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Der Autor

Stanislav Beran ist freier Journalist und Korrespondent - mit Schwerpunkt Historie und Kultur.

Nach einem langjährigen Aufenthalt in Deutschland lebt und arbeitet er in Tschechien. Bis heute reist er regelmäßig nach Deutschland, wo er gelebt und gearbeitet hat. Er berichtet aus dem Isergebirge für verschiedene Zeitungen im deutschsprachigen Raum.

Er ist Dolmetscher und staatlich geprüfter Übersetzer für die deutsche Sprache, Herausgeber der Friedländer Zeitung und Heimatforscher. Für den Blog auf Tschechien Online schreibt er seit April 2015. 

Im Internet: friedlandinbohmen.jimdo.comfriedlandinbohmen.jimdo.com
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Stanislav Beran

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Die neue Straße wurde am 21. Oktober 2016 für den Verkehr freigegeben. | | Panorama | [field_blog_kategorie] | 26.11.2016

Im Isergebirge wurde das neue Gahler-Kreuz eingeweiht

  • Die neue Straße wurde am 21. Oktober 2016 für den Verkehr freigegeben.
  • Das Gahler Kreuz.

Nach fast 60 Jahren wurde Ende Oktober das in neuem Glanz erstrahlende Gahler-Kreuz in der Nähe des Jagdschlosses Neuwiese, einem der schönsten und meistbesuchten Orte im Isergebirge, in einem feierlichen Festakt enthüllt und eingeweiht.

Unter den rund 60 Gästen waren die Bürgermeister der umliegenden Gemeinden, Vertreter der beteiligten Unternehmen und Journalisten der regionalen Presse. Für die musikalische Umrahmung sorgten drei Waldhornbläser aus Gablonz. Das neue Kreuz ist ein Ersatz für das Kreuz, das in den 1960er Jahren dem Ausbau der Waldstraße zum Opfer fiel. Bereits 1843 war dieses historische Denkmal auf der Landkarte vermerkt worden. Errichtet hat es der bei dem Grafen Franz Clam-Gallas auf dem Jagdschloss in Neuwiese angestellte Förster Gahler für seine verstorbene Tochter.

Das Jagdschloss, das sich vier Kilometer nördlich von Friedrichswald befindet, wurde aus den Überresten einer alten Glashütte, die früher einmal dem Glasbläser Riedel gehört hatte, 1844 von der Adelsfamilie Clam-Gallas umgebaut. 1930 wurde das Schloss Sitz der Clam-Gallasschen Forstverwaltung. Die Geschichte dieses Kreuzes ist trotz intensiver Nachforschungen bis heute leider unbekannt geblieben. Meistens hängen solche Kreuze mit Unglücksfällen oder Verbrechen zusammen.

Der etwa 110 Zentimeter hohe Sockel besteht aus drei Granitblöcken, die aus dem Steinbruch in Reichenberg-Ruppersdorf stammen und mit der klassischen Technik behandelt wurden. Das 130 Zentimeter hohe Kreuz ist aus Gusseisen. Der Korpus und die Inschrift „INRI“ sind vergoldet. Die Initialen INRI stehen für Jesus Nazarenus Rex Judaeorum - Jesus von Nazareth, König der Juden.

Schon während der Sommerferien wurde das Fundament für das Kreuz, das ursprünglich einige Meter entfernt stand, vorbereitet und betoniert. Dieses Projekt kostete 70 000 Kronen. Auch der 2,3 Kilometer lange und neu asphaltierte Waldweg, der Friedrichswald mit der ehemaligen Glasmacher-Siedlung Neuewiese verbindet, wurde am selben Tag nach einjähriger Rekonstruktion freigegeben. Er ist endlich ohne Einschränkungen frei befahrbar. Die Kosten hierfür betrugen 17,8 Millionen Kronen.

Beide Projekte wurden von dem staatlichen Unternehmen Wälder der Tschechischen Republik (Lesy ČR) finanziert. Eingangs hatte Markéta Kavková von Lesy ČR die Gäste und alle Projektbeteiligten begrüßt. Anschließend referierte Ludvík Říčař, Direktor von Wälder der Tschechischen Republik. „In Zusammenarbeit mit dem Verein Patron haben wir es geschafft, dass das Kreuz wieder auf seinen alten Platz zurückkam“, sagte Říčař.

Weiter sprach der Vertreter des Straßenbauunternehmens Eurovia und der Chef des Landschaftsschutzgebietes Isergebirge, Jiří Hušek. Eine kurze Rede über die Entstehung des Kreuzes trug Otokar Simm vom Verein Patron vor.

Die Bedeutung des Kreuzes wurde von Militärkaplan Petr Šabaka zur Sprache gebracht. Zum Schluss wurde das Kreuz enthüllt, von dem Reichenberger Militärkaplan geweiht und der Öffentlichkeit übergeben.

„Das Errichten eines Kreuzes hat in der Geschichte entweder Erstaunen oder Schmerz bedeutet. Das Errichten eines Kreuzes bedeutet ein starkes Ereignis, eine Begegnung des Menschen mit Gott mit einer Wirklichkeit, die uns unendlich übertrifft“, sagte Šabaka.

Der Verein Patron hat sich die Erhaltung, Wiederherstellung und Betreuung von historischen Denkmalen und Wegkreuzen im Isergebirge zur Aufgabe gemacht. Mittlerweile ist die Mitgliederzahl auf etwa 70 angestiegen. Die Arbeit des Vereins wird aus Mitgliedsbeiträgen und freiwilligen Spenden finanziert. Schon im Jahre 1980 waren ein paar Freunde in dieser Richtung aktiv. Offiziell gegründet wurde der Verein aber erst 1997. Die Herstellung des Gahler-Kreuzes war für den Verein eine der wichtigsten Aktionen des laufenden Jahres.

Externer Link: www.friedlandinbohmen.jimdo.comwww.friedlandinbohmen.jimdo.com
Bildnachweis:
Stanislav Beran

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