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12. April 2018, 21:10 Uhr
Führung am 18. April 2018 um 18.00 Uhr

Wir möchten Sie herzlich zur kommentierten Führung durch die Ausstellung der deutschen Malerin ANTOINETTE mit dem Namen "Mythos Europa" einladen. Die Führung findet am 18. April 2018 um 18.00 Uhr auf Deutsch statt. Durch die Ausstellung führt die Kuratorin Prof. Dadja Altenburg-Kohl.

Anmeldung erbitten wir bis zum 16. April unter info@museummontanelli.com oder telefonisch unter +420 724 992 545.

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des Botschafters der Bundesrepublik Deutschland, S.E. Dr. Christoph Israng.

Die Ausstellung findet mit der finanziellen Unterstützung des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds und des Staatlichen Kulturfonds der Tschechischen Republik statt.

Rubrik: Kultur, Bildende Kunst | 10. April 2018, 09:40 Uhr
Ausstellung in der Galerie Rudolfinum vom 10. April bis 8. Juli 2018

Prag - Ein Mitglied der YBAs, Young British Artists, genannten Gruppe in der ersten Hälfte der 90er Jahre zu sein bedeutete ein Teil der künstlerischen Gang zu sein, die zum Durchsetzen der britischen Kunst in der Welt beigetragen hat. Mat Collishaw gehörte zum Kern dieser Gruppe. Sein erstes Werk, das ihn berühmt machte – Bullet Hole – stellte er im Jahr 1988 auf Freeze aus, einer Ausstellung, die sein naher Freund Damien Hirst veranstaltete. Das Werk war brutal, riesig und den Kritikern nach wies es im besten Fall auf das religiöse Echo des ungläublichen Thomas' Motivs hin, im schlimmeren Fall rief es sexuell gefärbte Vorstellungen hervor. Die ganze Gruppe produzierte eine Art Kunst, die auf Horror, Schock und Skandal baute, also auf den künstlerischen Vorgehensweisen, die in tabloids, den Tageszeitungen mit großen Schlagzeilen, eine Paralelle und auch Unterstützung fanden. Kaum jemand hat aber damals bemerkt, dass ihr Schaffen eine tiefere und ernstere Bedeutung hatte. Mit der Zeit wurden die, die verharrten, ernster, ihre Werke verinnerlichten sich, die absichtliche Kontroverse war nach zwanzig Jahren schon ein Teil des künstlerischen Establishments, also nicht mehr interessant, Wege trennten sich, jeder suchte sein eigenes Thema.

Die Prager Ausstellung von Mat Collishaw (1966) mit dem kennzeichnenden Titel „Stehende Gewässer“ wird mit einem fast prophetischen und zugleich programmatischen Photo eingeleitet, dem Autoporträt Narcissus aus dem Jahr 1990, das einen jungen Künstler zeigt, der im Schlamm auf der Londoner Straße liegt und mit einer gewissen ironischen Hyperbel sein Gesicht in der schmutzigen Pfütze wohlgefällig betrachtet. Man sieht das Hohe und das Niedere, das ephemer Erhabene und den schlammigen Dreck, ausweglose Zeitlosigkeit und den Hinweis auf die antike Sage. Mit ein bisschen Übertreibung kann man sagen, dass Collishaws künstlerische Laufbahn, die er schon lange folgt, sich gerade in diesem Rahmen konsistent und ständig entwickelte.

Für die Ausstellung in der Galerie Rudolfinum wurde, bis auf ein paar Ausnahmen, der Querschnitt durch das aus dem vergangenen Jahrzehnt stammende Werk des heute fast zweiundfünfzigjährigen Künstlers ausgewählt. 

Zu der Ausstellung wird ein Katalog mit dem grundlegenden Essay vom Kurator der Ausstellung Petr Nedoma und dem Interview von Kurator der Nationalgalerie Otto Urban mit dem Künstler herausgebracht. Neben Reproduktionen von allen ausgestellten Werken beinhaltet der Katalog auch Aufnahmen aus der ganzen Ausstellungsinstallation. Diese wurden erst direkt vor der Eröffnung der Ausstellung gemacht, deswegen erscheint der Katalog erst am Anfang Mai.

Die Ausstellung "Mat Collishaw. Standing Water" ist dank der Unterstützung der Stiftung Nadační fond AVAST kostenlos zugänglich. (nk)

Bildnachweis:
Mat Collishaw, Albion, 2017, Courtesy the artist and BlainSouthern, Photo Peter Mallet
Rubrik: Kultur, Bildende Kunst | 10. April 2018, 09:03 Uhr
Vernissage: am 10. 4. 2018 um 18 Uhr in der Eingangshalle zur Galerie Rudolfinum. Kurator: Petr Nedoma

Prag - Ein Mitglied der YBAs, Young British Artists, genannten Gruppe in der ersten Hälfte der 90er Jahre zu sein, bedeutete ein Teil der künstlerischen Gang zu sein, die zum Durchsetzen der britischen Kunst in der Welt beigetragen hat.

