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Der Autor

Stanislav Beran ist freier Journalist und Korrespondent mit Schwerpunkt Geschichte und Kultur. 

Als Auslandskorrespondent berichtet er aus dem Isergebirge für verschiedene Zeitungen und Onlinemedien im deutschsprachigen Raum.

Er ist Dolmetscher und staatlich geprüfter Übersetzer für die deutsche Sprache, Herausgeber der Friedländer Zeitung und Heimatforscher.

Auch die Website https://friedlandinbohmen.jimdo.com, auf der man Informationen zur Vergangenheit und Gegenwart des Kreises Friedland in Böhmen und die vielseitige Geschichte des Landes unserer Ahnen finden kann, wurde von ihm erstellt.

Für den Blog auf Tschechien Online schreibt er seit April 2015.

Im Internet: friedlandinbohmen.jimdo.comfriedlandinbohmen.jimdo.com
Bildnachweis:
Stanislav Beran

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| | Panorama | 3.1.2021

Kapelle Maria Schnee in Wünschendorf

  • Die römisch-katholische Kapelle Maria Schnee in Wünschendorf
  • Das restaurierte Kreuz in Wünschendorf
  • Besuch aus Deutschland in Wünschendorf
  • An einigen Stellen in Wünschendorf sieht man noch Mauerreste von den abgerissenen Häusern der vertriebenen Sudetendeutschen
  • Kapelle Wünschendorf: Deutsche Inschrift
  • Wünschendorf: Alte Postkarte
  • Schule in Wünschendorf auf einer alten Ansichtskarte
  • Alte Ansicht von Wünschendorf
  • Lindenhof in Wünschendorf

Die römisch-katholische Kapelle Maria Schnee in Wünschendorf, mittlerweile ein Ortsteil von Bärnsdorf an der Tafelfichte und einst eine eigenständige Gemeinde im Kreis Friedland, ist der Gottesmutter geweiht. Sie gehört zur Pfarrgemeinde Heinersdorf an der Tafelfichte und damit zum Bistum Leitmeritz.

Das Gebäude der Gedächtniskapelle, die etwa 13 Kilometer vom Stadtzentrum Friedlands entfernt liegt, wurde angeblich im Jahr 1724 gebaut. So weit die Information auf der Internetseite der Gemeinde Bärnsdorf. Nach den neuesten Erkenntnissen ist das allerdings ein Irrtum.

Vor einiger Zeit wurde bei der Sanierung der Turmkuppel der Kirche in Heinersdorf der Turmknopf geöffnet, wurden die darin enthaltenen Dokumente gesichtet. Die jetzt vorliegenden wertvollen Daten sprechen eine andere Sprache. Aus ihnen geht eindeutig hervor, dass die Kapelle in Wünschendorf bedeutend jünger ist. Gleich auf der ersten Seite in der ersten Zeile steht, dass die Kapelle in Wünschendorf 1863 gebaut wurde. Die falschen Daten wurden mittlerweile korrigiert.

Bisher hatte man also geglaubt, die Kapelle sei um 1724 von der bedeutenden deutschen Adelsfamilie Gallas, den damaligen Eigentümern der Herrschaft Friedland, gebaut worden. Nun wissen wir, dass die Kapelle, die an der Straße zum Grenzübergang in Wünschendorf steht, mehr als hundert Jahre jünger ist. Auch in dem Artikel „Entstehungsgeschichte der Wünschendorfer Kapelle“ von Robert Eder aus Mödling wird als Jahr der Entstehung 1863 genannt. Dasselbe Baujahr der Kapelle findet man auch in der Broschüre „Geschichte der Gemeinde Wüschendorf“, die von dem Lehrer und Publizisten Anton Franz Ressel (*27. März 1873 in Rückersdorf, † 3. Januar 1933 in Voigtsbach) stammt. Ressel war auch einer der Gründer des Vereins für Heimatkunde des Jeschken-Iser-Gaues.

Nach den bekannten Informationen wurde die Kapelle in den Jahren 1860 bis 1863 von dem kinderlosen Ehepaar Josef Legler, gebürtig aus Nieder Ullersdorf, und Magdalena Legler/Elstner aus Wünschendorf Nr. 46 gebaut, das wahrscheinlich von der Legende der Jungfrau Maria vom Schnee inspiriert worden war und der sie die Kapelle weihen ließen. Sie besaßen ein Häuschen, waren fromm und verdienten ihren Lebensunterhalt mit Tagarbeit und Hausweberei. 

