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Der Autor

Larissa Fink, Jahrgang 1995, studiert derzeit Journalismus und Medienwissenschaft an der Karls-Universität Prag. In Deutschland studiert sie an der Universität-Mainz Publizistik und Soziologie.

In ihrer Freizeit interessiert sie sich vor allem für kulturelle Themen wie Theater, Kunst und Musik. Aber auch Reisen und Schreiben zählen zu ihren Interessen.

Für prag aktuell ist sie seit Februar 2017 als Redakteurin tätig und bloggt über ihren Alltag in Prag. Dabei testet sie sich als Veganerin gerne durch verschiedene Restaurants, entdeckt gemütliche Musikkneipen oder besucht neue Kunstausstellungen.

 

Bildnachweis:
Larissa Fink

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| | Kultur | 22.5.2017

Prager Microfestival

Vier Tage internationale Literatur, Kunst, Performance und Film

Dieses Wochenende fand wieder das Prager Microfestival statt. Vier Abende voller Literatur, Film und Performance. 24 Schriftsteller aus zwölf verschiedenen Ländern stellten dort ihre Arbeiten vor – und das alles ohne Eintritt.

Am ersten Abend stoßen wir erst sehr spät zu den Veranstaltungen hinzu. Der leerstehende Gebäudekomplex wirkt modern und heruntergekommen zugleich. Die meisten Gäste lauschen der Sound Poetry Vorlesung der österreichischen Künstler Thomas Antonic und Michael Fischer. Die ironischen, düsteren Worte sind mit passenden Soundeffekten untermalt, während auf der Wand hinter der Bühne Projektionen laufen. Eine Treppe führt zu einem weiteren Stockwerk. Hier können die Bücher der Künstler gekauft werden. In einem dunklen Nebenraum sind eine Hand voll Gemälde ausgestellt. Wir sehen noch den Künstler Martin Lauer, der sogenannte Autopoetik vorführt. Ungewöhnlich klingende Laute kombiniert er rhythmisch, sodass sie fast wie Musik klingen.

Am Freitag sind deutlich mehr Gäste anwesend. Weitere Räume sind geöffnet, in denen Analogfotografien lokaler Künstler ausgestellt sind. Viele Leute sitzen im Innenhof, essen, trinken und unterhalten sich, während drinnen alle Stühle besetzt sind mit Gästen, die den Vorlesungen lauschen. Um zehn endet das Programm schon. Es folgt eine Afterparty aber die Räumlichkeiten leeren sich stetig.

Am Samstag Abend kommen wir pünktlich für die Soundinstallation der Künstler Jaromír Typlt und Michal Rataj hinzu. An eine große Wand im Innenhof wird das schwarz-weiße Bild projiziert: Eine Frau, die alleine auf einer Straße steht und langsam beginnt sich zu bewegen. Der eindringliche, begleitende Sound lässt die Szene gruseliger wirken als sie wirklich ist. Der Ton und das Bild verändern sich langsam, bis die Pixel immer mehr verschmelzen und die Geräusche unerträglich eindringlich werden.

Das Microfestival hat viele Kunst- und Literaturinteressierte zusammengebracht und internationalen Künstlern eine Bühne geboten. Dabei wurden allerdings nicht nur Gedichte vorgelesen, sondern auch ganz neue, etwas ungewöhnliche Kunstformen vorgestellt. 

Externer Link: www.praguemicrofestival.comwww.praguemicrofestival.com

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