Prag - Otakar Vávra ist tot. Der tschechische Regisseur, Drehbuchautor und einflussreiche Hochschulpädagoge starb nach einem komplizierten Knochenbruch am 15. September im Alter von 100 Jahren in Prag, wie die Nachrichtenagentur ČTK meldet.
Vávras Lebenswerk umspannte acht Jahrzehnte und war prägend für die Entwicklung der tschechischen Kinematografie.
Als sein magnum opus gilt "Kladivo na čarodějnice" (Hexenjagd) von 1969 nach dem gleichnamigen Roman des tschechischen Schriftstellers Václav Kaplický. Den ersten abendfüllenden Spielfim drehte er 1936 mit dem Schauspieler und Regisseur Hugo Haas.
Otakár Vávra unterrichtete ab 1945 als Dozent und von 1963 an als Professor an der renommierten Prager Filmhochschule FAMU. Zu seinen Schülern gehören unter anderem die Oscar-Preisträger Miloš Forman, Jiří Menzel sowie Emir Kusturica.
Der serbische Filmemacher hatte bei seinem Prag-Besuch im Juli Vávra als "letzten großen Regisseur" bezeichnet. "Wenn ich etwas über die Formen des Films gelernt habe, dann von ihm", so der Träger der "Goldenen Palme" von Cannes (1995 für "Underground") über seinen früheren Lehrer. (gp)
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Autor:
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