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Der Autor

Stanislav Beran ist freier Journalist und Korrespondent mit Schwerpunkt Geschichte und Kultur. 

Als Auslandskorrespondent berichtet er aus dem Isergebirge für verschiedene Zeitungen und Onlinemedien im deutschsprachigen Raum.

Er ist Dolmetscher und staatlich geprüfter Übersetzer für die deutsche Sprache, Herausgeber der Friedländer Zeitung und Heimatforscher.

Auch die Website https://friedlandinbohmen.jimdo.com, auf der man Informationen zur Vergangenheit und Gegenwart des Kreises Friedland in Böhmen und die vielseitige Geschichte des Landes unserer Ahnen finden kann, wurde von ihm erstellt.

Für den Blog auf Tschechien Online schreibt er seit April 2015.

Im Internet: friedlandinbohmen.jimdo.comfriedlandinbohmen.jimdo.com
Bildnachweis:
Stanislav Beran

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| | Panorama | 22.5.2021

Schatz in Marschendorf gefunden

  • Ausstellungsstücke im Riesengebirgsmuseum in Trautenau

Anlässlich des Internationalen Museumstages, am Dienstag, dem 18. Mai 2021, stellte das Riesengebirgsmuseum in Trautenau (Trutnov) eine interessante Sammlung von Objekten aus, die kürzlich bei der Erneuerung der hölzernen Deckenkonstruktion eines der Häuser in Freiheit an der Aupa (tschechisch - Svoboda nad Úpou) gefunden wurden. Außerdem waren an diesem Tag alle öffentlichen Führungen durch alle Ausstellungen des Museums kostenlos.

Während der Rekonstruktion eines Familienhauses in der Gemeinde Marschendorf (Maršov – heute ein Teil der Stadt Freiheit an der Aupa), fanden seine Besitzer ein Versteck in der Decke, in dem sich Kisten befanden, die die ehemaligen deutschen Einwohner kurz nach dem Zweiten Weltkrieg dort versteckt hatten. Es handelt sich um vier Kisten, in denen Stoffe, Zwirn, Vorhänge, Tischdecken, Kleidungsstücke und Schuhe gelagert und versteckt worden waren. 

Während der Kriegs- und Nachkriegsjahren war alles rationiert. Die Kleiderkarte war der gewöhnliche Bezugsschein für den Einkauf von Textilien. Textilien waren ein kostbares und knappes Gut geworden. Die gefundenen Sachen, die sich in einem relativ gut erhaltenen Zustand befinden, wurden dem Museum in Trautenau geschenkt. 

Das Riesengebirgsmuseum in Trautenau hat sich bei den ehrlichen Findern für den besonderen Schatz, der 76 Jahre verborgen blieb, bedankt. Von Trautenau bis Freiheit an der Aupa sind es 11 Kilometer mit der Bahn. Die Museumsbesucher können den gefundenen Schatz bis Sonntag, 23. Mai 2021 bewundern. Schade, dass die Sachen, die uns an die traurige Zeit erinnern nur eine Woche ausgestellt werden.

1939 lebten in der Stadt Freiheit an der Aupa im Kreis Trautenau 1.271 Einwohner.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, in den Jahren 1945–1946, wurde der Großteil der überwiegend deutschen Bevölkerung aus der Region Trautenau enteignet und vertrieben. Da sie nur eine begrenzte Anzahl von Sachen mitnehmen konnten, versuchten sie, ihre Schätze zu verstecken. 

Jeder wollte vor der Vertreibung noch seine Wertsachen in Sicherheit bringen. Porzellan, Glas, Geschirr, Tafelsilber, Goldstücke und Silbergeld wurde von den Vertriebenen meist im Erdboden vergraben. Weitere Schätze wurden in ihren Häusern auf dem Dachböden oder Kellern versteckt. Bei der Vertreibung wurden die Habseligkeiten der Vertriebenen meistens auf Karren oder Kinderwagen verladen.

Anscheinend hofften sie, bald in ihre Häuser zurückzukehren. Die deutschen Bewohner aus Freiheit an der Aupa und Umgebung wurden in das Sammellager nach Jungbuch (Mladé Buky) gebracht und anschließend ging es mit dem Vertreibungstransport vom Güterbahnhof in Trübenwasser (Kalná Voda) nach Deutschland. In völlig überfüllten Viehwaggons ging die Reise ins Ungewisse. Die Vertriebenen mussten ihre geliebte Heimat verlassen. Keiner ahnte, dass es für immer sein wird.      

Bildnachweis:
Riesengebirgsmuseum - Trautenau

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