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Rubrik: Kultur, Stil | 1. November 2018, 09:38 Uhr
Kunstgewerbemuseum zeigt historische Haute Couture der "tschechoslowakischen Coco Chanel"

Prag - Hana Podolská gehört zu den bekanntesten Modeschöpferinnen der Zwischenkriegszeit in der Tschechoslowakei.

1915 öffnete der Salon "Podolská" im Palais Lucerna in Prag seine Türen. Künstlerische Kreativität und ihr unternehmerisches Händchen ermöglichten es Podolská, sich nicht nur landesweit einen Namen zu verschaffen. Auf der Suche nach Inspirationen reiste sie nach Paris und führte in ihrer Heimat Modeschauen auf dem Laufsteg ein.

Podolskás maßgeschneiderten Kostüme, Kleider, Hüte und Schuhe erfreuten sich großer Beliebtheit. Zu ihrem Klientel zählten Frauen von Präsidenten, Schauspielerinnen und beispielsweise die international bekannte tschechische Operndiva Jarmila Novotná (die von Podolská angefertigten Kostüme für Novotnás Rolle der Violetta in Verdis Oper "La Traviata" werden heute im Archiv der Metropolitan Opera New York aufbewahrt).

Während des Zweiten Weltkrieges ermöglichten Aufträge des Prager Filmstudios Barrandov das Fortbestehen des Modeunternehmens. Podolská fertigte Kostüme für deutsche und tschechische Filme an, die in Barrandov produziert wurden.

Mit der Verstaatlichung ihres Ateliers im Jahr 1948 und der Übernahme durch das staatliche Unternehmen "Módní závody Praha" 1954, wurde die Marke "Podolská" zu "Salon Eva" umgetauft und die Modedesignerin fühlte sich gezwungen, ihre Firma zu verlassen. Hana Podolská starb 1972 im Alter von 92 Jahren in Prag.

Trotz des Niedergangs des Modeunternehmens, ist der Name seiner Gründerin im öffentlichen Bewusstsein geblieben und wird noch heute mit der Eleganz der Mode zwischen den beiden Weltkriegen verbunden. Hana Podolská wird als die "tschechoslowakische Coco Chanel" bezeichnet.

Das Design des Modehauses sind bis einschließlich 20. Januar 2019 im Kunstgewerbemuseum in der Prager Altstadt zu sehen. Im Laufe des Herbstes soll eine Monografie zu Hana Podolská erscheinen, in der die Kuratorin der Ausstellung, PhDr. Eva Uchalová, die Ergebnisse ihrer langjährigen Forschung zur Marke "Podolská" veröffentlicht. (ansh)

Bildnachweis:
Upm.cz - Ballkleid aus dem Salon "Podolská", 1936/37
Rubrik: Kultur | 1. November 2018, 08:48 Uhr
Prager Nationalgalerie: Dokumentarfotografien von Josef Koudelka dokumentierten das gewaltsame Ende des Prager Frühlings

Prag - Josef Koudelka gilt heute als einer der bedeutendsten tschechischen Dokumentarfotografen, und dem Werk des inzwischen 80-Jährigen waren in diesem Jahr gleich drei umfangreiche Einzelausstellungen in Prag gewidmet. 

Eine davon ist die Ausstellung im Messepalast der Prager Nationalgalerie, die Fotos vom Einmarsch der Warschauer-Pakt-Armeen in die Tschechoslowakei im August 1968 zeigt - ein für die Tschechen bis heute traumatisches Ereignis, das das Ende des Prager Frühlings und aller damit verbundenen Hoffnungen auf einen "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" bedeutete.

Der gelernte Luftfahrtingenieur Josef Koudelka kam damals nur einen Tag vor der Invasion von einem Aufenthalt in Rumänien nach Prag zurück. Er hatte zuvor schon Fotografien für verschiedenste Zeitschriften gemacht und dokumentierte fotografisch schon seit längerer Zeit das Leben der Roma, zum Beispiel in Rumänien.

Während der dramatischen Tage im August 1968 war er dann ständig in Prag unterwegs und hielt das Aufeinandertreffen von Invasoren und Bevölkerung mit seiner Kamera fest. Seine Bilder konnten damals dank mehrerer Helfer in den Westen geschmuggelt werden, wo sie dann später unter anderem in der "Sunday Times" in London unter dem Pseudonym P.P. (Prager Photograph) zum Schutz von Josef Koudelka erschienen.

