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Tschechien OnlineTschechien Online | Rubrik: Reise | 27.3.2008

Das beschaulich romantische Städtchen Krummau (oder auch Böhmisch Krumau) liegt etwa 180 Kilometer südlich von Prag in einer verschlungenen Moldauschleife. Als UNESCO-Welterbe ist der kleine Ort mit nicht einmal 14 000 Einwohnern ein Touristenmagnet ohnegleichen. Um mich selbst davon zu überzeugen, bin ich mit einem tschechischen Freund über die Ostertage hingefahren.

Die Zugfahrt dauert etwa fünf Stunden, in denen wir schöne Einblicke in die sanft hügelige Landschaft erhielten, die – von einzelnen Dörfern und weiten Wäldern durchzogen – an uns vorüber glitt. Allerdings nur so lange, bis ich eingeschlafen bin, da ich nirgendwo so gut und so schnell einschlafe, wie im ratternden und ruckenden Zug. An dieser Stelle ein kleiner Tipp zur Fahrkarte: Ab zwei Personen bekommt man in Tschechien schon einen Gruppenrabatt.

Unser spärliches Gepäck haben wir ins Hostel gebracht, um so schnell wie möglich in den wilden Kleinstadtdschungel aufzubrechen. Sehr zentral gelegen und wirklich zu empfehlen ist das Travellers Hostel (www.travellers.cz), das mit Bar, Kickertisch und regelmäßiger live Musik aufwarten kann. Davon abgesehen scheint es der Nabel der Jugendwelt zu sein, hier trifft man sich. Allerdings gibt es in der gesamten Stadt so viele Hostels, Hotels und Pensionen, dass man vermutlich keine Reservierung vorab vornehmen muss, sondern sich vor Ort umschauen kann.

Ausgestattet mit Fotoapparat und Stadtkarte zogen wir nun los durch die verwinkelten, kopfsteinpflasternen und von windschiefen Häusern flankierten Gässchen. Obwohl wir immer wieder stehen geblieben sind, Ahhhs und Ohhhs von uns gebend ob der Schönheit mancher Ausblicke, hatten wir den Stadtkern schnell durchquert. Auf dem Weg haben wir schon mal eine grobe Bar-Route für den Abend festgelegt. Bevor wir die aber in Angriff nehmen konnten, sind mein Begleiter und ich zum Schloss hinauf gestiegen.

Dieses wurde vor 1250 erbaut und hat seitdem eine recht wechselhafte Geschichte miterlebt: Generationen von Rosenbergs, Eggenbergs (gleichnamig ist das in Český Krumlov gebraute Bier) und Schwarzenbergs haben darin gelebt und es verändert, bis es im Jahre 1947 verstaatlicht wurde. Eine Schlossführung lohnt sich unbedingt, da Mobiliar, Bären und Ausstattung aus fünf Jahrhunderten erhalten geblieben sind. Bären? Die leben – bevor sie Bettvorleger im Schloss werden – im Burggraben und haben es gut. Wie unser Schlossführer versicherte, sind sie alle eines natürlichen Todes gestorben. Wir glauben ihm!

Vom Schlossturm aus bekommt man einen guten Überblick über die Stadt und ihre Umgebung, die sich allerdings weitestgehend auf ein paar Plattenbausiedlungen in der Ferne beschränkt. Die Stadtmitte wurde jedoch von diesen Bausünden aus der Nachkriegszeit verschont und so ist wohl auch ihr Charme zu erklären, der von einer leichten Verfallenheit unterstrichen wird. Weitere Sehenswürdigkeiten sind zum Beispiel das Egon Schiele Museum, das Sommertheater (das aber, wie der Name schon vermuten lässt, nur im Sommer spielt) und die Mantelbrücke, die an das Schloss angrenzt.

Nach diesem straffen Programm (man läuft aber nicht zu viel, da die Stadt wirklich klein ist) hatten wir uns endlich unsere Kneipenrunde verdient. Testen wollten wir alle 70 Bars (es sind bestimmt noch mehr), haben aber nur etwa 10 geschafft, die ich hier nicht im Einzelnen aufliste. Schön war die Gorilla Bar, da haben wir Tischtennis gespielt (Krawatten, harte Drogen, Schießwaffen und Kommunisten sind verboten), die Hospoda 99, da haben wir gegessen und schließlich die Bar vom Travellers Hostel, da kann man schön kickern. Und versacken kann man auch, denn es ist ja nicht weit bis nach Hause.

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