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Rubrik: Panorama | 23. Mai 2018, 09:03 Uhr

Prag - Am 17. Mai landete auf dem Flugplatz in Prag- Letňany das größte kommerzielle Luftschiff der Welt. Am Wochenende war die imposante Zigarre dann mehrmals über der tschechischen Hauptstadt zu sehen, wie sie beinhe lautlos ihre Kreise drehte. (nk)

Rubrik: Gastronomie | 11. Mai 2018, 12:28 Uhr
Degustationsfestival in herrlichem Ambiente am 15. und 16. Juni 2018

Prag - Am Freitag und Samstag, den 15. und 16. Juni, findet auf der Prager Burg der bereits fünfte Jahrgang des Festivals tschechischer Kleinbrauereien statt. Auf dem als Degustationsfestival für Bier konzipierten Fest, stellen sich rund 70 Kleinbrauereien vor, darunter auch einige ausländische Gäste aus Österreich.

Jede Brauerei stellt ihre beiden besten Biere vor, außer dem ältesten Prager Brauhaus, dem U fleků, das nur ein einziges Bier braut. Der Eintritt beträgt 500 Kronen (im Vorverkauf: 450 Kronen), im Preis enthalten sind ein Verzeichnis der teilnehmenden Brauereien und ihrer Biere, ein Degustationsglas - und und freie Verkostung der Biere an den Ständen der Brauereien.

Veranstalter des Events ist der Böhmisch-mährische Verband der Minibrauereien (Českomoravský svaz minipivovarů), und wie schon in den vergangenen Jahren schlagen die Brauereien ihre Zelte in den romantischen Königlichen Gärten der Prager Burg auf, und zwar am Schützenweg unter dem Lustschloss der Königin Anna (Střelecká cesta pod Královským letohrádkem).

Auf dem Festival werden sowohl die Braumeister als auch die Inhaber der jeweiligen Brauerei anwesend sein und neugierigen Besuchern für Informationen zur Verfügung stehen. "Die Besucher laden wir vor allem ein, damit sie Biere aus allen Ecken unserer Republik probieren und sich zudem mit deren Herstellern unterhalten können", so Jan Šuráň, der Präsident des Böhmisch-mährische Verband der Minibrauereien. Hauptziel des Festivals ist aus Sicht des Veranstalters, die Besucher mit der aktuellen Bierlandschaft in Tschechien und vor allem den Wurzeln des böhmischen und mährischen Brauwesens bekannt zu machen und dabei sowohl die historischen als auch die modernen Verfahren bei der Bierherstellung zu zeigen.

Die Zahl der Klein- und Minibrauereien in Tschechien steigt dabei stetig weiter, im vergangenen Jahr stieg ihre Zahl erneut und betrug Anfang 2018 erstmals mehr als 400, ihr Marktanteil liegt dabei bei zwei Prozent. Dennoch sind sie von Bedeutung: "Die großen Brauereien haben unser Vorhandensein zur Kenntnis genommen und nutzen die Zusammenarbeit der Kleinbrauereien zur Entwicklung neuer Biersorten", so Jan Šuráň.

Die Wahl des herrlichen und prestigeträchtigen Ambientes der Prager Burg für das Festival ist dabei keinesfalls zufällig. Denn die Veranstalter wollen Weg von den Assoziationen, die Bier als Getränk in Tschechien bis heute weckt: verqualmte Restaurants, Trinken während der Arbeitszeit und allgemein die Verbindung mit etwas Primitivem. Das Festival will genau das Gegenteil, nämlich Bier präsentierten in einem einzigartigen Ambiente, als Getränk für kultivierte Menschen. (nk)

Bildnachweis:
Facebook │Festival minipivovarů na Pražském hradě
Rubrik: Kultur, Musik | 11. Mai 2018, 11:39 Uhr
Konzert auf dem Wasser unter der Karlsbrücke, Gondeln, Lichterfest und Feuerwerk

Prag - Das Johannisfest Navalis ist dem bekanntesten böhmischen Heiligen und "Prager" gewidmet, nämlich dem heiligen Johannes von Nepomuk, der als "Brückenheiliger" bekannt ist und nicht nur in Tschechien als Schutzpatron der Schiffer verehrt wird.  

Ein untrennbarer Bestandteil der Feier, die auf eine dreihundertjährige Tradition zurückblicken kann, waren und sind bis heute die allegorisch geschmückten Boote. 