Diese Bilder werden nun zum fünfzigsten Jahrestag der sowjetisch geführten Invasion in der Prager Nationalgalerie ausgestellt. Neben den Fotografien kann man sich auch Videoinstallationen von Zdeněk Jiráský anschauen. In ihnen werden die Bilder von Josef Koudelka Film- und Tonmaterial aus den Archiven von Jan Němec gegenübergestellt.

Die Ausstellung ist noch bis zum 6. Januar 2019 im Messepalais der Prager Nationalgalerie zu sehen. (clah/nk)

Bildnachweis:
Praha, srpen 1968 © Josef Koudelka/ Magnum Photos
Rubrik: Kultur, Theater, Oper, Tanz | 31. Oktober 2018, 20:22 Uhr
Das Prager Theaterfestival deutscher Sprache lädt zu bemerkenswerten Inszenierungen und einem reichen Begleitprogramm

Prag - Der diesjährige 23. Jahrgang des Prager Theaterfestivals deutscher Sprache findet vom 18. November bis 1. Dezember 2018 statt. Das renommierte Festival der markantesten Theaterproduktionen aus dem gesamten deutschen Sprachraum wird in mehreren Prager Theaterhäusern zu Gast sein. Die Festivaldirektorin Jitka Jílková und der Dramaturg Petr Štědroň haben 8 Inszenierungen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg nach Prag eingeladen. Alle Vorstellungen werden traditionsgemäß ins Tschechische gedolmetscht, damit auch jene Zuschauer auf ihre Kosten kommen, die des Deutschen nicht mächtig sind. Die meisten Produktionen werden zweimal aufgeführt, damit sie so viele Zuschauer wie möglich sehen können.

Das Festival eröffnet am Sonntag, den 18. November im Theater Divadlo na Vinohradech mit einer Vorstellung Der Zehn Gebote unter der Regie von Stephan Kimmig vom Wiener Volkstheater. Stephan Kimmig, nach längerer Pause wieder in Wien und erstmals am Volkstheater, verbindet zehn packende Storys zu einer gemeinschaftlichen Suche nach Halt und Orientierung in der heutigen Welt. In der nach Filmen von Krzysztof Kieślowski entstandenen, dreistündigen Inszenierung begegnen einander sieben Schauspieler und zwei Kinder in mehr als dreißig Rollen. Ein tiefer und aufrichtiger Blick in unsere Leben ganz ohne Pathos.

Am Mittwoch, den 21.11. ist Judith Hermann im Studio 1 des Tschechischen Rundfunks zu Gast. Die Berliner Schriftstellerin wird aus ihrem letzten Erzählungsband Lettipark lesen, das in tschechischer Übersetzung erscheint.

Am Freitag, den 23. und Samstag, den 24. November wird der neue Multifunktionssaal DOX+ zum Schauplatz der Inszenierung des Regisseurs Antú Romero Nunes Die Odyssee. Eine Irrfahrt nach Homer vom Hamburger Thalia Theater. Nunes erzählt darin von Odysseus’ Söhnen Telemachos und Telegonos: Wie sie einander als junge Männer kennenlernen und sich in der Folge gemeinsam die gewaltsamen Geschichten ihres Vaters einverleiben. Über scheinbar harmlose Kleinkunstnummern und eine eigens erfundene Kunstsprache entwickeln die beiden Schauspieler Thomas Niehaus und Paul Schröder mit einer furiosen Fantasie ein auf Budenzauber und virtuosem Slapstick gebautes Kammerspiel. Die Odyssee war auch Gast beim diesjährigen Berliner Theatertreffen.

In Zusammenarbeit mit dem Theater Divadlo Archa und dem Festival Akcent präsentiert das Festival am Samstag, den 24. und Sonntag, den 25. November die Inszenierung des bedeutenden Schweizer Regisseurs und Filmemachers Milo Rau Five Easy Pieces – des vorjährigen Preisträgers der „Inszenierung des Jahres 2017“, die in der Produktion des Genter Theaters Campo entstanden ist.  Kann man mit Kindern das Leben des Kindermörders Marc Dutroux auf die Bühne bringen? In dem Stück „Five Easy Pieces“ entwickelt Milo Rau entlang der Biografie des zu trauriger Berühmtheit gelangten Verbrechers Dutroux eine kurze Geschichte Belgiens. Auf der Bühne: Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 13 Jahren. Diese Inszenierung ist ein seltenes Beispiel für einen Theaterabend, der auf angemessene Weise Schmerz verursacht und dabei zu etwas führt, was einst Katharsis genannt wurde: Trauerarbeit.

