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Prag | Rubrik: Reise | 29.11.2010

"Eiffelovka": der Aussichtsturm auf dem Petřín

Hunderttürmiges Prag - Teil 5

Prag - Um den nächsten Turm zu erreichen, bietet es sich an, eine kleine Tramfahrt vom Kleinseitner Ring zum Újezd zu machen. Dort angekommen, kann man sich entweder auf die gut 45-minütige Wanderung durch den Park des Laurenzibergs (Petřín) machen, um an deren Ende den gleichnamigen Aussichtsturm zu erreichen.

Oder man besteigt die Standseilbahn und lässt sich gemütlich auf den Berg hochziehen, während man bereits einen wunderschönen Blick auf die Stadt an der Moldau genießen kann.

Auf welche Art auch immer man die 327 Meter bis zur Bergspitze zurücklegt, am Ende steht man direkt vor dem "Eiffelturm". Zumindest hat man den Eindruck, auch wenn einige technische Details das Original von diesem Nachbau unterscheiden. So hat der Petřín-Aussichtsturm keinen viereckigen, sondern durchgehend einen achteckigen Querschnitt und steht auch nicht wie sein Pariser Vorbild auf vier Stahlfachwerksäulen.

Einen solchen Effekt wollten die Erbauer des Turmes, der Klub der tschechischen Wanderfreunde auch erreichen. Inspiriert von einer Reise nach Paris zur Weltausstellung 1889, wollten sie Prag etwas Pariser Flair verleihen und beschlossen, den Eiffelturm nachzubauen.

Ingenieure dieses Vorhabens waren František Prášil und Julius Souček, die am 16. März 1891 mit dem Bau begannen. Bereits am 20. August desselben Jahres fand die feierliche Einweihung statt. Bis zum Jahr 1979 war der Turm den Besuchern zugänglich, wurde dann jedoch aufgrund des schlechten technischen Zustandes "vorübergehend" für die Öffentlichkeit geschlossen. Erst im Mai 1991 konnte das Bauwerk nach gründlicher Sanierung wiedereröffnet werden.

Die 60 Meter hohe Turmspitze erreicht man entweder über einen 299-stufige Wendeltreppe oder mit einem Aufzug, der sich in einem achteckigen Tubus, dem Kern der Konstruktion befindet. Im Gegensatz zu den Türmen zuvor ist die "Eiffelovka" jedoch nur wirklich schwindelfreien Menschen zu empfehlen - denn bei windigem Wetter schaukelt der Trum doch beträchtlich. Wer auf das Vergnügen dennoch nicht verzichten will, sollte alternativ nur bis zur ersten Aussichtsplattform (55 Meter) emporklettern. Hier ist die Aussicht zwar nicht so atemberaubend wie auf der Spitze, doch biegt sich der Turm auch nicht so sehr.

Wer sich nach oben wagt, wird belohnt mit einem Ausblick auf die gesamte Prager Altstadt, auf das sich links vom Turm erstreckende Burgviertel mit einer sich imposant in die Höhe ragenden Burg sowie dem Petřín-Park unter sich.

Im Keller des Turmes sind Ausstellungen untergebracht. Zum einen kann man sich in aller Kürze über den Aussichtsturm und sein Geschichte informieren. Hier erfährt man beispielsweise, dass Hitler die "Eiffelovka" abreißen lassen wollte, da der Turm den Blick auf die Burg verderben würde. Der Bevölkerung gelang es jedoch, den Abriss immer wieder hinauszuzögern und somit den Turm zu retten. Ein weiterer Teil des Untergeschosses ist wechselnden Ausstellungen vorbehalten.

Im Frühling und Sommer hat man zudem die Gelegenheit, den Sonnenaufgang auf dem Turm zu beobachten. Dieses besondere Event ist zwar nicht so preisgünstig wie der normale Eintritt, doch wie oft bekommt man schon die Gelegenheit, die Sonne über Prag aufgehen zu sehen? Auf Wunsch kann man sich hierzu sogar ein Frühstück zum Sonnenaufgang servieren lassen. (mk)

Autor: Monika Kindermann
Zuletzt aktualisiert: 19.3.2016
Weitere Infos: www.petrinska-rozhledna.cz

Info

Petřínská rozhledna

Petřínské sady
118 00
Praha 1
Region: Hauptstadt Prag (Hlavní město Praha)
muzeum@muzeumprahy.cz
Tel: +420 725 831 633, 257 320 112

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