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Rubrik: Einkaufen | 1.1.2016
Trödelmärkte in Tschechien gibt es nicht nur in der Hauptstadt Prag

Noch vor gar nicht langer Zeit gab es Flohmärkte, auf denen man am Wochende entspannt herumschlendern kann und wie man sie aus Deutschland kennt, in Tschechien fast gar nicht.

Wer Antiquitäten, Tand und Trödel suchte, ging in die darauf spezialisierten Trödelläden (vetěsnictví). "Technischen Trödel", also gebrauchte Elektogeräte und eher praktische Dinge, findet man immer noch vor allem bei kleinen Gebrauchtwarenhändlern (bazar) und in Pfandleihen (zastavárna), von denen es allein in Prag unzählige gibt.

Secondhand-Klamotten gibt es wie in Deutschland in den darauf spezialisierten Secondhand-Läden, die von den Tschechen umgangsspachlich "sekáč" genannt werden. Für wenig Geld kann man sich hier ein komplettes 80er-Jahre-Ost-Outfit zusammenstellen.

Doch seit einiger Zeit hat sich nicht nur Prag in Sachen Flohmarktkultur stark weiterentwickelt. Inzwischen gibt es in vielen Städten Möglichkeiten, auf Flohmärkten (bleší trhy) den einen oder anderen Schatz zu entdecken.

Tschechiens größter Flohmarkt: U Elektry (Kolbenova) in Prag

An erster Stelle wäre hier der Flohmarkt zu nennen, der sich bis Mai 2016 an der Metrohaltestelle Kolbenova befand. Seit 2004 drängten sich jeden Samstag und Sonntag schon frühmorgens die Massen von Schnäppchenjägern von der U-Bahnstation über die Straße auf das alte Fabrikgelände.

Wo Emil Kolben von 1862 bis 1943 Lokomotiven bauen ließ, befandt sich der wohl größte Flohmarkt des Landes. Das Gelände wurde jedoch von einem ausändischen Investor gekauft und der Trödelmarkt musste umziehen.

Seit Anfang Juni 2016 findet der Trödelmarkt eine Metrostation weiter auf einem Brachgelände an der Straße U Elektry statt, samstags und sonntags hat der Markt von 7 bis 13.30 Uhr für Besucher sein Drehkreuz geöffnet. Von der Metrostaton Hloubětín (Gelbe Linie B) hat der Betreiber einen kostenlosen Shuttlebus zum Flohmarkt und zurück eingerichtet.

Hier, im nordöstlichen Stadtteil Vysočany ist eine wahre Fundgrube für Brauchbares und Unnützes zugleich. Für 20 Kronen erhält man Zutritt zu einem riesigen Angebot, dessen Bandbreite kaum zu toppen ist. Von echten Raritäten und Kleinodien, gebrauchten Möbeln und Kleidung, Waffen mit allem erdenklichen Zubehör bis hin zu Kosmetikartikeln, DVDs, Autoreifen und eingelegten Gurken in Plastikwannen - auf diesem Markt gibt es nichts, was es nicht gibt.

Außer vielleicht Imbissbuden, an denen man mit ruhigen Gewissen eine "klobása" konsumieren kann, ohne ernstlich um seine Gesundheit zu bangen. Hungrig sollte man also nicht auf diesem Flohmarkt erscheinen, dann steht einem ausgiebigen Shoppingtrip nichts im Wege.

Trödel am Moldau-Kai (Náplavka)

Wer auf dem großen Areal in Vysočany nicht fündig geworden ist, der begebe sich zum Moldau-Kai Náplavka an der Straßenbahnhaltestelle Vytoň. Direkt am Ufer des Flusses findet dort jeden ersten und dritten Sonntag im Monat von 9 bis 16 Uhr ebenfalls ein Flohmarkt auf dem kleinen Moldauschiff Avoid statt (Foto). Dieser ist von den Ausmaßen zwar sehr viel kleiner, dafür entspricht die Ware eher dem, was man auf einem Flohmarkt zu finden erwartet.

Und für den kleinen Hunger zwischendurch ist hier auch bestens gesorgt. Direkt neben dem Flohmarkt schließt sich nämlich ein Bauernmarkt an. Hier kann man nicht nur nach Herzenslust frisches Obst und Gemüse schlemmen, sondern auch bei Gebäckspezialitäten, gebratenem Misch und frischem Käse sündigen.

Námĕstí Míru

Wer immer noch nicht genug Trödel hat, dem bietet sich jeden letzten Sonntag im Monat die Gelegenheit, auf dem Námĕstí Míru zu feilschen, was das Zeug hält. Auch hier findet regelmäßig ein Flohmarkt statt. Von der Größenordnung her zwischen dem Markt an der Kolbenova und dem am Moldauufer gelegen, weist er ein ähnliches Angebot wie an der Moldau auf, ohne allerdings einen Bauernmarkt in unmittelbarer Nachbarschaft zu haben.

Weitere Infos: www.blesitrhy.cz, www.prazsketrhy.cz
Bildnachweis:
Facebook │Pravý bleší trh na náměstí Míru
Themen: Flohmärkte, Flohmarkt Kolbenova, Einkaufstipps
Zuletzt aktualisiert: 10.9.2016

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