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prag aktuellprag aktuell | Rubrik: Reise | 25. Mai 2020, 22:43 Uhr
Grenzkontrollen nur noch stichprobenartig - negativer Corona-Test bleibt Voraussetzung für Einreise - Touristen bleiben draußen

Prag - Tschechien geht in großen Schritten aus dem Corona-Lockdown - und öffnet sich in Trippelschritten auch für die Nachbarn. Heute hat die tschechische Regierung einen Vorschlag von InnenministerJan Hamáček (ČSSD) zur Änderung des Regimes an den Grenzen zu Deutschland und Österreich gebilligt. 

Wie das Innenministerium mitteilt, werden demnach ab dem morgigen Dienstag (26. Mai 2020) die bisherigen umfassenden und systematischen Grenzkontrollen beendet und alle Straßen- und Schienenübergänge zu beiden Ländern geöffnet. 

Aber: Die Verpflichtung, einen negativen Corona-Test bei der Einreise vorzuweisen bleibt jedoch bestehen, ebenso bleibt das Einreiseverbot nach Tschechien aus touristischen Gründen weiter bestehen. 

Stichproben ersetzen systematische Kontrollen

Die Kontrollen an den Grenzen zu Deutschland und Österreich werden nach Angaben des tschechischen Innenministeriums ab Dienstag sowohl gezielt als auch stichprobenartig durchgeführt, die Polizei wird nicht mehr jeden Passagier kontrollieren. Die Beamten würden die Orte "auf der Grundlage einer epidemiologischen Risikobewertung in Zusammenarbeit mit Hygienikern flexibel auswählen". Die Lockerung soll den Personalaufwand bei den Polizeikontrollen erheblich reduzieren und so die Eröffnung der bislang geschlossenen Grenzübergänge ermöglichen. 

"Ab Dienstag öffnen wir alle Bahn- und Straßenübergänge mit Deutschland und Österreich sowie den Flussübergang Hřensko und heben die Grenzkontrollen auf. Wir haben mit unseren deutschen und österreichischen Kollegen verhandelt, damit die Bedingungen auch für sie ähnlich sind “, so Innenminister Hamáček. Der Grenzübergang an den angegebenen Orten werde dabei durchgehend ohne zeitliche Begrenzung möglich sein. 

Für Flüge im Schengen-Raum stehen die Flughäfen Brno / Tuřany, Karlsbad, Ostrava / Mošnov, Pardubice, Prag / Ruzyně und Prag / Kbely zur Verfügung.

Die Kontrollen zum Schutz der Binnengrenzen werden noch bis zum 13. Juni 2020 und das Überschreiten von Grenzen außerhalb ausgewiesener Orte ist bis dahin noch verboten. 

Touristen ist die Einreise nicht gestattet - drakonische Geldstrafen drohen

Auch weiterhin bleibt die Einreise in die Tschechische Republik zu touristischen Zwecken verboten, die Einreisebedingungen werden dabei durch Maßnahmen des Gesundheitsministeriums geregelt.

Nach dem Gesetz zum Schutz der öffentlichen Gesundheit kann eine Geldstrafe von bis zu 1.000.000 CZK (etwa 37.000 Euro) wegen Nichteinhaltung der Schutzmaßnahme des Gesundheitsministeriums verhängt werden. Dazu gehören die Nichteinhaltung der Bedingung, einen negativen Corona-Test vorzuweisen, die Nichteinhaltung von Quarantänebestimmungen oder die illegale Einreise.

Der Grenzübertritt außerhalb eines für das Überqueren der EU-Binnengrenze bestimmten Ortes oder der Versuch, sich einer Polizeikontrolle zu Entziehen, gilt als ein Vergehen im Sinne des Gesetzes zum Schutz der Staatsgrenzen kann mit einer Geldstrafe von bis zu 50.000 Kronen bestraft werden. 

Die Schengen-Außengrenze bleibt nach Angaben des Innenministeriums bis auf wenige Ausnahmen mindestens bis zum 15. Juni 2020 geschlossen. (nk)

Tschechien OnlineTschechien Online | 20. Mai 2020, 21:00 Uhr
Postcoronaler Stressabbau und Chillen mit erweitertem Bewusstsein im Rieger-Park

Prag - Im Zuge der Coronakrise erreichte das sich etwas elitär gebende Lieblingswort der Feuilletonisten von der "Entschleunigung" eine bis dahin ungeahnte Popularität und geriet in kurzer Zeit zur publizistischen Massenware.

