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Tschechien OnlineTschechien Online | Rubrik: Politik | 21.3.2007
Lidové noviny: Václav Klaus wird in der Klimaschutzdebatte zur "Kirmesattraktion"

Prag - Umweltschützer seien eine Gefahr für die freiheitliche Gesellschaft und Verbreiter von Angst und Panik. Solche Thesen vertritt Präsident Václav Klaus in einem Brief an amerikanische Kongressabgeordnete, die sich an ihn mit Fragen zum Thema Klimawandel gewandt und um seine Meinung gebeten hatten.

Auf Wunsch von republikanischen Kongressabgeordneten hätte Klaus seine Ansichten zum Klimawandel sogar heute in einer Anhörung vor dem Plenum vertreten sollen.

Dies hatte der tschechische Präsident aber abgelehnt, weil er erst vor wenigen Tagen von einer USA-Reise zurückgekehrt war. Er schrieb dafür einen vierseitigen Brief, der der Tageszeitung Lidové noviny (Prag) vorliegt. Darin vertritt Klaus die Ansicht, die Klima-Debatte werde „nicht ernst genug“ geführt. Zudem hätte eine „maximale Erfüllung der ökologischen Forderungen zerstörerische Folgen für die Volkswirtschaft“.

Weiter schreibt Klaus: „Die größte Gefahr für Freiheit und Demokratie ist zu Beginn des 21. Jahrhunderts nicht der Kommunismus, sondern dessen weichere Varianten. Der Kommunismus wurde durch die Drohung eines ambitionierten Umweltschutzes (Environmentalism) ersetzt.“

Kirmesattraktion Václav Klaus

Die Republikaner hatten Klaus als Gegengewicht zu Al Gore eingeladen, der heute für die Demokraten im Kongress auftritt. Nach Ansicht von Al Gore ist der Klimawandel „die größte Krise, mit der sich die Welt jetzt auseinandersetzen“ muss.

In einem Kommentar unter der Überschrift „Pouťová atrakce“ (Kirmesattraktion) kritisiert Martin Zvěřina in der Zeitung Lidové noviny, dass Klaus sich in der Rolle des sachlichen Gegenparts zu dem ideologisch motivierten Umweltschützer Al Gore gefalle, dabei sei sein Blickwinkel selbst ideologisch verengt.

„Alles, was unserem Präsident nicht in das Schema seines Weltbildes passt, verdrängt er, ohne Rücksicht auf die Relevanz von Informationsquellen. Diese Vorgehen in Verbindung mit der ansonsten lobenswerten Konsequenz macht aus ihm den bekanntesten Kämpfer gegen die Klimaerwärmung. Der tschechische Präsident spielt heute stolz die Rolle des Gegners von offensichtlichen Dingen", so Zvěřina. (gp/nk)

Themen: Klimadebatte, Václav Klaus

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