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Fragen an K. J. Kowalewski:

  • Wie alt möchtest du werden? - So alt, wie ich noch selbstständig denken, fühlen und handeln kann.
  • Wie möchtest du sterben? - Wenn ich mit mir und der Welt im Reinen bin!
  • Worüber kannst du lachen? - Über das Duo Urban Priol und Georg Schramm (Deutsche Polit-Kabarettisten).
  • Welchen Traum möchtest du dir erfüllen? - Lebe deinen Traum! Träume nicht dein Leben!
  • Wie viel Geld möchtest du besitzen? - Soviel, dass ich ein normales Leben führen kann.
  • Ein Jahr auf einer Insel: Welche 3 Bücher nimmst du mit? - Saint-Exupérys: "Le Petit Prince", Sartres: "Le Mur" und mein Tagebuch.
  • Wer ist die Person hinter diesem Blog? - Konstantin John Kowalewski ist Konstantin Kountouroyanis (© by ihm). John ist der Vorname meines deutschen Großvaters. Kowalewski der Geburtsname meiner Mutter.
  • Zum Kontaktformular (Wegen DSGVO und Upload-Filter geschlossen.)
Bildnachweis:
Foto: Kountouroyanis

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| | Politik | 16.11.2019

Mehr als 300.000 Menschen demonstrierten auf der Letná-Höhe gegen Korruption und für mehr Demokratie

Demonstranten aus ganz Tschechien versammelten sich heute auf dem Letná-Platz, um gegen die Politik des Ministerpräsidenten Miloš Zemans sowie des Premierministers Andrej Babiš´ zu protestieren
  • Demonstration "Letná 2 - Wir klingeln für die Demokratie!" Foto: K. Kountouroyanis
    Demonstration "Letná 2 - Wir klingeln für die Demokratie!" Foto: K. Kountouroyanis
  • Demonstration "Letná 2 - Wir klingeln für die Demokratie!" Foto: K. Kountouroyanis
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  • Demonstration "Letná 2 - Wir klingeln für die Demokratie!" Foto: K. Kountouroyanis
    Demonstration "Letná 2 - Wir klingeln für die Demokratie!" Foto: K. Kountouroyanis
  • Tschechen sind für einen Verbleib in der EU, aber auch gegen Lobbyismus. Foto: K. Kountouroyanis
    Tschechen sind für einen Verbleib in der EU, aber auch gegen Lobbyismus. Foto: K. Kountouroyanis
  • Ausblickspunkte konnten in den entlaubten Bäumen gefunden werden. Foto: K. Kountouroyanis
    Ausblickspunkte konnten in den entlaubten Bäumen gefunden werden. Foto: K. Kountouroyanis
  • 30 Jahre nach der Sanften Revolution. Diese Plakatträger werfen dem Ministerpräsidenten Zeman und Premierminister Babiš Mitgliedschaften im Geheimdienst der alten ČSSR vor. Foto: K. Kountouroyanis
    30 Jahre nach der Sanften Revolution. Diese Plakatträger werfen dem Ministerpräsidenten Zeman und Premierminister Babiš Mitgliedschaften im Geheimdienst der alten ČSSR vor. Foto: K. Kountouroyanis
  • Ein weiteres Plakat mit dem Vorwurf, das ständig nur Alt-Kommunisten an der Macht gewesen seien. Foto: K. Kountouroyanis
    Ein weiteres Plakat mit dem Vorwurf, das ständig nur Alt-Kommunisten an der Macht gewesen seien. Foto: K. Kountouroyanis
  • Die Forderungen des Netzwerks "Milion chvilek pro demokracii" (Eine Million Augenblicke für die Demokratie). Foto: K. Kountouroyanis
    Die Forderungen des Netzwerks "Milion chvilek pro demokracii" (Eine Million Augenblicke für die Demokratie). Foto: K. Kountouroyanis
  • Ebenfalls reisten Bauern mit ihren Traktoren zur Demonstration an. Foto: K. Kountouroyanis
    Ebenfalls reisten Bauern mit ihren Traktoren zur Demonstration an. Foto: K. Kountouroyanis
  • Einige der Wohnungsinhaber dieses Hauses luden die Demonstranten auf ihre Balkone ein. Foto: K. Kountouroyanis
    Einige der Wohnungsinhaber dieses Hauses luden die Demonstranten auf ihre Balkone ein. Foto: K. Kountouroyanis
  • Fernsehsender und Agenturjournalisten sicherten sich einen Platz auf dem Dach. Foto: K. Kountouroyanis
    Fernsehsender und Agenturjournalisten sicherten sich einen Platz auf dem Dach. Foto: K. Kountouroyanis
  • Die "rote Hose" ist eine Anspielung auf Miloš Zeman. Foto: K. Kountouroyanis
    Die "rote Hose" ist eine Anspielung auf Miloš Zeman. Foto: K. Kountouroyanis