Und das keineswegs vollkommen zu unrecht: Half es doch die ökonomische und soziale Vollbremsung eher als persönliche Chance denn als traumatischen Eingriff in das eigene Leben zu begreifen. Von wegen: "Ich will mein Leben zurück!" Nein: "Bewusster will ich leben!" 

Schuf der Lockdown dazu die richtigen Voraussetzungen, stellt sich logischerweise die Frage, wie es nach dem Exit aus dem Notstand beim neuerlichen Hochfahren der Wirtschaft nun mit unserem Bewusstsein und guten Vorsätzen weitergeht. 

So ist bei den Prager Verkehrsbetrieben jedenfalls Schluss mit Entschleunigung. Nachdem der Betrieb von Metro, Bussen und Straßenbahnen zwischenzeitlich mangels Fahrgästen auf ein Minimum zurückgefahren worden war, werden die öffentlichen Verkehrsmittel in der tschechischen Hauptstadt seit einigen Tagen wieder im kurztaktigen Regelbetrieb eingesetzt. Erhalten geblieben aus den Tagen des Corona-Notstands ist jedoch die Maskenpflicht in den öffentlichen Verkehrsmitteln und im öffentlichen Raum.

Chillen geht trotzdem in Prag

Zwar sind die Innenräume von Kneipen und Restaurants in Tschechien weiterhin gesperrt (bis zum 25. Mai), doch gibt es jetzt allerorten kleine, improvisierte Biergärten. Die vollen Tische und Bänke vor den Lokalen und schnell geleerten Bierkrüge zeugen dabei davon, dass in den Tagen der Entschleunigung erworbene Fähigkeiten und Verhaltensweisen auch in die neue Zeit mitgenommen werden.

Neu entdeckt haben viele Tschechen in der heimischen Quarantäne auch die Annehmlichkeiten der verschiedensten E-Shops und Lieferdienste, wie zum Beispiel Rohlik.cz und Damejidlo.cz. Gefragt waren dem Ernst der Lage entsprechend besonders Lebensmittel, Gesichtsmasken, Desinfektionsmittel und Drogeriebedarf. Aber auch erotisches Spielzeug und sogar Bücher (man liest also wieder) sollen im Internet verstärkt geordert worden sein. 

Verdient hat dabei keineswegs nur der ohnehin schon reichste Mann der Welt mit seinem weltweiten Versandhandel, auch etliche kleinere spezialisierte E-Shops profitieren selbstverständlich von Ausgangssperren und Ladenschließungen. 

Psychoaktiver Blick auf Prag: Lucy in the Sky with Diamonds 

In Sachen Entschleunigung verdient seine Entdeckung beispielsweise Lucy´s Smartshop (www.lucys-store.com). Unter psychedelisch anmutendem Logo bietet er ein breites Spektrum bewusstseinserweiternder Artikel an - und somit genau das richtige Sortiment für den gemächlichen und stressfreien Übergang aus dem Lockdown. Man findet hier beispielsweise Aphrodisiaka, CBD, Samen psychoaktiver Pflanzen, Hanfsamen oder spezifische Kräuter wie z.B. Kanna und Kratom, aber auch Zuchtboxen für Magic Mushrooms. Nach der Krise zurück zur Natur: Gartenbau entschleunigt ungemein, schließlich ist es dem Ackerbau zu verdanken, dass der Mensch einst sesshaft wurde. Und wer die Früchte seiner Arbeit nicht nur selbst erntet, sondern seinen Kräutern, Tomaten und sonstigem Gemüse beim Wachsen zusieht, isst erfahrungsgemäß viel bewusster und ist somit mental reif für eine höhere Bewusstseinsstufe namens die Slow-Food-Bewegung. 

Das Sortiment von Lucy´s Store spiegelt dabei übrigens ziemlich gut die Produkte wieder, die in Prag alljährlich Tausende auf die große Messe Cannafest lockt (in diesem Jahr soll sie vom 30. Oktober bis 1. November stattfinden). 