Seit das Fest im Jahr 2009, anlässlich des 280. Jubiläums der Heiligsprechung Johannes Nepomuks erstmals wieder in der neueren Zeit veranstaltet wurde, kommen neben Pilgern aus aller Welt alljährlich auch venezianische Gondolieri zu den Feiern nach Prag. Denn Johannes Nepomuk ist auch der Schutzheilige aller Gondolieri und einer der acht Schutzheiligen Venedigs. 

Den Höhepunkt der Feier stellt der Vorabend des Tags des heiligen Johannes Nepomuk dar, der bis 1925 im Zivilkalender der Tschechoslowakei  als Staatsfeiertag verankert war - also der 15. Mai.  An diesem Tag hält Kardinal Dominik Duka traditionell eine heilige Messe im Veitsdom. Nach der Messe macht sich eine Prozession auf den Weg von der Prager Burg über die Kleinseite bis zur Karlsbrücke. 

Der liturgische Teil der Feier wird mit dem Wasserfest beendet, das aus einem Reigen von Schiffen und Wasserfahrzeugen auf der der Moldau, einem Barockmusikkonzert und einem Lichtspektakel besteht - und so ein Abbild des ursprünglichen Wasserspektakels aus der Barockzeit bildet, das in Prag seit Anfang des 18. Jahrhunderts regelmäßig stattfand. (nk)

Navalis-Programm 2018 (Dienstag, 15. Mai)

15.00 Uhr
Festliche Dekoration Pferde, Burgplatz (Hradčanské náměstí)

17.15 Uhr
Segnung von Reitern, Pferden und Wallfahrern, Burgplatz

18.00 Uhr
Feierliche heilige Messe im Veitsdom

19.15 Uhr
Johannesprozession zur Karlsbrücke

20.30 Uhr
Regatta, Fallschirmsprung, Eisschwimmen, Karlsbrücke

20.45 Uhr
Gottesdienst in der Kreuzherrenkirche auf dem Kreuzherrenplatz (Křižovnické náměstí)

21.15 Uhr
Konzert auf der Moldau unter der Karlsbrücke

22.00 Uhr
Barock-Feuerwerk

Bildnachweis:
Navalis.cz
Tschechien OnlineTschechien Online | Rubrik: Panorama | 10. Mai 2018, 07:35 Uhr

Prag - Ein internationales Forscherteam des Imperial College in London untersuchte die Körpergröße der Menschen in 200 Ländern. Das Team fand heraus, dass die Menschen in vielen Ländern binnen 100 Jahren größer geworden sind - der größte durchschnittliche Größensprung betrug rund 20 Zentimeter. Tschechiens Frauen und Männer liegen laut Studie insgesamt weit vorn, tschechische Frauen belegen sogar Platz vier.

Frauen werden größer und wachsen schneller

In den meisten Ländern werden Frauen immer größer, sodass selbst der Modemarkt sich darauf einstellt. Modeshops wie Long Tall Sally richten sich allein an groß gewachsene Frauen und haben mit diesem Konzept Erfolg. Der Shop ist in Tschechien bisher unbekannt, die Klientel aber wäre vorhanden. Nach dem internationalen Country-Profiling liegen tschechische Frauen nämlich auf Platz vier des weltweiten Rankings. Im Schnitt sind sie 1,68 Meter groß. Nur Lettinnen, Niederländerinnen und Estinnen sind noch größer (Lettlands Frauen sind im Schnitt 1,69 Meter groß und führen das Ranking an). Die kleinsten Frauen leben momentan in Guatemala; hier liegt die Durchschnittsgröße bei 1,49 Meter. Im Untersuchungszeitraum haben tschechische Frauen stark an Größe zugelegt. 1914 betrug ihre Körpergröße durchschnittlich nur 1,52 Meter. Heute sind sie im Schnitt 15,7 Zentimeter größer - das drittstärkste Wachstum im internationalen Vergleich.

Männer wachsen vergleichsweise langsam

Tschechische Männer liegen mit einem Durchschnittwert von 1,80 Meter auf dem zehnten Rang. Sie sind im Schnitt 2,5 Zentimeter kleiner als die Niederländer, die das Größenranking anführen. 1914 waren tschechische Männer knapp 1,68 Meter groß. Verglichen mit anderen Nationen sind sie in den vergangenen Jahren mit 12 Zentimetern nur wenig gewachsen. Die größte Steigerung gab es bei den Iranern. Sie wuchsen in den vergangenen 100 Jahren um durchschnittlich 16,5 Zentimeter.