Eines Tages träumte Magdalena Legler, dass sie zu einem Gastmal eingeladen sei. Hier trifft sie ihre verstorbene Mutter, umarmt sie und fragt, wie es ihr gehe. „Gut“, sagt die Mutter. „Maria hat mir geholfen; sie wird auch dir helfen, wenn du etwas zu ihrer Ehre tust.“ Magdalena Legler bat ihren Mann, er möge ihr eine schöne Muttergottes schnitzen lassen, und ihr Wunsch wurde erfüllt.

Die Marienstatue kostete 15 Gulden, die Ausstaffierung zehn Gulden. Als gelegentlich der Heinersdorfer Pfarrer Kajetan Hartig die Statue besichtigte, meinte er, eine so schöne heilige Maria solle einen würdigeren Platz finden als eine Wohnstube und empfahl die Aufstellung in einer kleinen Kapelle.

Diese Empfehlung wurde mit Freude entgegengenommen, und im Mai 1863 steckte man den Grund zur Kapelle in der Nähe des Hauses ab. Während des Aushebens des Baugrundes kamen Dorfbewohner mit der Bitte, die Kapelle so groß zu bauen, dass in ihr einige Sitzplätze Platz fänden.

Dieser Wunsch wurde erfüllt. Gebaut wurde ein Raum für 20 Bänke. Barfuß ging Magdalena Legler nach Friedland, um die Baubewilligung zu holen. Die nötigen Bausteine musste das Ehepaar selbst besorgen. Kalk und Sand holte Josef Legler mit der Schubkarre. Zwei Maurer wurden für ihre Arbeit von den kleinen Ersparnissen entlohnt. Ende September 1863 war die Kapelle fertig.

Für die Innenausstattung trugen der Kretschambesitzer A. Streit, das Kloster Mariental, Bauern des Ortes und andere bei. Die Baukosten beliefen sich auf 800 Gulden. Für das Ehepaar Legler blieb noch eine Schuld von einigen hundert Gulden, die es in den folgenden Jahren abzahlte. Kartoffeln, etwas Milch und Brot waren ihre Nahrung. Groß war ihre Freude, als die Bewilligung eintraf, dass auch Heilige Messen in der Kapelle gelesen werden dürften.

Als für die mittlerweile entstandenen Vereine Festmessen stattfanden, war die Kapelle zu klein. Die Gemeinde ließ einen Turm mit Glocke anbauen. Seitdem konnten Kindstaufen, Hochzeiten und Trauerfeiern abgehalten werden.

Da bis 1863 in der Wünschendorfer Kapelle eine Glocke fehlte, entschloss man sich zu einer Sammlung. Unter den ersten Spendern waren die Ortsbewohner Josef Wöhl, Edmund Altmann und Josef Elstner, deren Beispiel auch bald viele andere folgten, so dass der Kaufpreis der Glocke von 70 Gulden in kurzer Zeit aufgebracht war.

Mit dem Tod von Josef und Magdalena Legler gelangte das Gotteshaus in den Besitz der Gemeinde Wünschendorf. Das in dem Türmchen hängende 31 Zentimeter hohe und 39,5 Zentimeter Durchmesser aufweisende GIöckchen führte auf der einen Seite außer dem Bild eines unbekannten Heiligen die Inschrift „Geschenk der Jugend“ und auf der gegenüberliegenden Seite den Schriftzug „gegossen in Reichenberg 1863“. Auch wenn der Name des Gießers auf der Glocke fehlte, so war unschwer zu erkennen, dass es sich um den Reichenberger Viktor Paul handelte, der zu dieser Zeit als der einzige Glockengießer in der Stadt bekannt war.

Nach 1945 verfiel das Gebäude wie unzählige andere in der Gegend. Jetzt ist die Kapelle seit 20 Jahren im Besitz der Gemeinde Bärnsdorf. In dieser Zeit wurden eine neue Fassade errichtet und das alte Dach erneuert. Leider wurde bei der Rekonstruktion des Daches das ursprüngliche Kapellentürmchen abgerissen und nicht mehr aufgebaut. Nach dieser Renovierung war die Kapelle lange Zeit geschlossen.

