiziert und weitere Menschen gestorben. Deutschland verspielt kostbare Zeit!

Als erste werden Alte und Kranke sterben - Das wären künftige Rentenempfänger 
Sterben werden zu allererst diejenigen, die alt und/oder krank sind. Also zukünftige Rentenempfänger, die in ihrem Leben zuvor hart für das deutsche Sozialsystem gearbeitet und somit Deutschland über die Euro-Krise hinweggerettet (und Gerhard Schröders Agenda 2010 umgesetzt) haben. Das sind keine abstrakten Begriffe. Ich denke hier an ganz konkrete Menschen in meinem Verwandten- und Bekanntenkreis. An Krankenschwestern mit Burnout, an Maurer, mit verschlissenem Rücken, an herzkranke  - jahrelang auf Honorarbasis (!) bezahlte - Lehrer mit Bypass und vielen mehr. Ihnen allen rief Angela Merkel zu, dass jetzt mehr Solidarität, mehr Eigenverantwortung und weniger Egoismus gefragt sei. Wer sich jetzt nicht freiwillig zurückhält, verhält sich egoistisch. Mit Verlaub Frau Kanzlerin: Egoistisch verhält sich gerade die Bundesregierung, wenn sie es einfach nicht fertig bekommt, harte Maßnahmen gegen das Virus umzusetzen. Die Uhr zeigt nicht auf 5 vor 12, sondern bereits auf 15 Uhr! Schon jetzt sind mehr als 15.000 Menschen in Deutschland infiziert und wenn es so weiter geht, wird Deutschland zum neuen HotSpot für das Virus, von wo aus es andere EU-Staaten und die Welt infizieren könnte; nein wird! Genau dies ist auch eine Form von Egoismus!

Link zum Thema: Deutscher Entertainer fordert Merkel zum sofortigen Shutdown auf. 

Sind Forderungen nach Grenzschließungen und Lockdown rechtspopulistisch?

Die Forderungen nach geschlossenen Grenzen, nach landesweiter Quarantäne, nach Ausgangssperre, sind keine Erfindung von rechten Parteien, auch wenn diese von ihnen mehrfach geäußert wurden. Sie sind im Moment schlichtweg medizinisch notwendig. Es geht um ein Virus und nicht um eine Ideologie. Aus Angst vor dem Vorwurf des Rechtspopulismus medizinisch-notwendige Maßnahmen nicht umzusetzen, könnte gerade eher rechten Parteien in die Hände spielen. Was die Menschen jetzt brauchen ist Sicherheit, Transparenz und klare Ansagen. An einer womöglich innenpolitischen Krise, die auf das Corona-Virus folgen könnte, ist damit die Bundesregierung selbst schuld, wenn sie an dieser Stelle in einen endlosen Diskussionsmodus verfällt. Der deutsche Entertainer Oliver Pocher, der sicherlich unverdächtig in Sachen Populismus erscheint, fordert ebenfalls die Kanzlerin zum sofortigen Handeln auf. "Sie", die jungen Leute in Deutschland, "begreifen es einfach nicht" appellierte Pocher an die Kanzlerin und forderte den "Shutdown" für Deutschland. Es gebe "zu viele dumme Leute" in Deutschland. Genau für diese Leute sind klare Ansagen und Maßnahmen notwendig, denn es geht um unser aller Leben.

Frau Merkel! Hören Sie und Ihr Stab auf zu diskutieren! Handeln Sie! Jetzt! Schützen Sie Deutschland! Gefährden Sie nicht Europa! Retten Sie meine Verwandten und Freunde in Deutschland! Es ist ernst! Nehmen Sie es auch ernst!

Prag, 20.03.2020

Konstantin John Kowalewski