Mit einer Schweigeminute für die Opfer der durch Polizeigewalt zu Tode gekommenen Demonstranten in Hongkong begann das Netzwerk "Milion chvilek pro demokracii" (Eine Million Augenblicke für die Demokratie) heute die Demonstration auf der Prager Letná-Höhe und zwar um genau 14 Uhr! Die Demonstration begann nicht, wie einen Tag vor der Demonstration in der kostenlosen U-Bahn-Zeitung "Metro" angekündigt, um 16 Uhr! Das hunderttausendfach in der Prager Metro ausliegende rein, werbefinanzierte Blatt "Metro", ist Bestandteil des Konzerns AGROFERT, der von dem Multimilliardär Andrej Babiš beherrscht wird, gegen den sich die heutige Demonstration u. a. richtete. Diesen offensichtlichen "Druckfehler" bemerkte auch das Bürgerforum "Milion chvilek pro demokracii", das für genau diese Demonstration als verantwortlicher Veranstalter auftrat und schrieb auf seiner Facebook-Seite eine entsprechende Gegendarstellung mit folgenden Worten: 

"Dies ist die Beilage zur heutigen Metro - Babiš-Tageszeitung, die kostenlos in einer Auflage von hunderttausend Exemplaren verteilt wird. Sie schreiben auch über die Demonstration auf dem Letná. Aber zufällig haben sie den Beginn auf 16:00 Uhr verschoben, wenn sie [die Demonstration] vorbei sein wird. Also Freunde, wir beginnen bereits um 14:00, genauso wie wir es seit zwei Monaten ankündigen. Kommt bitte."



Screenshot der Reaktion des Netzwerks "Milion chvilek pro demokracii" auf den "Druckfehler" in der Kostenlos-Zeitung "Metro".

Mehr als 300.000 Menschen kamen aus ganz Tschechien zu der Veranstaltung, um gegen den Ministerpräsidenten Miloš Zeman und dessen Premierminister Andrej Babiš zu demonstrieren. Gegen den Premierminister erhebt das Bürgernetzwerk den Vorwurf der Korruption, Bereicherung und Interessenkonflikte. Damit haben heute mehr Menschen an der Demonstration als im vergangenen Sommer teilgenommen. Denn zur Demonstration auf der Prager Letná-Höhe, die unter dem Titel "Letná 2 - Wir klingeln für die Demokratie!" heute stattfand, kamen auch zahlreiche Bauern mit ihren Traktoren angefahren. Ganze Familien kamen mit Kleinkindern und sogar Säuglingen zur Demonstration, die hauptsächlich auf dem riesigen, offenen Platz der Letná-Höhe stattfand, wo dennoch nicht alle Menschen Platz fanden, so dass noch etliche Demonstranten sich in den hinteren Bereichen bis zum Metronom und zur Metro-Station Chodkovy Sady verteilten. Um ihre Kinder brauchten die Demonstranten keine Angst haben, denn anders als in Hongkong, wo mit massiver Polizeigewalt bei Demonstrationen zu rechnen ist, wird sich der Premierminister hüten, allzu viele Polizisten zur Demonstration zu schicken. Denn die Stimmung in der Bevölkerung ist derzeit so aufgeheizt, dass sie durch einen ähnlichen Polizeieinsatz wie in Hongkong schnell umschlagen könnte. Darin ist sich die überwiegende Mehrheit der Tschechen einig.


