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| | | 15.11.2010

Monet - Warhol

Ausstellung in der Prager Nationalgalerie

Das Lesen der Ankündigungen für Ausstellungen ist ja so eine Sache. Fast immer handelt es sich laut Veranstalter ausschließlich um die Meisterwerke des jeweiligen Künstlers und da machte auch die Prager Nationalgalerie mit ihrer Ausstellung “Monet - Warhol” keine Ausnahme. Hier wird mit Superlativen nicht gegeizt und so ist die Ausstellung, etwas zugespitzt formuliert, eines der größten kulturellen Ereignisse, die Prag in den letzten 20 Jahren passiert ist. Gezeigt werden u.a. Werke von Magritte, Ernst, Klein, aber auch Fans von Pop-Art sollten dank Größen wie Lichtenstein oder natürlich Warhol auf ihre Kosten kommen.

Die Erwartungen sind dementsprechend hoch, als ich mich an einem kalten Donnerstagnachmittag auf den Weg in die spärlich besuchte Nationalgalerie mache. Gleich an der Kasse dann die erste positive Überraschung: die Tickets kosten kosten reduziert gerade einmal 120 statt der angekündigten 200 Kronen. Für nur 30 Kronen mehr kann man sich sogar das gesamte Inventar der Prager Nationalgalerie auf 5 (!) weitläufigen Etagen angucken. Ein mehr als fairer Preis, also kaufe ich ein Ticket für die gesamte Ausstellung, was sich nachher noch als echter Gewinn entpuppen sollte.Aber der Reihe nach. Zuerst besuche ich die erste Etage, wo die Monet-Warhol Ausstellung stattfindet. Nach einer kurzen gedruckten Einführung machen die berühmten Seerosen von Monet den Anfang. Schnell wird klar, dass sich der Veranstalter in der Beschreibung dieses Mal nicht zu weit aus dem Fenster gelehnt hat.Auch wenn es schwer fällt die Aura jedes Kunstwerks aufzunehmen, ist der erste Eindruck sehr positiv.

Vor dem Besuch hatte ich so ein bisschen Bedenken, ob und wie es funktionieren würde: Die verschiedensten Stilrichtungen ohne einen roten Faden nebeneinander an der Wand. Doch es funktioniert tatsächlich besser als gedacht. Gerade durch die unschlüssige Anordnung entsteht eine unheimliche Vielfalt, die man in Ausstellungen, die sich strikt an einer Epoche orientieren, nicht findet. Es soll hier nicht jedes einzelne Kunstwerk diskutiert werden und sicherlich hat jeder seine eigenen Favoriten. Mich hat gerade der elektrische Stuhl im typischen Andy Warhol Pop-Art Gewand sehr beeindruckt, ebenso die Werke von Monet und den russischen Avantgardisten aus dem 20. Jh. Es lohnt sich definitiv die Arbeiten genauer zu betrachten, weil viele Bilder erst mit einem gewissen Abstand ihre volle Kraft entfalten können. So kann man gut und gerne 2 Stunden für den Besuch des ersten Stockwerks einplanen.

Wer sich dann auch noch die anderen Ausstellungen in der Nationalgalerie angucken möchte, sollte eine Menge Zeit mitbringen, denn auch die anderen 4 Stockwerke sind riesig und bieten eine Menge Sehenswertes. Es scheint schier unmöglich einen Überblick darüber zu geben, wie viel hier noch gezeigt wird.Von altgriechischer Mythologie über Paul Klee bis hin zur äußerst provokanten Wiener Aktionskunst ist so gut wie alles vertreten.

Besonders empfehlenswert ist dabei die 5. Etage, da es sich hier ausschließlich um tschechische Kunst handelt, die einen doch manchmal sehr überrascht zurück lässt. Einzig und allein die Quantität des Gebotenen erschlägt einen förmlich und so können viele Bilder und Installationen nach 4 Stunden lediglich überflogen werden. Der Preis und das große Angebot laden allerdings zu einem zweiten Besuch in der Nationalgalerie ein.

Externer Link: www.ngprague.czwww.ngprague.cz
Bildnachweis:
Ngprague.cz

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