Im Jahr 2014 gab es in Wünschendorf einen Versuch der Wiederbelebung der Kapelle Maria Schnee durch die Bürgerinitiative „Fragment“, bestehend aus einer Engländerin und einem Tschechen, die leider nach kurzer Zeit ihre Tätigkeit einstellten. Von diesem Verein wurde das Museum in der Alten Schule, später Klugetischlerei, eröffnet, in dem man die Geschichte der vertriebenen Bürger aus Wünschendorf sehen konnte. Auf 24 großen Schautafeln und Ansichtskarten wurde das Leben in Wünschendorf bis zur Vertreibung dokumentiert.

Heute findet man von dem Museum und den Dokumenten keine Spur mehr. 

Erfolg konnte man erst mit dem am 4. Januar 2019 gegründeten Verschönerungsverein verbuchen, der sich zur Aufgabe machte, dieses kleine, fast vergessene und vernachlässigte sakrale Juwel zu erhalten. Die Mitglieder des örtlichen Verschönerungsvereins sehen sich als Schutzbeauftragte der Kapelle und sorgen sich um die Sicherheit und die Pflege des historischen Bauwerks und seiner Einrichtung.

Drei Monate nach der Gründung des Vereines wurde der erste Erfolg gefeiert. Nach einem kurzen Weihegebet segnete an den Osterfeiertagen 2019 Pfarrer Šimon Hamza das von dem Verschönerungsverein frisch restaurierte Kreuz neben dem Haupteingang der kleinen romisch-katholischen Kapelle. 

Auf dem Sockel des Kreuzes, den Juliana Nicht im Jahre 1892 gestiftet hatte, befindet sich noch heute eine Tafel mit folgendem Text: „Hier falte ich still zu dir, Erlöser, meine Hände und fleh: Kommt meines Lebens Abendroth, das ich den Lauf als wahrer Christ vollende, und sei mir gnädig in der letzten Noth.“

Eines der nächsten Ziele des Verschönerungsvereins ist, das die Kapelle Unserer Lieben Frau vom Schnee in die Liste der Kulturdenkmale der Tschechischen Republik aufgenommen wird.

Dieser Prozess hat bereits begonnen, wurde jedoch aus unbekannten Gründen unterbrochen und nicht abgeschlossen. Jetzt versucht es der Verein noch einmal. Im Erfolgsfall findet in der Kapelle eine bauliche und historische Untersuchung statt, gefolgt von einer Projektdokumentation darüber, was zur Instandsetzung noch zu tun ist. 

Eingeplant sind die Restaurierung der eingeschlagenen bunten Kirchenfenster und die Erneuerung des beschädigten Fußbodens. An den Wänden gibt es an mehreren Stellen Risse. Die Eingangstür soll erneuert werden. Ein Teil der nötigen Kosten wird von den Beitragen der vertriebenen Wünschendorfer finanziert.

Ein Problem ist die Feuchtigkeit, die an den rissigen alten Steinmauern der historischen Kapelle immer weiter nach oben kriecht. Die durch die anhaltende Feuchtigkeit in Mitleidenschaft gezogenen Wände müssen dringend saniert werden. Die Außenfassade wurde isoliert. Innen mus der beschädigte Sockelputz erneuert werden. 

Auch an der Dachkonstruktion kamen teilweise Schäden zum Vorschein, die behoben werden müssen, damit die Kapelle auch den nachfolgenden Generationen erhalten bleibt. Dem Verschönerungsverein ist schon länger bekannt, das Nässe eingedrungen ist und wegen der daraus entstandenen Fäule die Dachstuhlbalken der Kapelle beschädigt wurden; sie sind stellenweise morsch. Auch die Stromleitungen sollen erneuert werden.

Eine positive Antwort kam vom Gemeindeamt. „Wir versuchen, die Aktivitäten dieses Vereines sowie die Aktivitäten anderer Verbände in der Gemeinde zu unterstützen“, sagt Bärnsdorfs Bürgermeister Radek Haloun. Nach seiner Meinung können ähnliche Aktivitäten den Tourismus in dem Dorf an der Grenze zu Niederschlesien ankurbeln, wie das die erneuerte Tradition der Pilgerfahrt zur Kapelle unserer Lieben Frau vom Schnee zeigt.
Im Dezember 2006 wurde der zuvor Fußgängern und Radfahrern vorbehaltene Grenzübergang nach Hartmannsdorf, polnisch Miłoszow, für den Autoverkehr freigegeben. Im Jahr 2021 kann der Verschönerungsverein wieder mit einer finanziellen Unterstützung von 10.000 Kronen von der Gemeinde rechnen.

