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| | Musik | 21.11.2012

LikeLikeLike – Momentaufnahmen vom Sophie-Hunger-Konzert in Prag

Zum dritten Mal trat sie gestern in Prag im Palác Akropolis auf und hinterlässt wunderbare Bilder und Erinnerungen

Der Bühnenaufbau ist schlicht: all die Instrumente finden ihren Platz und ein paar Lichterketten, die wie Stromleitungen drapiert sind. Überhaupt sind Lichteffekte das einzige, das von dem Auftritt von Sophie Hunger und ihrer Band ablenken könnte. Tun sie aber nicht. Eher unterstreichen sie die Melodien, setzen Akzente, rücken das in den Mittelpunkt, was bei einem Konzert doch im Vordergrund stehen sollte: die Musiker und ihre Musik. Ebenso schlicht der Auftritt der Künstlerin Sophie Hunger: schwarze Pumps, schwarze Leggings, schwarzes Kleid, ihre Kette und natürlich diese Stimme.

Sie wirkt ehrlich (und von wem kann man das im Musik-Business noch sagen?), authentisch und nimmt sich die Zeit jeden einzelnen ihrer vielfach begabten Musiker vorzustellen. Mit ein bisschen Humor treten so nicht nur die Talente, sondern auch die Menschen zum Vorschein.

Aber im Vordergrund steht immer die Musik. Ein Cello, ein Klavier, zwei Keyboards, ein Schlagzeug, ein Glockenspiel, Gitarren und verschiedene Blasinstrumente bevölkern die Bühne und erzeugen Melodien, die den Zuhörer mitreißen. Zusammen mit der Stimme, aber auch der Art und Weise wie Sophie Hunger singt entstehen ruhige, intensive Kompositionen, die den ein oder anderen Schauer über die Haut laufen lassen.

Dann gibt es aber auch Lieder, bei denen man sich am liebsten wild im Kreis drehen möchte vor lauter Energie, die die Sängerin verbreitet. Oder man findet sich grinsend mitschwingen, einfach weil Sophie Hunger auf der Bühne steht, mit einem leichten Lächeln und „Lalalalalalala, I like to see you“ auf den Lippen.

Die meisten Texte sind Englisch, der ein oder andere Deutsch. Besonders eindrucksvoll und berührend ist es aber, wenn Sophie Hunger, nur von den Stimmen ihrer Musiker und dem Schlagzeug begleitet, „Schwyzerdütsch“ singt: die Stimmen, die Worte und die Melodie bilden eine unzertrennbare Einheit. Auch wenn es bei ihrem Konzert eigentlich nicht um sie selbst ging – nicht ihre Person, sondern die Musik im Vordergrund stand, ist es, als ob man ihre Zuneigung zur Schweiz und ihrer Sprache fassen kann.

Bildnachweis:
Melanie Köhler

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