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Tschechien OnlineTschechien Online | Rubrik: Kultur | 3.5.2007
Gunther-von-Hagens-Imitator zeigt plastinierte menschliche Körper in der Prager Lucerna

Prag - Vom 5. Mai bis zum 10. Oktober 2007 zeigt eine Ausstellung in Prag plastinierte menschliche Leichen und Körperteile.

Autor der Wanderausstellung, die im Großen Saal der Lucerna unter dem Titel „Bodies ... The Exhibition“ gezeigt wird, ist der Professor für Anatomie und Zellbiologie an der University of Michigan, Roy Glover (auf dem Foto unten rechts neben einem seiner Präparate).

Die Plastination ist ein Konservierungsverfahren, das vor allem bei der anatomischen Präparation von Körpern und Körperteilen Verwendung findet. Entwickelt wurde sie im Anatomischen Institut der Universität Heidelberg von Gunther von Hagens.

Dabei wird Zellflüssigkeit im Vakuum durch Kunststoff ersetzt. Die dadurch entstehenden Präparate sind in normaler Umgebung (Licht, Zimmertemperatur und mechanischer Belastung) ästhetisch, geruchsfrei und über lange Zeit haltbar. Oberflächen und Strukturen werden unverändert dargestellt.

Generell sind dabei zwei Arten von Plastinaten zu unterscheiden: Erstens Scheibenplastinate, also Längs- oder Querschnitte durch ein Organ oder eine Körperpartie und zweitens Vollplastinate, bei der ganze Organe oder Leichen konserviert werden.

Ausstellung zeigt mehr als 200 Leichen

In der Ausstellung „Bodies“ werden mehr als 200 menschliche Körper und viele ihre Organe gezeigt. Einzelne Teile der Exposition sind verschiedenen Organen oder Systemen des menschlichen Körpers gewidmet, einige zeigen den Körper in Bewegung, andere zeigen Querschnitte oder Krankheitsbilder. So werden beispielsweise die Folgen von Bewegungsmangel für die Organe gezeigt oder eine Raucherlunge einer gesunden Lunge gegenübergestellt.

Nach Auskunft der Ausstellungsmacher sind alle Spender der Körperteile oder der vollständigen Leichen eines natürlichen Todes gestorben und wurden von den Dalian Medical University Plastination Laboratories aus China erworben.

Das Nachrichtenmagazin der Spiegel hatte im Januar 2004 dem deutschen Anatomen Gunther von Hagens vorgeworfen, für die Ausstellungsstücke der seit 1996 bestehenden Wanderausstellung „Körperwelten“ Leichen chinesischer Hinrichtungsopfer zu verwenden. Gegen diese Behauptungen des Hamburger Nachrichtenmagazins hatte Gunther von Hagens erfolgreich eine rechtswirksame Verfügung erwirkt.

"Branchenführer" distanziert sich von "Nachahmerausstellungen"

In einer aktuellen Pressemitteilung distanziert sich Gunther von Hagens Institut für Plastination von anatomischen Ausstellungen, „die ihrem Titel und Inhalt nach deutlich den Gunther von Hagens’ Köperwelten-Ausstellungen ähneln“. Explizit wird dabei auch die Prager Ausstellung „Bodies“ genannt.

Die „Nachahmerausstellungen“ stünden in keinerlei Verbindung zum „Branchenführer Körperwelten“ und würden von der Körperwelten-Organisation „weder finanziell noch inhaltlich unterstützt oder befürwortet“. (nk)

Themen: Ausstellungen, anatomische Leichenschau

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