Foto: K. Kountouroyanis
Das Netzwerk "Milion chvilek pro demokracii" stellte klare Forderungen, die auf diesem Handzettel zu lesen waren.


Auf einem Handzettel stellte das Netzwerk "Milion chvilek pro demokracii" seine Forderungen und dem Premierminister bis zum 31.12.2019 ein Ultimatum.

Dort steht:

"WAS WIR WOLLEN

1. „Wir wollen Politiker, die die demokratischen Regeln und Institutionen achten, nicht lügen, stehlen oder Ängste schüren und sich nicht in Interessenkonflikten befinden“

2. Wir wollen Bürger sein, die gegenüber den anderen Menschen nicht gleichgültig sind, die sich für den Zustand der Gesellschaft interessieren und ihre Mitverantwortung dafür übernommen haben.

3. Wir wollen in einem Land leben, in dem Freiheit und Gerechtigkeit gedeihen, das eine gesunde Landschaft und Umwelt hat und in dem jeder ohne Angst, menschenwürdig und gerne leben kann."


Der Verein "Milion chvilek pro demokracii" stellte dem Premierminister bis zum 31. Dezember 2019 ein Ultimatum. Bis dahin soll er die umstrittene Justizministerin Marie Benešová (Siehe unseren Bericht vom 01.05.2019 dazu) entlassen und Agrofert einschließlich der übernommenen Medien abtreten oder von seinem Amt als Premierminister zurücktreten. Andernfalls wird das Bürgernetzwerk zu weiteren Demonstrationen aufrufen, bei denen man "viel kreativer" vorgehen wird. Welche Art von Kreativität das Netzwerk genau meint ließ es offen. Spekulatonen darüber, dass das Netzwerk "Milion chvilek pro demokracii" ggf. eine politische Gegenpartei gründen wird, konnten bislang nicht offiziell bestätigt werden. 


Foto: K. Kountouroyanis

Dass so viele Menschen zur Demonstration kamen, lag wohl auch daran, dass zahlreiche Demonstranten aus dem Umland anreisten. Neben den schon erwähnten Bauern, kamen auch aus anderen Städten Tschechiens Demonstranten. Sie waren klar erkennbar an ihren tschechischen Nationalfahnen, auf denen sie ihre jeweilige Stadt mit schwarzen Filzstiften schrieben. Neben Liberec las man auch Namen zahlreicher anderer Städte.


Youtube-Video der Demo. Aufruf an alle Europäer [auf Deutsch]. Urheber Bürgerforum: "Millionen Augen-Blicke für Demokratie"

Auf einer Mega-Bühne, deren Geschehen auch für die hintereren Ränge auf eine große Leinwand übertragen wurden, traten nacheinander verschiedene bekannte tschechische Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur sowie Zeitzeugen, die die Sanfte Revolution vor 30 Jahren, aber auch auch den Prager Frühling und die anschließende sog. "Normalisierung" nach 1969 miterlebt hatten, auf und warnten vor einem Rückfall in eine Vorwendezeit. 

Die Demonstration gegen Babiš und Zeman fand vor dem Hintergrund der Feierlichkeiten zum 30. Jahrestag der Sanften Revolution statt.  So werden wohl auch morgen früh, um 7 Uhr, bei der offiziellen Kranzniederlegung des Premierministers Andrej Babiš am Denkmal für die Sanfte Revolution vom 17.11.1989 in der Národní třída (Nationalstraße), zahlreiche Babiš-Gegener die Straße säumen. Wie die Polizei in Anwesenheit des mächtigsten Mannes Tschechiens reagieren wird bleibt fraglich.

Prag, 16.11.2019

Konstantin John Kowalewski

Update 17.11.2019
- Übersetzung des Flugblattes eingefügt.
- Weitere Informationen zur Ankündigung der Demonstration in der Metro-Zeitung.
- Chronik-Leiste eingefügt.
- Youtube-Video des Bürgerforums "Millionen Augen-Blicke für Demokratie" eingebettet.

Chronik der Ereignisse

Tagesschau schaltet Prag-Korrespondenten Danko Hendrick ins Studio

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