Eine gute Örtlichkeit, um die angebotenen Produkte und ihre Wirkungen entweder im realen Einsatz zu beobachten oder sogar selbst zu testen, hat man in diesen warmen Frühlingstagen in Prag im Rieger-Park. Dessen beliebte zentraler Treffpunkt ist zwar der große Biergarten, doch wer Abstand halten und einfach nur chillen will, dem sei die Wiese empfohlen, die hangabwärts eine fantastische Aussicht auf Prag und die Prager Burg gewährt, wo seit Jahrhunderten die Kronjuwelen und Diamanten der böhmischen Könige gehütet werden. Geradezu psychoaktiv wird der Blick in der Abenddämmerung, wenn die Sonne glutrot im Himmel versinkt und die Lichter der Großstadt zu flimmern beginnen. (dap)

prag aktuellprag aktuell | 4. Mai 2020, 22:25 Uhr
Busse und Bahnen dürfen ab dem 11. Mai wieder Personen ins Ausland befördern

Prag - Vor dem Hintergrund deutlich sinkender Corona-Neuinfektionen hebt die tschechische Regierung weitere im Zusammenhang mit der Covid-19 Ausbreitung erlassene Beschränkungen auf. 

Auf einer heute im öffentlich-rechtlichen Tschechischen Fernsehen (ČT) live übertragenen Pressekonferenz gaben Regierungsvertreter die neuesten Beschlüsse der tschechischen Regierung bekannt, einige davon betreffen auch Erleichterungen des internationalen Personenverkehrs.

Demnach dürfen ab dem 11. Mai Busse und Bahnen wieder den grenzüberschreitenden Personentransport ins Ausland aufnehmen. Zugleich werden die Grenzübergänge, die derzeit nur Pendlern und dem Lkw-Verkehr vorbehalten sind, wieder für sämtliche Reisende in Betrieb genommen. Die Grenzkontrollen sollen aber mindestens bis zu 13. Juli bestehen bleiben.

Ab kommendem Montag dürfen zudem auch wieder Nicht-EU-Bürger nach Tschechien zur Ausübung von Saisonarbeiten einreisen, sofern sie einen negativen Coronavirus-Test vorweisen können. 

Unterdessen beginnt sich auch der internationale Václav-Havel-Flughafen in Prag nach dem extremem Rückgang der Linienflüge wiederzubeleben. So wurden zwei reguläre Linien nach Düsseldorf und Amsterdam erneuert. Einzig die Flugverbindungen nach Minsk (Weißrussland) und Sofia (Bulgarien) blieben während der gegenwärtigen Coronakrise ohne Unterbrechung aufrechterhalten.

Tschechien hatte seine Grenzen bis auf Ausnahmen am 16. März für Ein- und Ausreisen geschlossen. Tschechen dürfen seit dem 24. April zwar wieder jederzeit und ohne besondere Genehmigung das Land verlassen, allerdings müssen sie bei der Rückreise nach Tschechien entweder einen negativen Coronavirus-Test vorlegen oder für 14 Tage in häusliche Quarantäne gehen. Ausnahmen gelten dabei für Grenzpendler. 

Die Einreise nach Tschechien ist seit dem 24. April unter bestimmten Bedingungen mit negativem Coronavirus-Test auch wieder für EU-Ausländer möglich, insbesondere zur Wahrnehmung geschäftlicher Termine. (nk) 

prag aktuellprag aktuell | Rubrik: Reise | 3. Mai 2020, 22:50 Uhr
Außenminister Petříček vorsichtig optimistisch - Verhandlungen mit Polen am schwierigsten, Deutschland unter besonderer Beobachtung

Prag - Der tschechische Außenminister Tomáš Petříček (ČSSD) schrieb am Samstag in seinem Blog für das tschechische Online-Magazin Aktuálně.cz, er könne sich vorstellen, ab Juli die Grenzen zu vier Nachbarländern zu öffnen: zu Österreich, Deutschland, Polen und der Slowakei. 

"Ich werde ehrlich sein, wenn ich sage, dass wir in den Verhandlungen mit den Österreichern und Slowaken am weitesten sind. Die Verhandlungen mit Polen werden wahrscheinlich am schwierigsten. Was Deutschland betrifft, so handelt es sich dabei von unseren Nachbarn um den am stärksten betroffenen Staat und wir müssen sehr große Obacht geben, wie sich dort die Situation entwickelt", so Petříček in seinem unter der Überschrift "In die Alpen oder die Tatra vielleicht schon im Juli" veröffentlichten Blog-Beitrag.

Was Grenzöffnungen in weitere Länder anbelangt, so hoffe er, dass auch über die unmittelbaren Nachbarländer Tschechiens hinaus im Juli wieder ein uneingeschränkter Reiseverkehr möglich sein werde, in die Länder, in denen das Coronavirus ähnlich gut oder sogar noch besser unter Kontrolle gebracht worden sei als in Tschechien. Insbesondere seien das Bulgarien, Ungarn und das Baltikum. "Kurz gesagt, ich glaube, dass wir ab Juli wieder zum normalen Funktionieren nicht nur des Schengen-Raums zurückkehren können", so der tschechische Außenamtschef. 