Mat Collishaw gehörte zum Kern dieser Gruppe. Sein erstes Werk, das ihn berühmt machte – Bullet Hole – stellte er im Jahr 1988 auf Freeze aus, einer Ausstellung, die sein naher Freund Damien Hirst veranstaltete. Das Werk war brutal, riesig und den Kritikern nach wies es im besten Fall auf das religiöse Echo des Motivs des ungläubigen Thomas hin, im schlimmeren Fall rief es sexuell gefärbte Vorstellungen hervor. Die ganze Gruppe produzierte eine Art Kunst, die auf Horror, Schock und Skandal baute, also auf den künstlerischen Vorgehensweisen, die in Boulevardzeitungen, den Tageszeitungen mit großen Schlagzeilen, eine Paralelle und auch Unterstützung fanden. Kaum jemand hat aber damals bemerkt, dass ihr Schaffen eine tiefere und ernstere Bedeutung hatte. Mit der Zeit wurden die, die verharrten, ernster, ihre Werke verinnerlichten sich, die absichtliche Kontroverse war nach zwanzig Jahren schon ein Teil des künstlerischen Establishments, also nicht mehr interessant, Wege trennten sich, jeder suchte sein eigenes Thema.

Die Prager Ausstellung von Mat Collishaw (1966) mit dem kennzeichnenden Titel "Stehende Gewässer" wird mit einem fast prophetischen und zugleich programmatischen Photo eingeleitet, dem Autoporträt "Narcissus" aus dem Jahr 1990, das einen jungen Künstler zeigt, der im Schlamm auf der Londoner Straße liegt und mit einer gewissen ironischen Hyperbel sein Gesicht in der schmutzigen Pfütze wohlgefällig betrachtet. Man sieht das Hohe und das Niedere, das ephemer Erhabene und den schlammigen Dreck, ausweglose Zeitlosigkeit und den Hinweis auf die antike Sage. Mit ein bisschen Übertreibung kann man sagen, dass Collishaws künstlerische Laufbahn, die er schon lange folgt, sich gerade in diesem Rahmen konsistent und ständig entwickelte.

Für die Ausstellung in der Galerie Rudolfinum wurde, bis auf ein paar Ausnahmen, der Querschnitt durch das aus dem vergangenen Jahrzehnt stammende Werk des heute fast zweiundfünfzigjährigen Künstlers ausgewählt. Akzentuiert wurde die inhaltliche und formale Bindung an die Kunst der Vergangenheit. Die Art, wie seine Themen artikuliert werden, kann man wahrscheinlich am besten mit der Metapher eines Überschreitens der Schwelle zwischen der realen Welt und einem sonderbaren Traum ausdrücken. Die Impulse aus der Vergangenheit sind mit feiner Sensitivität, mit unbeirrbarer Empfindlichkeit für ihre spezifisch verschärfte Grenzqualitäten erwählt. Sie streben zum Punkt der Kollision zwischen der Schönheit und dem Horror, dem strahlenden Licht und der unendlichen Dunkelheit zu, es sind Werke, bei denen wir spüren, dass es nur sehr wenig reicht und sie könnten sich in ihr Gegenteil verwandeln. Das doppelte Janusgesicht von Collishaws Schaffen, das ständige Aufprallen von zwei verschiedenen Perspektiven, das Einfügen der Vergangenheit in die Gegenwart, das Erzeugung der Spannung bis zur Grenze einer unangenehmen Gespanntheit, das alles sind Mittel der Beunruhigung, der Exzitation, die den Betrachter ganz zuverlässig dazu führen, seinen eigenen Standpunkt einzunehmen, über den vom Künstler angedeuteten Weg nachzudenken und nicht auf der Oberfläche haften zu bleiben.

Der Erzähler Collishaw benutzt gern als Konzept verschiedene Geschichten aus der Vergangenheit, ohne sie nach hohen und niedrigen, nach großer Literatur und zweifelhaften Stories, nach Paraphrasen der Gipfel der bildenden Kunst und der blutigen Geschichten aus Boulevardzeitungen zu sortieren. Als Beispiel sei hier die Serie von Fotografien der formal einwandfreien Stilleben nach den holländischen Mustern aus dem 17. Jahrhundert erwähnt. Die Fotoserie benannte Collishaw Last Meal on Death Row. In Wirklichkeit sind das letzte Wünsche der konkreten zum Tod Verurteilten in amerikanischen Gefängnissen.

