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| | Reise | 1.12.2009

Eine Stadt des Wassers und des Windes - Bratislava.

Preisfrage: Worin besteht der Unterschied zwischen Tschechien und der Slowakei? Antwort:

In Bratislava darf man in den Cafés nicht rauchen. Das liegt bestimmt an den Auflagen, die mit der Euro-Einführung einhergehen, denke ich. In der Slowakei gibt es nämlich den Euro, seit Anfang dieses Jahres. Ansonsten ist es nett in Bratislava, es gibt eine Burg, seit Freitag einen Weihnachtsmarkt, zwei, um genau zu sein. Kleine schöne Gässchen, kleinstädtische Atmosphäre auch, zumindest in der Altstadt. Es ist schwer vorstellbar, dass es sich um eine Hauptstadt handelt, ich denke mir, da könnte man in jede größere deutsche Stadt eine Burg stellen, die Donau dazu, und voilà: eine Hauptstadt.

Ein zweiter Unterschied, die Gläubigkeit, scheint sich mir am Sonntagmorgen aufzutun, etwa halb zwölf. Zwischen eher als altsozialistisch einzustufenden Gebäuden taucht plötzlich eine Kirche auf, eine ganz und gar blaue Kirche. Im Jugendstil gehalten, beeindruckend, fast mystisch, und…blau eben. So etwas habe ich noch nie gesehen. Drinnen ist Gottesdienst, draußen knien die Leute nieder, die Stimmung ist andächtig, es ist 1. Advent. Im Gegensatz dazu sei nur an den nicht besonders erfolgreichen Papstbesuch in Tschechien vor einiger Zeit erinnert.

Im Café Ruža ist alles schon sehr weihnachtlich, ein unglaublich kitschiger Weihnachtsbaum trübt die Atmosphäre aber nicht, den Genuss der guten Teesorten schon gar nicht. Als wir aufbrechen zum letzten Glühwein vor der Rückkehr nach Prag, kommt die Bedienung, und verabschiedet uns überschwänglich, herzlich, auf Deutsch. Im Sommer sollen wir wiederkommen, da ist es schön in Bratislava, nun ja, das ist es jetzt schon, wir sind mehr als willkommen, vorbeizuschauen beim nächsten Mal. Dann wartet auch schon der Bus nach Tschechien, Orange Ways, dieses Mal sind die Haare der Stewardess nicht gefärbt, auf der Hinfahrt waren sie das, orange natürlich.

Epilog: Im Bus lerne ich eine Slowakin kennen, Katka, sie schreibt ein Gedicht über Bratislava, während ich mir Notizen für diesen Blog mache. Das Gedicht beginnt wie folgt:

„It is a city of water and wind, wind will blow your shadow away, and water will melt your soul.“

Geregnet hat es aber nicht, als ich da war. Ich muss noch mal hinfahren, glaube ich.

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