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Der Autor

Stanislav Beran ist freier Journalist und Korrespondent mit Schwerpunkt Geschichte und Kultur. Nach seinem langjährigen Aufenthalt in München lebt er in Tschechien.

Als Auslandskorrespondent berichtet er aus dem Isergebirge für verschiedene Zeitungen und Onlinemedien im deutschsprachigen Raum.

Er ist Dolmetscher und staatlich geprüfter Übersetzer für die deutsche Sprache, Herausgeber der Friedländer Zeitung und Heimatforscher.

Auch die Website https://friedlandinbohmen.jimdo.com, auf der man Informationen zur Vergangenheit und Gegenwart des Kreises Friedland in Böhmen und die vielseitige Geschichte des Landes unserer Ahnen finden kann, wurde von ihm erstellt.

Für den Blog auf Tschechien Online schreibt er seit April 2015.

Im Internet: friedlandinbohmen.jimdo.comfriedlandinbohmen.jimdo.com
Bildnachweis:
Stanislav Beran

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Die Fahne des deutschen bürgerlichen Schützenvereins - Neustadt a. T. | | Panorama | 10.6.2019

90. Jubiläum der Fahnenweihe

  • Die Fahne des deutschen bürgerlichen Schützenvereins - Neustadt a. T.
    Die Fahne des deutschen bürgerlichen Schützenvereins - Neustadt a. T.
  • Grabstein von Anton Öser auf dem städtischen Friedhof in Neustadt a. T.
    Grabstein von Anton Öser auf dem städtischen Friedhof in Neustadt a. T.

Der 21. Juli 1929 war für Neustadt an der Tafelfichte ein Festtag. Sie Fahne des Deutschen bürgerlichen Schützenvereines wurde geweiht. Am nächsten Tag fand im Schützenhaus eine Gausitzung unter Leitung von Josef Noswitz, Gauobmann des IV.Gaus der Deutschen bürgerlichen Schützenvereine, in Gablonz statt. Ein großer feierlicher Zapfenstreich und donnernde Böllerschüsse verkündeten den Beginn des Festes.

Am Begrüßungsabend sprach Obmann Emil Neumann, Oberlehrer im Ruhestand, über den Werdegang des Neustäd­ter Vereins und verwies auf die Festschrift, ein Heimatbüchlein für jeden Lokalpatrioten. Außer­dem sprachen Bürgermeister Dr. Eduard Neumann, Altbürger­meister Adolf Glöckner, Dechant Anton Öser und Direktor Ull­mann. Den unterhaltsamen Teil des Abends besorgten die Schüt­zenkapelle, der Deutsche Män­nergesangverein, der Mandoli­nenklub und heimische Künstler.

Am Sonntagmorgen verkün­deten Böllerschüsse den Beginn des eigentlichen Festtages. Auf dem Marktplatz vor dem Haus des Obmanns spielte die Kapel­le den Choral „Das ist der Tag des Herrn“, worauf der Weckruf durch die Straßen der Stadt er­klang. Am Morgen kamen dann die Schützenvereine von Lieben­au und Grottau als stärkster und bestorganisier­ter Verein, ferner von Friedland, Harrachsdorf, Kratzau, Reichen­berg, Trauten­au, Friedeberg, Greifenberg, Lie­bental, Marklissa und Wigandsthal in Niederschlesien. Der Besuch der Schützen aus dem benachbar­ten Deutschland wäre massenhaft geworden, wenn die tschechische Obrigkeit ih­nen den Grenzübertritt in Uni­form gestattet hätte.

Ab 8.30 Uhr versammelten sich sämtliche Schützen und die Ortsvereine. Die Fahnenpatin war Arabella Klinger, traditionell eine Frau aus der höheren Ge­sellschaft. Die Weihe der Fahne und der Bänder vollzog Dechant Öser. Der Männergesangverein trug das Fahnenlied und Anna Ledo das Gedicht „Was die Fah­ne spricht“ vor. Konsistorialrat Anton Öser (*31. Januar 1867; †23. Febru­ar 1946) sprach über die Bedeu­tung der Fahne. Anschließend hielt Direktor Ullmann aus Grot­tau die Festrede. Er gedachte der Gefallenen im Ersten Weltkrieg und sprach über die Bedeutung des Schützenvereins. 39 Schüt­zenjubilare wurden vom Gauob­mann Noswitz für ihre Treue zum Heimatverein mit dem Ehrenzei­chen ausgezeichnet.

Anschließend defilierten sämt­liche Vereine vor der neuen Fah­ne. Die alte Fahne, die im Jahr 1878 geweiht worden war, wurde enthüllt und unter den Klängen des Liedes „Ich hatt‘ einen Ka­meraden“ ins Rathaus und später ins Schützenhaus gebracht. Um 13.30 Uhr setzte sich ein Fest­zug in Bewegung, an dem mehr als 600 Personen teilnahmen. Ein Festball bildete den Schluß des Hauptfesttages.

Öser wurde am 31.Ja­nuar 1867 in Okenau im damali­gen Bezirk Kaaden geboren. Er war acht Jahre am Gymnasium in Kaaden und studierte vier Jah­re Theologie in Leitmeritz. Am 1. Juni 1890 wurde er zum Prie­ster geweiht. Zum Pfarrer in der Kirche der Heiligen Katharina wurde er am 27. Oktober 1911 er­nannt. Seinen Dienst in der Kir­che beendete er 1944. Er starb unerwartet am 23.Februar 1946 im Alter von 79 Jahren als pen­sionierter Erzdiakon und Ehren­bürger von Neustadt an der Ta­felfichte. Sein Grab befindet sich bis heute auf dem Friedhof in Neutadt an der Tafelfichte.

Bildnachweis:
Stanislav Beran

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