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Der Autor

Inge Buck (geb. in Tübingen) studierte Literatur- und Theaterwissenschaft in Tübingen, München und Wien.

Sie arbeitete als Redakteurin in der Hörspielabteilung bei Deutschlandfunk, Köln und arbeitete als Kulturwissenschaftlerin an der Universität Bremen.

Sie lebt und arbeitet als freie Autorin in Bremen und Süddeutschland. Zu ihren Arbeitsgebieten zählen u.a. Lyrik, Kurzprosa, Hörfunk-Feature und Hörbild. Inge Buck ist Mitglied im Verband Deutscher Schriftsteller (VS) und ist an der Organisation zahlreicher öffentlicher Lesungen und Literaturprojekte beteiligt.

Zuvor war sie bereits nominiert für den Preis des Kurzdrama- und Autorenwettbewerb SALZ 3 des Theater Lüneburg (2013), erhielt ein Stipendium der Stadt Amsterdam (2001) und gewann 1995 den Robert-Geisendörfer-Preis. Zu ihren aktuellsten Werken gehören die prosaische Geschichtensammlung "Die Grenzen des Sommers" (Sujet Verlag, 2016) und der deutsch-persische Gedichtband "Unter dem Schnee" (Sujet Verlag, 2015). Im September 2017 ist sie Stipendiatin des Prager Literaturhauses.

Im Internet: www.prager-literaturhaus.comwww.prager-literaturhaus.com
Bildnachweis:
© Julia Baier

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Die kleinen Läden der Vietnamesen haben Tag und Nacht geöffnet. Hier kann man alles kaufen, was man tagsüber vergessen hat. Hinter unauffälligen Hauseingängen verbergen sich schmale Räume mit überladenen Regalen, in denen alle Sorten alkoholischer Getränke aufgestapelt sind. Hinter der Kasse, verdeckt von allerlei Waren, sitzen nachts junge Frauen oder Männer, tagsüber ältere Paare.

Der Vietnamese gleich um die Ecke betreibt einen kleinen Supermarkt. “Where are you coming from?“ fragt er mich gleich beim Eintreten. Er selbst lebt seit zehn Jahren in Prag, seine Eltern in Vietnam. Er war auch schon einmal in Hamburg und Paris, er strahlt. Er holt für mich die Waren aus der Vitrine, Eier und Brot.

„Dobry den“, ein Nachbar, der in der Masarykovo nabrezi eine Wechselstube betreibt und der mich täglich an seinem Haus vorbeigehen sieht, kommt in den Laden. „Where are you coming from? From  Japan?“ Es ist das erste Mal, dass ich mit ihm ins Gespräch komme. Mit hartem Akzent spricht er Deutsch. Er selbst kommt aus Istanbul und ist stolz, Türke zu sein.

Der Vietnamese begleitet mich zur Tür und macht mich vorsorglich auf die Türschwelle aufmerksam. In der fremd-vertrauten Umgebung gibt mir das Einkaufen in der Nachbarschaft das Gefühl, bereits ein wenig hier angekommen zu sein.

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