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Der Autor

Jörg Jacob ist 1964 im sächsischen Glauchau geboren. Nach einer Ausbildung als Polsterer übte er verschiedene Beschäftigungen aus, beispielsweise als Handwerker oder Aushilfe in der Gastronomie.

In den Jahren 1998-2002 studierte er am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Seit dem Jahr 2010 nimmt er an medial-pädagogischen Projekten der Schriftsteller- und Druckwerkstätten für Kinder und Jugendliche teil. Zurzeit lebt er in Leipzig und arbeitet als freier Autor.

Sein Roman "Das Vineta-Riff", in dem sich die Plätze seiner Kindheit in der DDR wiederspiegeln, wurde im Jahr 2006 mit dem Gellert-Preis ausgezeichnet. Das Prosawerk "Fluten" setzt sich mit dem Thema des Jahrhundert-Hochwassers im Jahr 2002 auseinander. Zu den neuesten Werken zählen: "Klick! 99 Miniaturen" oder "Geschichte ohne festen Wohnsitz", 2014.

Im Internet: www.joerg-jacob.dewww.joerg-jacob.de
Bildnachweis:

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| | Reise | 27.6.2015

Weggehen

Prager Spaziergänge

Nach acht Wochen in Prag gehe ich zunehmend die gleichen Wege. Der Bäcker, der Supermarkt, die Bibliothek, das abendliche Bier am Moldaukai. Gewohnheiten stellen sich ein. Ich habe eine bevorzugte Parkbank, kenne das Lokal mit dem günstigen Mittagstisch, nutze Abkürzungen durch die Passagen, weiß den Menschenmassen, die an den Wochenenden in die Stadt einfallen, geschickt auszuweichen. Das Panorama des Burgbergs, der Abendhimmel über dem Petřín, die silbrigen Reflexe auf der Moldau, die engen Schluchten der Gassen, alles, was ich vor kurzem noch bestaunte, nehme ich bereits als gegeben hin. Und was mir vor acht Wochen fremd war, werde ich jetzt vermissen, denn gerade stellt sich das Gefühl ein, hier heimisch zu werden.
Prag wird mir fehlen. Schon nach acht Wochen weiß ich es. Prag, die Mutter der Städte, Prag, ein Dorf, Theaterkulisse und Projektionsfläche, Prag, der Sehnsuchtsort. (Suchen Sie sich aus, was Ihnen am besten gefällt.)

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