Der Autor arbeitet oft mit ambivalenten Motiven der verdeckten Gewalt, die so präsentiert ist, dass man sie nur, wie in Horrorfilmen, erraten kann, ohne ein Tropfen Blut zu sehen, zum Beispiel "Children of a Lesser God". Ein Schock, meint Collishaw, belebt den Menschen immer und immer beinhaltet er verführerische Schönheit und ist im gewissen Sinne eine seriöse Vorgehensart. Übrigens schmutzige Füße der knienden Pilger im Vordergrund des Bildes Rosenkranzmadonna von Caravaggio aus dem Jahr 1607 waren damals auch ein riesiger Skandal.

Im krassen Kontrast zum leicht distanzierten Spiel mit technologischen Kuriositäten des Anfangs des 20. Jahrhunderts (All Things Fall, End of Innocence, Albion usw.) steht "Deliverance" (2008), eines der zentralen Werke der Exposition. Die Tragödie der Geisel in der Schule von Beslan am Anfang September 2004 tritt aus der Dunkelheit in inszenierten Fragmenten der gespannten Situationen bei dem Rettungsversuch. Einzelne Szenen blitzen scharf auf, phosphoreszieren, langsam grünlich verblassen und endgültig verschwinden, um nach einer Weile als Memento noch eindringlicher zurückzukehren. Es gelang dem Autor eine außerordentlich wirksame technologische Vorgehensweise zu finden, wie die tragische Situation glaubwürdig zu vergegenwärtigen, das vergangene Ereignis in die Gegenwart zu bringen, ohne den Situationskontext und seine emotionelle Ladung zu verlieren.

Die alte Kunst zu reflektieren muss nicht unbedingt nur einen Abstieg zu den Wurzeln bedeuten. Mat Collishaw hat die einzigartige Fähigkeit, aus alter Kunst ihre außergewöhnliche Aura herauszuholen, die dann im neuen gegenwärtigen Kontext funktioniert. Seine Aufmerksamkeit fokussiert er vor allem auf das Potential der Reinterpretation, auf Inszenieren der visuellen Sensation, und oft behält er nur ein Echo der ursprünglichen Bedeutungen. Aus der freien Serie "Black Mirror", von der im Rudolfinum zwei Caravaggios Pendant-Bilder in prunkvollen Murano-Glas Rahmen hängen, wählte Otto Urban, der Kurator der Nationalgalerie, eine Paraphrase des Bildes A Different Self von George de la Tour als Intervention in die Barocksammlung der Nationalgalerie in dem Sternberger Palais. Die in die Vergangenheit orientierte Konfrontation mit den Originalbildern von Tintoretto, Ribery, Rubens oder van Dyck und anderen bringt anregende und inspirative Fragen, die unerwartete Bindungen und Zusammenhänge entdecken.

Die Mat-Collishaws-Ausstellung "Standing Water" ist ein Projekt, das restlos die Idee einer wesentlichen und kontinuierlichen dramaturgischen Entwicklungslinie der Galerie Rudolfinum erfüllt, die die tiefen und inspirativen Verbindungen der gegenwärtigen Kunst mit der Geschichte und der Kunstgeschichte folgt. Von den britischen Künstlern, die in der letzten Zeit im Rudolfinum ihre Werke ausstellten, können wir in diese Linie Brüder Chapman, Ged Quinn, Raqib Shaw, Glenn Brown und andere einordnen.

Zu der Ausstellung wird ein Katalog mit dem grundlegenden Essay vom Kurator der Ausstellung Petr Nedoma und dem Interview von Kurator der Nationalgalerie Otto Urban mit dem Künstler herausgebracht. Neben Reproduktionen von allen ausgestellten Werken beinhaltet der Katalog auch Aufnahmen aus der ganzen Ausstellungsinstallation. Diese wurden erst direkt vor der Eröffnung der Ausstellung gemacht, deswegen erscheint der Katalog erst am Anfang Mai.

Im Mai wird parallel zur Ausstellung der ARTPARK in einer neuen, thematisch auf das Werk von Mat Collishaw orientierten Gestalt eröffnet. Dort wird auch der Einblick in die Animationstechniken und die neuen Medien angeboten, die der Künstler verwendet und die seine Arbeit auch den kleinsten Besuchern interaktiv näher bringen. Gleichzeitig bleibt der ARTPARK auch ein Ort der kreativen Rast. Begleitende Programme für Schulen und die Öffentlichkeit oder regelmäßige Workshops für Kinder bilden einen selbstverständlichen Teil des Projekts.

