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www.unicef.dewww.unicef.de, www.ecpat.dewww.ecpat.de | Pressemitteilungen | 12.11.2003
UNICEF und ECPAT sehen positive Signale und weisen Kritik zurück

Köln - UNICEF und die Kinderrechtsorganisation ECPAT begrüßen, dass führende Politiker auf tschechischer und auf deutscher Seite das Problem der sexuellen Ausbeutung von Kindern in der Grenzregion näher untersuchen und bekämpfen wollen. Gleichzeitig weisen die Organisationen Kritik an dem von ihnen in der vergangenen Woche veröffentlichten Bericht zurück. „Das Problem ist seit langem bekannt. Wir dürfen es nicht herunterspielen, sondern müssen hinschauen und gemeinsam handeln“, sagte UNICEF-Geschäftsführer Dietrich Garlichs.

Der Bericht der Streetworkerin Cathrin Schauer, die seit 1995 beim Sozialprojekt KARO in der Grenzregion arbeitet, beleuchtet zum ersten Mal das Problem aus der Sicht der missbrauchten Mädchen und Jungen. Er gibt damit einen genaueren Einblick in eine Situation, auf die unabhängige Experten und Kinderschutzorganisationen wie KARO in der Vergangenheit immer wieder hingewiesen haben. Dies veranlasste auch das Bundesinnen- und das Bundesfamilienministerium bereits im Jahr 2000 zum Handeln: unter Einbindung des tschechischen Innenministeriums wurden Aktionstage zur „Bekämpfung des Sextourismus mit Kindesmissbrauch durch deutsche Täter“ in den grenznahen Gebieten Tschechiens durchgeführt. Dabei arbeitete auch das Sozialprojekt KARO mit. Eine trilaterale deutsch-polnisch-tschechische Arbeitsgruppe, in der auch ECPAT mitarbeitet, befasst sich seit 2002 mit dem Problem. Diese guten Ansätze müssen intensiviert werden, betonen ECPAT und UNICEF. Deshalb ist es wichtig, dass die jetzt vorgelegte Untersuchung Politiker und Behörden dazu bringt, den Kampf gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern zu verstärken.

Die Untersuchung berichtet von 500 Fällen von Prostitution mit Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren im Zeitraum von 1996 bis 2003, die das KARO-Team im Rahmen seiner Sozialarbeit beobachtet hat. Aufgrund der kriminellen Strukturen ist das exakte Ausmaß nicht bekannt. Der Bericht basiert auf rund 200 ausführlichen Interviews, darunter 40 mit betroffenen Kindern und Jugendlichen zwischen sechs und 17 Jahren. Er weist auch darauf hin, dass Hinweise auf Straftaten und auf verdächtige Sextouristen Personen sofort an die zuständigen Behörden weitergegeben wurden. UNICEF und ECPAT haben dem Bericht von Cathrin Schauer ein Kapitel mit Strategien zum Schutz der Kinder vor sexueller Gewalt angefügt.

UNICEF und ECPAT betonen nochmals, dass Kinderprostitution im deutsch-tschechischen Grenzgebiet ein grenzübergreifendes Problem darstellt, das nur in Zusammenarbeit zwischen den Ländern gelöst werden kann. Es geht nicht darum, mit dem Finger auf ein Land oder eine Region zu zeigen, sondern die Kinder durch Missbrauch durch vorwiegend deutsche Pädosexuelle zu schützen. UNICEF Deutschland und ECPAT Deutschland arbeiten deshalb eng mit ihren tschechischen Partnerorganisationen zusammen. So hat UNICEF Tschechien die Veröffentlichung des Berichts unterstützt. Dies hat bereits zu konstruktiven Gesprächen zwischen UNICEF und dem tschechischen Innenministerium geführt. Es besteht Einigkeit darüber, diese Zusammenarbeit fortzusetzen und zu verstärken.

Autor:
Pressemitteilung von UNICEF und ECPAT, 12.11.2003

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