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Tschechien OnlineTschechien Online | Rubrik: Panorama | 2.2.2007
Polizist verkaufte Fotos der Leiche des beliebten "Biene Maja"-Komponisten an Boulevard-Blatt

Prag - Der Schuldige am Skandal um die Fotos von der Leiche des Komponisten Karel Svoboda, die am Fundort angefertigt und dem Boulevard-Blatt Blesk verkauft worden waren, ist offenbar ermittelt.

Wie die Nachrichtenagentur ČTK (Prag) meldet, hat die Inspektion des Innenministeriums am Freitag beim zuständigen Staatsanwalt beantragt, ein Verfahren gegen einen Polizisten aus Kostelec nad Černými Lesy zu eröffnen.

Der in Verdacht geratene Beamte habe das pietätslose Geschäft mit dem Tod inzwischen zugegeben, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Der Beamte wurde mit sofortiger Wirkung aus dem Dienst entlassen, ihm drohen zudem wegen Amtsmissbrauchs bis zu drei Jahren Gefängnis.

Innenminister Langer: "Kontrollmechanismen funktionieren"

Wie tschechische Medien berichten, handelt es sich nicht - wie zunächst vermutet - um einen der Beamten, die am Sonntag zur Absicherung an den Ort der Tragöde abgestellt waren. Vielmehr soll ein 23-jähriger Polizist sich die Fotos vom Dienst-PC eines seiner Kollegen heruntergeladen haben, die vor Ort den Fundort fotografisch dokumentiert hatten. Unklar ist noch, ob der Beamte noch einen älteren Komplizen hatte. Von Blesk hatte der Verkäufer der Fotos 20.000 Kronen für die Bilder verlangt, aber nur 10 000 Kronen erhalten.

Das Blatt kaufte die Fotos nach eigener Darstellung auf, um eine Veröffentlichung zu verhindern - und veröffentlichte einen Fotoausschnitt, auf dem die Hand des Selbstmörders mit dem todbringenden Revolver zu sehen ist.

Innenminister Ivan Langer zeigte sich erleichtert über die schnelle Aufklärung der Causa und das Vorgehen der Polizei bei der Ermittlung des Schuldigen: "Ich bin froh, dass die Kontrollmechanismen funktioniert haben. Das ist eine gute Botschaft in das Innere der Polizei und auch für die Öffentlichkeit, dass wir in der Lage sind, diejenigen aufzudecken und kompromisslos zu bestrafen, die den guten Namen der Polizei gefährden", so Langer gegenüber dem Online-Dienst der Tageszeitung Mladá fronta Dnes (Prag).

Svoboda war am Sonntag tot im Garten seiner Villa in Jevany bei Prag gefunden worden. Wie die polizeiliche Untersuchung ergab, hatte sich der Komponist selbst mit einer Waffe erschossen, die er legal gehalten hatte.

Die Trauerfeier für den populären Komponisten findet am Dienstag den 6. März um 14 Uhr im Trauersaal des Krematoriums Prag-Strašnice statt. (gp/nk)

Themen: Karel Svoboda, Boulevard, Blesk, Justiz

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