Am Samstag, den 24. und Sonntag, den 25. November findet im Theater Nová scéna ein Theaterabend voll Leben, Witz und Traurigkeit mit dem Titel Unendlicher Spaß in der Produktion und Regie des renommierten Regisseurs Thorsten Lensing statt. Lensing überträgt den Roman von D. F. Wallace mit Gespür für die existenziell verzweifelte Komik der Vorlage, vor allem aber mit einer hochkarätigen Besetzung auf die Bühne. Hierzu gehören unter anderem erstklassige Schauspieler wie Ursina Lardi, Devid Striesow, Sebastian Blomberg oder auch André Jung.

Auf dem Festivalprogramm nicht fehlen darf der tschechische Theaterbeitrag, diesmal die Inszenierung des Prager Theaters Divadlo Na zábradlí Mýcení (Holzfällen) des Autors Thomas Bernhard unter der Regie von Jan Mikulášek – am Montag, den 26. November mit deutschen Untertiteln. Diese Inszenierung wurde von einer aus Redakteuren der Theaterzeitschrift Divadelní noviny zusammengesetzten Jury zum diesjährigen Preisträger des Josef-Balvín-Preises für die beste tschechische Inszenierung eines deutschsprachigen Textes in der vergangenen Theatersaison gekürt. Ein kleines mit Bildern und Gästen überladenes Zimmer wird zum beklemmenden Schauplatz eines künstlerischen Abendessens, zu dessen Beginn auf das Eintreffen eines Burgschauspielers gewartet wird.

Am Dienstag, den 27. November ist im Theater Divadlo Komedie die Luxemburger Vorstellung Blackout zu Gast. Das einst abgedroschene Thema für den Smalltalk, das Wetter, ist auf einmal aktueller denn je. Zugleich ist die Inszenierung eine Liebeserklärung an den Horrorfilm und die Schauerliteratur. Claire Thill und ihr kreatives Team spielen bewusst mit typischen Motiven und Spannungsbögen des Horrorgenres, ohne je die fantastische Welt des Theaters mit all ihren Möglichkeiten aus den Augen zu verlieren.

Der 23. Jahrgang des Prager Theaterfestivals deutscher Sprache endet mit zwei Vorstellungen des Stücks Richard III. in der Regie von Thomas Ostermeier von der Berliner Schaubühne – im Theater Stavovské divadlo am Freitag, den 30. November und Samstag, den 1. Dezember. Eine dynamische Inszenierung mit einem brillanten Lars Eidinger in der Hauptrolle! Richard räumt alles aus dem Weg, was ihn daran hindert, König zu sein. Wenn er schon nicht Teil einer Gesellschaft der vom Schicksal Begünstigten sein kann, will er sie wenigstens beherrschen. Großes Drama, große Parabel.

Das Prager Theaterfestival deutscher Sprache hat seinen Wirkungskreis erheblich erweitert. Zusammen mit dem Prager Goethe-Institut hat es eine neue internationale Theaterplattform namens TheaterTreffPunktPrag ins Leben gerufen, die erstmals vom 23. – 26. November 2018 im Rahmen des Festivals in Prag stattfindet. Der TheaterTreffPunktPrag umschließt Länder und Teilnehmer aus Mittel- und Osteuropa, genauer gesagt aus der Slowakei, Ungarn, Polen, Slowenien, Estland, Lettland und Litauen.  Aus jedem dieser Länder werden zwei professionelle Theatermacher nach Prag eingeladen, aus der Tschechischen Republik wiederum nehmen fünf Theatermacher teil. Diese Gruppe von Theaterfachleuten wird mehrere Festivalvorstellungen besuchen und sich mit den jeweiligen Regisseuren und Dramaturgen treffen; vorgesehen sind Vorträge über die mögliche Förderung von Theaterprojekten von deutscher Seite aus. Die Diskussionsthemen mit den deutschen Gästen, erstklassigen Theaterleuten, werden aktuelle Schauspieltrends und die neue deutsche Dramatik sein; vorgestellt wird auch die aktuelle „tschechische“ Ausgabe der Zeitschrift Theater der Zeit.  Der Sinn der internationalen Plattform TheaterTreffPunktPrag sind vor allem Weiterbildung, natürlich aber auch die Vernetzung von Theatermachern, Ideenfindung und etwaige künftige Koproduktionsprojekte.

Der diesjährige Festivaljahrgang bietet ein reiches Off-Programm: in Zusammenarbeit mit dem Rundfunksender ČRo Vltava im Planetarium Prag das Hörspiel Shakespeares Schädel von Werner Fritsch mit Beteiligung des Autors und bekannten tschechischen Schauspielern. Im Saal der Eliade-Bibliothek des Theaters Divadlo Na zábradlí präsentiert sich Deutsch-tschechisches Konkurrenzkabarett mit Das Thema, ebenso wenig fehlen die Szenischen Skizzen des Theaters Divadlo Letí im Rahmen des Projekts 8@8.