Zweite Lockerungswelle im August: Kroatien und Co.

Wenn sich die Situation aus epidemiologischer Sicht gut entwickele, könnte im August eine zweite Lockerungswelle folgen. Dies könnte dann nicht nur das bei Tschechen traditionell äußerst beliebte Urlaubsland  Kroatien betreffen, sondern auch Griechenland, Slowenien oder Malta. 

Zugleich könnte möglicherweise auch der Reiseverkehr mit einigen außereuropäischen Zielländern wieder normalisiert werden: "In dieser Phase der Öffnung möchte ich auch - und ich wiederhole, dass dies sowohl von der Ausbreitung der Krankheit als auch vom Abkommen mit anderen Ländern abhängt - die Regeln für Kanada, Australien, Japan usw. lockern. Reisen außerhalb Europas hängen natürlich von der Wiederaufnahme internationaler Flüge ab."

Weniger optimistisch zeigt sich der tschechische Außenminister im Hinblick auf die von Covid-19 am stärksten betroffenen Länder, namentlich Italien, Spanien, Frankreich, die USA sowie die Benelux-Staaten. Hier sei es "noch verfrüht, darüber zu sprechen, wann es wieder möglich sein wird, dorthin zu reisen."

In seinem Beitrag verteidigt Tomáš Petříček  auch die Entscheidung der tschechischen Regierung, die Grenzen vorübergehend zu schließen. Die Schließung der Tschechischen Republik sei in der Zeit der Ausbreitung der Covid-19-Pandemie "ein logischer Schritt" gewesen, der nicht nur Tschechen geschützt habe.

Reisemöglichkeiten derzeit weiterhin extrem erschwert

Tschechien hatte seine Grenzen bis auf Ausnahmen am 16. März für Ein- und Ausreisen geschlossen. Tschechen dürfen seit dem 24. April zwar wieder jederzeit und ohne besondere Genehmigung das Land verlassen, allerdings müssen sie bei der Rückreise nach Tschechien entweder einen negativen Coronavirus-Test vorlegen oder für 14 Tage in häusliche Quarantäne gehen. Ausnahmen gelten dabei für Grenzpendler. 

Die tatsächlichen Reisemöglichkeiten ins Ausland für Tschechen sind jedoch zum einen wegen Restriktionen und Quarantänebestimmungen der Nachbar- und Zielländer sehr beschränkt. Zum anderen sind weiterhin sämtliche Bus- und Bahnverbindungen von und nach Tschechien gekappt sowie bis auf wenige Ausnahmen (nämlich Bulgarien und Weißrussland) auch die Flugverbindungen.   

Die Einreise nach Tschechien ist seit dem 24. April unter bestimmten Bedingungen mit negativem Coronavirus-Test auch wieder für EU-Ausländer möglich, insbesondere zur Wahrnehmung geschäftlicher Termine. (nk)

prag aktuellprag aktuell | Rubrik: Politik | 30. April 2020, 18:35 Uhr
Tschechische Regierung verlängert den Notstand bis 17. Mai

Prag - Die tschechische Regierung von Premier Andrej Babiš (ANO) hat heute die Verlängerung des Notstands bis Sonntag, den 17. Mai beschlossen. 

Zugleich wurden weitere Lockerungen der bisherigen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Tschechien beschlossen, darunter auch Erleichterungen für tschechische Pendler.   

Wie das öffentlich-rechtliche Tschechische Fernsehen (ČT) nach einer Pressekonferenz der tschechischen Regierung meldet, soll es für Pendler künftig ausreichen, einmal im Monat, statt wie bisher alle zwei Wochen, einen negativen Test auf das neuartige Coronavirus an der Grenze einzureichen.

Ohne negativen Test müssten sich die Grenzpendler bei der Rückreise nach Tschechien einer zweiwöchigen häuslichen Zwangsquarantäne unterziehen. Die Tests können dabei sowohl in Deutschland oder Österreich als auch in Tschechien durchgeführt werden.

Wie Gesundheitsminister Adam Vojtěch (parteilos, für ANO) sagte, seien die Tests für Grenzpendler aber weiterhin unverzichtbar, um eine Ausbreitung des Virus über die Familienmitglieder von Menschen, die jeden Tag zur Arbeit ins benachbarte Ausland fahren, zu verhindern. (nk)