„Besonders freut uns, das jetzt in der Kapelle Hochzeiten und Taufen wie früher stattfinden“, sagte die Vorsitzende des Verschönerungsvereins, Jana Doubkova. Die Kapelle ist nicht öffentlich zugänglich, sie kann aber nach Voranmeldung beim Verschönerungsverein – Telefon +420 603 378 645, E-Mail janababorakova@seznam.cz – besichtigt werden.

Erwähnenswert ist auch die Geschichte der Schule. Für viele war die Einweihung der neuen Schule in Wünschendorf ein großes Erlebnis. Den Bau der Schule übernahm im April 1912 das Bauunternehmen mit dem Baumeister Josef Neiser aus Friedland. Der Kostenvoranschlag betrug damals rund 50 000 Österreichische Kronen.

Die zeitgenössische Lokalpresse berichtete damals: „Am 7. September 1913 fand in Wünschendorf ein großes Fest statt. An diesem Tag öffneten sich die Pforten zu einem neu erbauten Schulgebäude, das zu den schönsten im Bezirk Friedland gezählt werden kann. Die neue Schule wurde eingeweiht.

In der Mitte der langen Ortschaft an einer Anhöhe steht das neue Schulhaus, das von einem gepflegten Garten und einem Sommerturnplatz umgeben ist. Ihm zu Füßen an der anderen Straßenseite befindet sich die bisherige Schule, die jetzt einem anderen Zweck dienen wird. Ein großer Turnsaal und die Wohnung des Oberlehrers befanden sich im Erdgeschoss der neuen Schule. Die Lehrzimmer befanden sich im ersten Stockwerk. Das Dach ist mit einem Uhrtürmchen und einer Uhr geschmückt.

Außer den Ortsvereinen, der Schuljugend und der Gemeindevertretung nahm an dieser Feier eine große Anzahl von Ehrengästen teil, unter anderen k. k. Bezirksschulinspektor Krause, der Erbauer des neuen Schulhauses, Baumeister Neiser aus Friedland und Pastor Thiemann aus Marklissa. Vor dem alten Schulhaus hielt Oberlehrer Lange eine auf die Feier Bezug nehmende Ansprache, in der er der zahlreichen Wohltäter gedachte, die durch ihre Hilfe der Gemeinde und der Schule in Wünschendorf geholfen haben.

Mit einer Musikkapelle zog man zum neuen Schulgebäude, wo die feierliche Schlüsselübergabe durch Baumeister Neiser an Ortsvorsteher Josef Nesbeda erfolgte. Er hielt einen Rückblick auf die Schulverhältnisse in Wünschendorf seit 1760 und beglückwünschte schließlich die Lehrer und die Schuljugend zu der neuen Schule. 

Bezirksschulinspektor Krause übergab dann die neue Schule in die Obhut des Bezirksschulrates, und nach Ansprachen der beiden Geistlichen – evangelisch und katholisch – wurde die Weihe vorgenommen. Nach dem Singen eines Chorals endete die Feier. Nachmittags fand in der Nähe der Schule ein zahlreich besuchtes Volksfest mit Kinderbelustigungen statt.“

1935 bestand sich in Wünschendorf eine zweiklassige Volksschule mit dem Oberlehrer Theodor Schirmer. Die Gemeinde Wünschendorf zählte im Jahr 1900 insgesamt 139 Häuser mit 629 Bewohnern. 1935 waren es 532 Einwohner, davon 516 Deutsche und 16 Tschechen. 1942 waren es 630 Einwohner und 138 Häuser. Seit 1945 ist die Zahl weiter gesunken. 

Bei der Volkszählung von 2001 hatte Wünschendorf 25 Einwohner, die in neun Häusern lebten. Viele Dörfer verschwanden nach der Vertreibung der Deutschen vollständig von der Landkarte. Von Flucht, Vertreibung und Zwangsarbeit waren von 1944 bis 1950 insgesamt 15 Millionen Deutsche sowie deutschstämmige Bürger anderer Staaten betroffen. Rund drei Millionen kamen bei Flucht, Vertreibung und Deportation
oder als Folge davon kurz danach ums Leben.

An einigen Stellen in Wünschendorf sieht man noch heute Mauerreste, überwuchert von Unkraut, die von den abgerissenen Häusern der vertriebenen Sudetendeutschen übriggeblieben sind. Wer genau hinsieht, findet hier und da auch ein Loch im Boden, das in ein altes zugeschüttetes Kellergewölbe führt und an die deutsche Zeit erinnert.

Bildnachweis:
Stanislav Beran

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