Die Ausstellung "Mat Collishaw. Standing Water" ist dank der Unterstützung der Stiftung Nadační fond AVAST kostenlos zugänglich.

Bildnachweis:
Mat Collishaw, Albion, 2017, Courtesy the artist and BlainSouthern, Photo Peter Mallet
prag aktuellprag aktuell | Rubrik: Panorama, Kriminalität | 5. April 2018, 09:36 Uhr
Sechs junge Algerier in Untersuchungshaft

Prag - Die Prager Kriminalpolizei untersucht derzeit ein besonders schweres Sexualdelikt, bei dem sowohl die mutmaßlichen Täter als auch das Opfer ausländische Touristen sind.

Wie der Online-Dienst Novinky.cz unter Berufung auf Informationen eines Polizeisprechers berichtet, wurde die Polizei am Montagmorgen gegen sieben Uhr zu einem Hotel-Appartement im Prager Stadtzentrum gerufen. 

Eine irische Touristin gab an, dort von sechs Männern vergewaltigt worden zu sein. Die sechs beschuldigten Männer im Alter von 20 bis 24 Jahren wurden zunächst festgenommen, am Dienstag verhängte ein Gericht Untersuchungshaft. Nach Informationen von Novinky.cz handelt es sich bei den Männern um aus Algerien stammende Touristen.

Wie der Dienst berichtet, soll die 34-jährige Irin am Sonntagabend einen der Männer in einer Bar im Prager Stadtzentrum kennengelernt haben und nach reichlichem Alkoholkonsum anschließend mit ihm auf dessen Hotel-Appartement gegangen sein. Nach zunächst einvernehmlichem Sex habe der Mann dann seine Kumpane hinzu gerufen, die die Frau nacheinander vergewaltigt hätten. 

Den beschuldigten Männern droht im Falle einer Verurteilung eine Freiheitsstrafe von zwischen zwei und zehn Jahren. (nk) 

Rubrik: Kultur, Musik | 4. April 2018, 22:22 Uhr

Prag - Am Ostermontag, den 2. April trat in der ausverkauften Prager O2 Aréna die US-amerikanische Metal-Band Metallica auf. Das Hallenkonzert war Teil der Hardwired-Tour durch Europa, die das Quartett nach knapp vier Jahren auch wieder in die tschechische Hauptstadt brachte.

Im Gepäck hatte die Band neben altem und neuem Material von ihrem Ende 2016 erschienen Studioalbum "Hardwired…to Self-Destruct" auch speziell für das tschechische Publikum einen Überraschungsbonbon parat: Den notorisch bekannten und an Lagerfeuern ebenso wie im Kindergarten gesungenen Ohrwurm "Jožin z Bažin" von Ivan Mládek (Video).  

Das Konzert wurde trotz dieser volkstümlichen Blödelei bei Musikkritikern mehrheitlich eher als mittelprächtig bewertet. "Metallica hat in Tschechien entschieden schon bessere Konzerte gespielt", konstatiert etwa Jaroslav Špulák in seiner Kritik für den Online-Dienst Novinky.cz unter der Überschrift "Metallica. Eine Portion Genialität und Geistlosigkeit". 

Zu einer ähnlichen Einschätzung kommt auch Matěj Bílý, der Kritiker des Online-Dienstes Musicserver.cz: Das Konzert, bei dem die Bühne in der Hallenmitte platziert war, habe "trotz seiner imposanten Präsentation bei den anspruchsvolleren Anhängern des legendären kalifornischen Quartetts eher zu den weniger überzeugenden" Auftritten der Band in Tschechien gehört.   

Václav Hnátek, der Kritiker der größten Nicht-Bouevard-Tageszeitung Mladá fronta Dnes, dagegen attestierte Metallica, ein "Traumkonzert" hingelegt zu haben, das das Publikum in den zwei Stunden zu Recht zum Kochen gebracht habe. Urteil in Prozent ausgedrückt: 90 Prozent. 

Setlist (gemäß Musicserver.cz): Hardwired, Atlas, Rise!, Seek & Destroy, Leper Messiah, Welcome Home (Sanitarium), Now That We're Dead, Dream No More, For Whom the Bell Tolls, Halo on Fire, Jožin z bažin (Ivan Mládek cover), Am I Evil? (Diamond Head cover), Fuel, Moth Into Flame, Sad but True, One, Master of Puppets, Spit Out the Bone, Nothing Else Matters, Enter Sandman. (nk)