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| | Panorama | 11.1.2010

So dies und das: Eine Hommage an Prag in Anekdoten.

Es schneit in Prag. Es ist nicht zu übersehen. Schön ist das, bisschen matschig auch, man kommt langsamer voran als sonst, kalt natürlich sowieso, aber alles in allem: schön. Eine schöne Stadt, denke ich. Verstärkt denke ich das, seit ich aus meinem Heimaturlaub über Weihnachten zurückgekehrt bin. Ich will gar nicht weg, doch genau das wird passieren, in ziemlich genau einem Monat. Seit ich wieder da bin, erscheint mir alles hier, naja, nicht leicht, aber gut und freundlich. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich bald gehe, dass die Zeit hier sich dem Ende zuneigt, vielleicht aber auch nur daran, dass ich mich gewöhnt habe an die große Stadt, die langen Metrofahrten, diese verzwickte Sprache.

Mein neuer Lieblingsfreizeitgestaltungsort ist die Staatsoper. Am Freitag sah ich mein erstes Ballett und zwei Tage darauf gleich das zweite, wobei ich dieses Mal davon ausgegangen war, dass sie eine Oper spielen würden. Halb so wild, das Gebäude ist jedenfalls großartig, die Preise dermaßen bezahlbar, dass man sich in den Pausen mit Schnitten und Sekt eindecken kann, ohne es nachher zu bereuen. In den Pausen kann man weiterhin vor die Tür gehen, das anhaltende Schneetreiben beobachten und sich bei einer Zigarette über die Aufführung und die Tänzer unterhalten: amazing, they are amazing, aren’t they?

They are. Prag ist es auch. Das Leben hier rauscht dahin und durch das neueste, sehr liberale Drogengesetz könnte es auch bald von anderen Gerüchen und Stimmungen als dem Schnee bestimmt werden. Weniger amazing, finde ich, aber das ist wohl eine andere Geschichte. Ein anderer guter Ort ist das Schwimmbad Axa zwischen Náměsti Republiky und Florenz. Ein einziges Becken in einem alten Gebäude mit Radiomusik à la Modern Talking, das ist nett. Nett sind ebenfalls die Würstchenstandverkäuferinnen am Wenzelsplatz, am Wochenende kaufte ich zwei Burger zu je 25 Kronen und bezahlte mit einem 2000er-Schein, da war der Stress schon vorprogrammiert. Das Schöne ist, das man einfach zurückschreien kann, auf Tschechisch, soweit das geht, und dann auf Deutsch und dann so richtig. Ich bin fast sicher, dass sie das nicht übelnehmen. Aber worauf wollte ich jetzt hinaus? Wahrscheinlich wollte ich einfach nur mitteilen, dass ich mich darauf freue, morgen aufzustehen und hinauszugehen in diese schöne, gerade weiße weite Stadt: Prag.

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