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| | | 19.5.2010

In den Eingeweiden von Klaus

Führung durch die Regierungssäle auf der Burg

Nun ist es ja so, dass verborgene Sachen auf die Menschen schon immer einen besonderen Reiz ausgeübt haben, auch wenn sie eigentlich nicht so toll sind. Einfach aufgrund der Tatsache, dass sie verborgen sind, sind sie per se interessant. Genauso scheint es sich mit dem Regierungssitz von Präsident Klaus zu verhalten. Das ganze Jahr über darf ihn kein Normalsterblicher betreten, keiner weiß so recht, was sich hinter den Mauern für Szenen abspielen. Doch zweimal im Jahr werden die heiligen Hallen für die Massen geöffnet und dann stehen sich die Massen die Füße in den Bauch um reinzukommen. So wurde mir jedenfalls berichtet.

Letzten Samstag war dann einer dieser Tage. Und ja ich geb‘s zu, auch ich hatte mich schon länger auf den Tag gefreut und war gespannt, welch Glanz und Luxus mir nun entgegenschlagen würde. Doch erstmal muss man ja bekanntlich den Eingang finden, bevor man das Interieur bestaunen kann. Natürlich hatte ich mich vorher informiert, wie man am besten dahin kommt. Ich bin ja schließlich Deutsche und wir machen ja nichts ohne einen guten Plan. Und außerdem finde ich Pläne machen einfach toll und wenn ich keine mache, dann macht niemand welche und dann passiert wieder nichts.

Also langer Rede kurzer Sinn, ich hatte einen Plan, doch der ist dann vor lauter Aufregung, dass ich nun gleich in die heiligen Hallen darf, zu Hause geblieben. Der Ersatzplan hat dann auch nicht gefruchtet. Weil eigentlich sollte sich ja laut Vorhersagen eine ganz lange Schlange von Menschen vor dem Eingang befinden, weil der Eintritt war ja gratis und die Kombination aus Schlange stehen und was gratis bekommen finden die Tschechen ja toll. Dummerweise sind auf der Burg immer Massen von Menschen die für irgendwas anstehen. Tickets, das Klo usw. Also mussten wir doch fragen. Und als wir dann endlich an DER Tür ankamen, war die Schlange gar nicht lang und schupps waren wir auch schon drin. Erst war ich ja ein bisschen enttäuscht. Wenn die Schlange so kurz ist, dann ist das hier vielleicht doch nicht so toll und dann hätte ich in meinem kranken Zustand vielleicht doch im warmen Bett bleiben sollen? Naja nun war es eh schon zu spät.

Da ich mit dem Blasehasen und einer Freundin unterwegs war, führt mich der Weg, wie immer mit diesen beiden Damen, geradewegs zu den Toiletten. In diesem Fall zu den Klaus’schen Prachttoiletten. Sehr zum Erstaunen der anderen Toilettenbesucher, holten wir drei nun auch erst mal die Kameras raus und machten ein paar Erinnerungsschnappschüsse.

Und dann ging es endlich los. Wir drei kleine Mäuse in der hochehrwürdigen Eingangshalle mit der großen Statue von T.G. Masaryk am Ende. Am Anfang waren wir von dem ganzen Glanz, den Kronleuchtern und Samtsofas noch sichtlich beeindruckt und mussten uns auch sofort auf selbige zu einem Erinnerungsfoto setzen. Und sehr zu unserem Erstaunen wurden wir von den allgegenwärtigen Burgwachen nicht verjagt. Nach ca. 20 Fotos ging’s dann endlich mal um die Ecke und den Gang weiter. Inzwischen hatten uns auch schon drei Gruppen von Schaulustigen, die nach uns in die heiligen Hallen gelassen wurden, überholt.

Gut zwei Stunden sollten wir nun in den Klaus’schen Eingeweiden herumlaufen, vom Rudolfinischen Saal in den Kleinen, dann in den Großen und in noch viele andere Räumlichkeiten.  Wir passierten viele prunkvolle Kronleuchter und antike Möbel, beäugten riesige Gemälde an den Wänden und machten Tausende von Fotos, was vor allem auf die dritte in unserem Bunde zutraf. Also ich mach ja gerne und viele Fotos, aber sie versuchte, ein 3D Modell zum zu-Hause-nachbauen zu knipsen. Naja in Wirklichkeit ist das nur der Neid, weil ihre Kamera besser ist als meine. Ab und an blieben wir dann an einem „Infoschalter“ stehen. Hierbei handelt es sich um nett und adrett gekleidete Damen, die über die Säle verteilt wurden und bei einer größeren Menschenansammlung dann wie auf Knopfdruck ein paar Sätze zum Zimmer, dessen Einrichtung und so weiter von sich gaben.

Wir bestaunten dann noch den herrlichen Ausblick auf die Stadt und die Tausende von Blumengestecken in den Räumen und ich im speziellen versuchte, von jeder Burgwache in jedem Zimmer ein Foto zu machen um am Ende eine Kollektion fescher Männer in Uniform zu haben.

Ja und dann waren wir auch schon am Ausgang angekommen, und das wurde auch langsam Zeit. Denn so schön Prunk und Pracht auch ist, wenn man sie einfach nur ansehen darf und nicht anfassen, dann wird’s doch auf die Dauert etwas fad. Und so waren wir dann froh, wieder in die normalsterbliche luxuslose Welt zurückzukehren. Aber es wird schon fleißig am 3D-Model gebaut, für den Fall dass uns doch wieder nach etwas Luxus gelüstet.

Bildnachweis:
Monika Kindermann

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