Der Kartenvorverkauf startet am 1. November im Vorverkaufsnetz Ticketmaster (früher TICKETPRO).

Programm- und Terminänderungen vorbehalten. 

 

Kontakt

Web: www.theater.cz

FB: www.facebook.com/theater.cz

 

Festivalmanager und PR:

Milan Neubauer, milan.neubauer@theater.cz, +420 222 232 303

 

Medienservice:

Simona Andělová, simona@2media.cz, + 420 775 112 857

Vladana Drvotová, vladana@2media.cz, +420 605 901 336

2media.cz s.r.o., Pařížská 13, Praha 1

Bildnachweis:
© Arno Declair - Richard III. (Schaubühne Berlin)
Rubrik: Kultur | 31. Oktober 2018, 00:08 Uhr
Im Mai/Juni 2019 kommt der Cirque du Soleil in die O2 Aréna

Prag – Der kanadische Zirkus aus Montréal hat sich seit seiner Gründung 1984 längst zu einem Entertainment-Unternehmen der Weltklasse entwickelt. Sein Erfolgsrezept beruht auf dem Prinzip des Nouveau Cirque, erstklassiger Live-Musik sowie atemberaubenden Kostümen und Bühnenbildern. Nun bringt der Cirque du Soleil eine Show in Anlehnung an den berühmten Filmklassiker "Avatar" von James Cameron auf die Bühne der O2 Aréna: Die Show "Toruk – The First Flight" ist eine der neuesten Darbietungen seines Repertoires und erzählt die mythische Geschichte des Volkes der Na'vi in Pandora.

Jahrhunderte vor den Geschehnissen des Filmes droht eine Naturkatastrophe den heiligen Baum der Seelen zu zerstören, welche nur durch die Bezwingung des fliegenden Raubtiers Toruk verhindert werden kann. Zwei Jungen des Na'vi-Volkes wagen sich in das halsbrecherische Abenteuer; der Cirque du Soleil wagt den Sprung ins Neuland der cineastischen Showgestaltung. Sein Publikum versucht er dabei nicht nur durch Artistik, sondern auch durch moderne Licht- und Videoprojektionen, Marionetten, kämpferische Tanzchoreografien und einen Narrator zu beeindrucken. Eine App ermöglicht zudem die Teilhabe an interaktiven Lichtinstallation.

Die Regisseure Michel Lemieux und Victor Pilon schlagen somit eine Brücke zwischen innovativer Filmdramaturgie und Varietébegeisterung. Wie gelungen diese ist, bleibt jedoch dahingestellt: Kritiker bemängeln, dass die nahezu theatralische Inszenierung die akrobatischen Künste in den Hintergrund stelle und das Gesamtbild einen Stilbruch zum gewohnt genossenen Renommee des Cirque du Soleil sei. Nichtsdestotrotz bietet das Eintauchen in den phantastischen Kosmos fünf muskelstrotzende Hauptakte: die Na'vi turnen, räkeln und schwingen sich durch die Lüfte, verbiegen sich in obskure Kontorsionsfiguren, lassen Drachen steigen und demonstrieren ihre Balancekünste auf einem monströsen Skelett.

Wer sich selbst überzeugen will, hat dazu am 31. Mai 2019 sowie am 1. und 2. Juni 2019 bei insgesamt fünf Vorführungen die Möglichkeit. (defi)

Bildnachweis:
Ticketportal.cz - Veranstaltungspalakat
Rubrik: Kultur, Theater, Oper, Tanz | 28. Oktober 2018, 17:31 Uhr

Prag - In Tschechien wird dieser Tage landesweit der Gründung der Tschechoslowakei vor 100 Jahren gedacht. Der Tag der Staatsgründung ist hier bis heute ein gesetzlicher Feiertag.  

In Prag war auf der - dank Generalrestaurierung deutlich aufgehellten - Fassade des Nationalmuseums am Abend des 27. Oktobers eine Videoprojektion zu sehen, die "100 Jahre der Republik" reflektieren sollten. Anwesend waren unter anderem der tschechische Staatspräsident Miloš Zeman, der tschechische Premier Andrej Babiš sowie sein slowakischer Amtskollege Peter Pellegrini.  

Das tschechische Nationalmuseum wurde am 28. Oktober nach mehrjähriger Renovierung wieder für die Öffentlichkeit geöffnet. (nk)