Zur Studie

Das Forscherteam unter der Leitung von Majid Ezzati führte unter anderem Befragungen durch und wertete epidemische Studien aus. Die Wissenschaftler erhielten durch die Daten nicht nur eine Übersicht über die internationalen Größenverhältnisse, sondern auch wichtige Informationen über die Lebensverhältnisse eines Landes. Aktuell geht man davon aus, dass das Wachstum eines Menschen nicht nur allein von der Genetik bestimmt wird. Ernährung und Umwelt sollen ebenso Einfluss auf das Körperwachstum haben. Kinder, die sich ausreichend ernähren und in einem wohlhabenden Umfeld aufwachsen, wachsen demnach mehr. Weiterführende Informationen zur Studie findet man auf dieser Seite (in englischer Sprache). (dap)

prag aktuellprag aktuell | Rubrik: Kultur, Musik | 1. Mai 2018, 15:56 Uhr
Innovatives Musiklabel Animalmusic aus Prag / Von Michael Magercord

Prag - Štepánka Balcarová, Beata Hlavenková, Vít Křišťan oder Oskar Török – wer ihre Musik nicht kennt, hat was verpasst, jedenfalls wer Jazz-Liebhaber ist. Auf den Bühnen und in Klubs in Tschechien sind sie schon ziemlich oft zu hören und zu sehen. Dafür, dass dieses Vergnügen aber nicht nur den Gästen des Jazzdocks oder anderen einschlägigen Spielorten vorbehalten bleibt, sorgt seit nun mehr zehn Jahren das mutige Prager Plattenlabel Animalmusic. Fast 70 CD sind seither in der Produktion von Petr Ostrouchov entstanden: Klassik, Weltmusik und vor allem zeitgenössischer Jazz aus Tschechien.

Jazz war schon immer ein gewichtiger Bestandteil der Musikszene in Prag. Welcher ins reife Alter gekommene Jazzer erinnert sich etwa nicht an die langen Abende im verrauchten Keller des Agharta am oberen Ende vom Wenzelsplatz, wo sich heute das erbärmliche Rotlichtviertel von Prag befindet. Dort war das Hauptquartier der Prager Jazzszene, die aus untereinander gut bekannten Musikern bestand und in den 2000er Jahren sich auch langsam nur noch um sich selbst drehte.

Doch das ist nun Geschichte, eine neue Generation von Künstlern ist herangewachsen, und auch bei dem CD-Label sind es die jungen Musiker, die den Ton angeben. Nicht aber, ohne sich auf die Erfahrung der Altvorderen zu stützen. Der Bassist Jaromír Honzák hat die jungen Talente zunächst um sich gesammelt, und so manches Mal ist er noch dabei, wenn sie gemeinsam die ausgetreten Pfade zu verlassen. Ein besonderes Wagnis, womit sich das Label vor gut fünf Jahren ins Rampenlicht brachte, war das Crossover Projekt "Apokalypsis", worin das Frauenvokalensemble Tiburtina und das David Dorůžka Trio gregorianische Klostergesänge mit Gitarre, Percussion und Saxophon zu einem eigenwilligen Ganzen verbunden hat.

Und nun sorgen vier Talente des tschechischen Jazz für bemerkenswerte Einspielungen: die Pianistin Beata Hlavenková, die bereits in drei Alben ihre Klasse als Bandleaderin und Solistin unter Beweis gestellt hat, ließ zuletzt mit ihren Interpretationen von Weihnachtsliedern aufhorchen; der Trompeter Oskar Török und der Pianist Vít Křišťan haben mit dem Bassisten Jiří Slavík lyrische Miniaturen vorgelegt; und die Trompeterin Štepánka Balcarová hat in ihrem Album "Life and Happiness of Julian Tuwin" zusammen mit der Sängerin Małgorzata Hutek und Musikern aus Tschechien und Polen Gedichte des polnischen Dichters zu berührende Stücken vertont. Von diesen Vieren wird man sicher bald auch außerhalb Tschechiens was zu hören bekommen – stay tunded. (mm)

Bildnachweis:
Animalmusic.cz - CD-Cover Štepánka Balcarová